Oman lockt als Ruhe­oa­se für Frau­en

Das ara­bi­sche Sul­t­a­nat ist ei­ne si­che­re und ab­wechs­lungs­rei­che De­sti­na­ti­on für weib­li­che Gäs­te – so­fern sie sich auf Schnäpp­chen­jagd nicht in teu­ren Shop­ping­malls ver­ir­ren

SonntagsZeitung - - REISEN -

der sieht sein Bild des Wüs­ten­staats für ei­nen Mo­ment in­fra­ge ge­stellt. Sind hier die Frau­en wirk­lich gleich­be­rech­tigt mit den Män­nern? Das Nach­bar­land heisst im­mer­hin Saudiarabien, und wie es dort um die Rech­te der Frau­en steht, ist be­kannt.

Tou­ris­mus­mi­nis­te­rin Al Mah­rou­qi, die in Ox­ford stu­diert hat, sieht sich je­den­falls nicht be­nach­tei­ligt. Sie ar­gu­men­tiert mit ih­rer ei­ge­nen Kar­rie­re, aber auch mit dem feh­len­den Schlei­er­zwang und der Uni­ver­si­täts­ab­schluss­quo­te, die mitt­ler­wei­le bei den Frau­en hö­her ist als bei den Män­nern. Zu­dem för­de­re die Re­gie­rung mit ei­nem Fonds das Un­ter­neh­mer­tum. «Das kommt vor al­lem Frau­en zu­gu­te, die so ihr Busi­ness, auch von zu Hau­se aus, auf­zie­hen kön­nen», sagt die Mut­ter ei­nes Soh­nes. Frau­en im Staats­dienst er­hal­ten 50 Ta­ge be­zahl­ten Mut­ter­schafts­ur­laub. Sie kön­nen drei wei­te­re Mo­na­te an­fü­gen, in de­nen sie die Hälf­te ih­res Lohns er­hal­ten.

Ja, Oman ge­hört mit Bah­rain zu den fort­schritt­li­che­ren ara­bi­schen Län­dern. Voll­ver­schlei­er­te Frau­en sieht man we­nig. Die Po­ly­ga­mie geht an­geb­lich zu­rück, weil sich die Frau­en mit Un­ter­stüt­zung ih­rer El­tern zu­neh­mend da­ge­gen weh­ren, die zwei­te oder drit­te Ehe­frau ei­nes ver­hei­ra­te­ten Man­nes zu wer­den. Das mo­ra­li­sche Ge­wis­sen kön­nen Tou­ris­tin­nen al­so ru­hig zu Hau­se las­sen und statt­des­sen Ru­he, Kul­tur, Strand und ein biss­chen 1001-Nacht-lu­xus ge­nies­sen.

Ein­zi­ge Vor­aus­set­zung für ei­nen Be­such Omans ist ein halb­wegs di­ckes Porte­mon­naie. Die Ho­tels sind, wie übe­r­all in den Emi­ra­ten, nicht die bil­ligs­ten. Und Frau­en ja­gen ja mit­un­ter gern nach Schnäpp­chen. Das Sul­t­a­nat gibt da we­nig her. Ei­ne Ta­xi­fahrt kos­tet so viel wie in Zü­rich, und wer sich in der Haupt­stadt Mu­s­cat in ei­ne Shop­ping­mall fah­ren lässt, der soll­te es nicht mit dem Ziel tun, güns­tig zu schi­cken Klei­dern zu kom­men. Die Ein­kaufs­cen­ter sind qua­li­ta­tiv auch nicht mit de­nen von Du­bai oder Do­ha zu ver­glei­chen.

«Ich kau­fe mei­ne Klei­der nie hier vor Ort», sagt et­wa San­dra Lei­b­rock. Die Deut­sche – Sa­le­sund Mar­ke­ting­ma­na­ge­rin des Fünf­stern­ho­tels Shan­gri-la Al Husn Re­sort – ar­bei­tet seit Jah­ren im Aus­land. Oman ist das 14. Land, in dem sie sich nie­der­ge­las­sen hat. Und ei­nes der an­ge­nehms­ten, wie sie be­tont. «Män­ner ge­trau­en sich hier nicht, ei­ne Frau zu be­läs­ti­gen. Soll­te es auff lie­gen, wür­den sie al­les ver­lie­ren – ih­re Po­si­ti­on und den Be­sitz.»

Ein Glas Tee im Souk ist kei­ne An­ma­che

Frau­en kön­nen sich al­so oh­ne Be­den­ken al­lein in den be­rühm­ten Mut­trah Souk stür­zen, den be­kann­tes­ten Markt in der Haupt­stadt. Das Fla­nie­ren und Feil­schen in den en­gen Gas­sen Mu­s­cats macht viel mehr Spass als in den kli­ma­ti­sier­ten Shop­ping­tem­peln – und ist erst noch viel güns­ti­ger. Klar of­fe­riert der ei­ne oder an­de­re La­den­be­sit­zer mal ein Glas Tee. Aber das ist noch lan­ge kei­ne An­ma­che, son­dern ge­hört zu den Ge­pflo­gen­hei­ten im Souk.

Für den Apé­ro da­nach drängt sich et­wa die Roy­al Ope­ra auf. Oder der In­nen­hof des Shan­gri-la Al Husn Re­sort di­rekt am Meer. Wer sich in dem ma­le­ri­schen, mit Pal­men be­stück­ten In­nen­hof zum abend­li­chen Drink und den ex­qui­si­ten Gra­tis­häpp­chen nie­der­lässt, hat kei­ne wei­te­ren Wün­sche. Wenn dann die Strei­che­rin­nen mit ih­ren Gei­gen auch noch Mo­zarts klei­ne Nacht­mu­sik spie­len und der Blick an ih­nen vor­bei über den knall­blau­en Ho­tel­pool zum dunk­le­ren Meer da­hin­ter glei­tet, dann ist das oma­ni­sche Mär­chen per­fekt.

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Die Rei­se wur­de un­ter­stützt von TUI Suis­se

Al­lein­rei­sen­de kön­nen sich selbst im Had­schar-ge­bir­ge pro­blem­los be­we­gen: Er­ho­lung pur im Lu­xus­ho­tel Ali­la Ja­bal Akhdar

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