Br­ex­it-de­al steht vor dem Ab­schluss

In­ter­nes Ver­hand­lungs­do­ku­ment zeigt: Un­ter­händ­ler wol­len den Aus­tritt heu­te voll­enden

SonntagsZeitung - - INTERNATIONAL - Alex­an­der Mühlau­er

Die Br­ex­it-ver­hand­ler wol­len heu­te Sonn­tag ei­ne Ei­ni­gung über das Aus­tritts­ab­kom­men er­rei­chen. Dies geht aus ei­nem in­ter­nen Do­ku­ment der Eu-un­ter­händ­ler her­vor, das den «vor­läu­fi­gen Zeit­plan» auf­schlüs­selt und des­sen In­halt den Eu­bot­schaf­tern am Frei­tag vor­ge­stellt wor­den ist. Das Pa­pier liegt der «Süd­deut­schen Zei­tung» vor, die ges­tern dar­über be­rich­te­te.

Die Hür­den auf dem Weg zu ei­ner Ei­ni­gung sind rot mar­kiert. Für Sonn­tag ist ver­merkt: «De­al ge­macht. Nichts öf­fent­lich ge­macht (in der Theo­rie).» Das Ab­kom­men soll dann am Mon­tag von der bri­ti­schen Re­gie­rung ge­neh­migt wer­den. Da­nach ist ei­ne öf­fent­li­che Be­kannt­ma­chung des bri­ti­schen Br­ex­it-mi­nis­ters Do­mi­nic Ra­ab und von Eu-chef­un­ter­händ­ler Mi­chel Bar­nier in Brüs­sel ge­plant.

Im Zen­trum der Ver­hand­lun­gen stand ges­tern noch im­mer die Fra­ge, wie ei­ne Auf­fang­lö­sung (Back­stop) aus­se­hen könn­te, wenn es nach der bis En­de 2020 lau­fen­den Über­gangs­pha­se kein Frei­han­dels­ab­kom­men zwi­schen Brüs­sel und Lon­don ge­ben soll­te.

Um ei­ne har­te Gren­ze zwi­schen Ir­land und Nord­ir­land zu ver­mei­den, zeich­ne­te sich ei­ne mög­li­che Kom­pro­miss­lö­sung ab. Nord­ir­land könn­te dem­nach für ei­nen be­fris­te­ten Zei­t­raum im eu­ro­päi­schen Bin­nen­markt ver­blei­ben, da­mit wä­ren Kon­trol­len an der in­ner­i­ri­schen Gren­ze ob­so­let. Der Rest des Ver­ei­nig­ten Kö­nig­reichs könn­te wie­der­um in ei­ner Zoll­uni­on mit der EU ver­bun­den blei­ben.

Da­ge­gen gab es al­ler­dings ges­tern Wi­der­stand aus Nord­ir­land. Die nord­iri­sche Par­tei DUP lehn­te er­neut jeg­li­che Re­ge­lung ab, nach der Nord­ir­land an­ders be­han­delt wür­de als der Rest des Kö­nig­reichs. Um ein Br­ex­it-ab­kom­men durch das bri­ti­sche Par­la­ment zu brin­gen, ist Pre­mier­mi­nis­te­rin The­re­sa May auf die Un­ter­stüt­zung der DUP an­ge­wie­sen.

Kommt es an die­sem Wo­che­n­en­de den­noch zu ei­ner Ei­ni­gung, soll die­se auf Eu-sei­te am Di­ens­tag im All­ge­mei­nen Rat dis­ku­tiert und dann am Mitt­woch­abend von den 27 Staats- und Re­gie­rungs­chefs bei ih­rem Eu-gip­fel­tref­fen ge­neh­migt wer­den. Für den Tag dar­auf ist ver­merkt: «De­al ge­gen­über The­re­sa May im Eu­ro­päi­schen Rat be­stä­tigt.»

Un­ter ei­nem «De­al» ver­ste­hen die Ver­hand­ler das Aus­tritts­ab­kom­men so­wie ei­nen «Über­blick der po­li­ti­schen Er­klä­rung über das künf­ti­ge Eu-uk-ver­hält­nis». Bei ei­nem Br­ex­it-son­der­gip­fel im No­vem­ber soll der Eu­ro­päi­sche Rat schliess­lich das Ge­samt­pa­ket bil­li­gen. Im Ja­nu­ar und Fe­bru­ar ist dann die Ra­ti­fi­zie­rung des Br­ex­it-deals durch das bri­ti­sche und das Eu­ro­päi­sche Par­la­ment vor­ge­se­hen.

Am En­de des Pa­piers fin­den sich noch drei Da­ten für den wei­te­ren Zeit­plan. Am 29. März 2019 ver­lässt das Ver­ei­nig­te Kö­nig­reich die EU, am Tag dar­auf soll die ver­ein­bar­te Über­gangs­pha­se be­gin­nen, in der sich «nichts än­dert im Han­del, im frei­en Ver­kehr etc.». Wäh­rend die­ser Zeit wol­len die EU und Gross­bri­tan­ni­en über die künf­ti­ge Be­zie­hung ver­han­deln. Am 1. Ja­nu­ar 2021 en­det die Über­gangs­pha­se und das neue Ver­hält­nis zwi­schen EU und dem Ver­ei­nig­ten Kö­nig­reich soll be­gin­nen.

Fo­to: Reu­ters

An­ti-br­ex­it-pro­test in Lon­don: Gross­bri­tan­ni­en will die EU bis En­de März 2019 ver­las­sen

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