P.S. Rii­t­schu­el

SonntagsZeitung - - VORDERSEITE - Pe­ter Schnei­der

Ha­ben Sie es auch ge­hört? Ka­rin Kel­ler-sut­ter hat es ge­sagt. Ja, ich will, hat sie ge­sagt.

Ge­nau­er ge­sagt, hat sie ge­sagt, sie stel­le sich zur Ver­fü­gung. Ei­ner­seits läuft das zwar auf das­sel­be hin­aus, aber an­de­rer­seits klingt es doch we­sent­lich wähl­ba­rer. Je­den­falls ist sie jetzt das of­fi­zi­el­le Fdp-pferd­chen auf dem «Kan­di­da­ten­ka­rus­sell», we­gen sei­ner kreis­för­mi­gen Be­we­gungs­struk­tur ger­ne auch als «Bun­des­rats­ren­nen» be­zeich­net. «Es gab Mo­men­te», sag­te sie, «wo ich sag­te ‹Nein, um Wil­lens­wil­len, dar­auf las­se ich mich nicht mehr ein›.» Dann aber gab es ei­nen an­de­ren Mo­ment, der schliess­lich zum Mo­men­tum ih­rer Ent­schei­dung wer­den soll­te: «Mein Mann sag­te, ich sol­le das jetzt ma­chen.» Bis zur Wahl fällt na­tür­lich noch viel Was­ser den Rhein­fall hin­un­ter. Ei­nen Rein­fall hat Ka­rin Kel­ler-sut­ter üb­ri­gens schon selbst er­lebt, als sie sich vor acht Jah­ren ver­geb­lich zur Ver­fü­gung ge­stellt hat­te, aber seit­her ist be­kannt­lich viel Was­ser (s.o.). Nun muss ich noch ir­gend­wo die Be­grif­fe «Bun­des­bern», «Dreier­ti­cket», «star­ke Frau», «po­li­ti­scher Ruck­sack» und «gleich lan­ge Spies­se» un­ter­brin­gen, dann wä­re ei­gent­lich al­les ge­sagt, wo­nach die ei­ser­nen Ge­set­ze der po­li­ti­schen Me­ta­pho­rik ver­lan­gen. So bleibt es mir nur noch zu be­mer­ken, dass KKS jetzt kei­ne Feh­ler ma­chen bzw. zu per­fekt sein darf, da­mit es nach der lan­gen «Nacht der lan­gen Mes­ser» nicht un­er­war­te­ter­wei­se noch zu ei­ner Über­ra­schung kommt. An­sons­ten ist sie schon so gut wie ge­wählt. Ge­ra­de das kann na­tür­lich auch ein Ri­si­ko sein. Die Span­nung steigt.

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