Ge­sund durch Herbst und Win­ter

Be­währ­te Haus­mit­tel, Be­we­gung und so­gar Küs­sen stär­ken un­ser Ge­sund­heits­sys­tem. 10 Tipps fürs Wohl­be­fin­den

SonntagsZeitung - - GESUNDHEIT - Sil­via Aesch­bach

Den Darm glück­lich ma­chen

Er­näh­rung mit vie­len pf lanz­li­chen Be­stand­tei­len, Mi­ne­ral­stof­fen und Vit­ami­nen stärkt die Immun­zel­len in un­se­rem Darm. Denn sieb­zig Pro­zent die­ser Zel­len be­fin­den sich in un­se­rem Ver­dau­ungs­or­gan. Sai­son­ge­rech­te Früch­te und Ge­mü­se, Voll­korn­pro­duk­te, Hül­sen­früch­te und fett­rei­cher Fisch (aus öko­lo­gi­schem Fang) hel­fen da­bei.

Im­mer schön sau­ber blei­ben

Re­gel­mäs­sig die Hän­de wa­schen. So we­nig Tür­fal­len wie mög­lich be­rüh­ren. Beim Hus­ten und Nie­sen Kopf nach un­ten hal­ten. In die Arm­beu­ge hus­ten oder nie­sen. Hän­de aus dem Ge­sicht, denn sie über­tra­gen Er­re­ger und Kei­me. Men­schen­mas­sen mei­den.

Heiss und kalt

Es gibt zwar kei­ne Stu­di­en, die es be­wei­sen, aber vie­le Men­schen schwö­ren auf die­se Art der Ab­här­tung. Als prä­ven­ti­ve Mass­nah­me schei­nen re­gel­mäs­si­ge Sau­na­gän­ge das Im­mun­sys­tem zu stär­ken. Si­cher ist, dass sich die feuch­te Luft po­si­tiv auf die Schleim­häu­te aus­wirkt. Je tro­cke­ner die Luft, des­to grös­ser ist das Ri­si­ko, dass sich Ae­ro­sol­par­ti­kel über­tra­gen. Auch in Woh­nun­gen ist es gut, die Luft­feuch­tig­keit in den kal­ten Mo­na­ten bei fünf­zig Pro­zent zu hal­ten. Ein gu­ter Tipp sind auch Wech­sel­du­schen, denn bei Hit­ze wei­ten sich die Ge­fäs­se, bei Käl­te zie­hen sie sich zu­sam­men. So kann sich der Kör­per bes­ser auf ver­schie­de­ne Tem­pe­ra­tu­ren ein­stel­len. Beim Du­schen im­mer bei den Füs­sen be­gin­nen und sich in Rich­tung Herz «vor­ar­bei­ten».

Na­se be­feuch­ten

Bei ei­ner Un­ter­su­chung der Hoch­schu­le Hannover spül­ten die Pro­ban­den wäh­rend sechs Wo­chen re­gel­mäs­sig ih­re Na­sen mit ei­ner 0,9-pro­zen­ti­gen Koch­salz­lö­sung. Es zeig­te sich, dass sie we­ni­ger un­ter Schnup­fen lit­ten als Men­schen, die das nicht ta­ten. Ne­ben Pro­duk­ten, die in der Apo­the­ke er­hält­lich sind, kann man auch sel­ber ei­ne Koch­salz­lö­sung her­stel­len: Ei­ne Mes­ser­spit­ze Koch­salz in zwei De­zi­li­ter lau­war­mem Was­ser auf­lö­sen. Die Lö­sung in ei­nen Zer­stäu­ber fül­len. Den Kopf zu­rück­le­gen und die Flüs­sig­keit bei gleich­zei­ti­gem Ein­at­men in das Na­sen­loch sprü­hen.

Zink kann hel­fen

Kratzt es im Hals, schwö­ren vie­le Na­tur­hei­l­ärz­te auf Zink. «Mög­lichst schon in den ers­ten 24 St­un­den, hoch do­siert, das sind 75 Mil­li­gramm pro Tag», sagt Ste­fa­nie Joos, Pro­fes­so­rin im neu­en Aka­de­mi­schen Zen­trum für Kom­ple­men­tär­me­di­zin & In­te­gra­ti­ve Me­di­zin in Tü­bin­gen. Gu­te Zink­lie­fe­ran­ten sind Fisch, Fleisch, Kä­se, Ha­sel­nüs­se, Ge­trei­de und Wei­zen­kei­me.

Haus­mit­tel tun gut

Heis­ser Ho­lun­der­bee­ren­saft ist reich an Vit­amin C und Mi­ne­ral­stof­fen und stärkt so das Im­mun­sys­tem. Bei Oh­ren­schmer­zen hel­fen Zwie­bel­säck­lein. War­me Zwie­bel­wi­ckel, auf die Brust ge­legt, sind auch hilf­reich bei chro­ni­scher Bron­chi­tis. Ho­nig wirkt schleim­lö­send.

Pflan­zen­kraft nut­zen

Vie­le Stu­di­en­er­geb­nis­se deu­ten auf die Wirk­sam­keit von Ex­trak­ten der afri­ka­ni­schen Gera­nie (Umcka­lo­abo) oder Echi­n­acea-prä­pa­ra­ten (Ro­ter Son­nen­hut). Thy­mi­an ent­hält äthe­ri­sche Öle, die Hus­ten lin­dern kön­nen. Ex­trak­te aus Efeu­blät­tern, Spitz­we­ge­rich und Is­län­disch Moos be­ru­hi­gen ge­reiz­te Schleim­häu­te. Sal­bei lin­dert Hals­schmer­zen. Al­ler­dings soll­te auch ei­ne The­ra­pie mit Pflan­zen fach­lich be­glei­tet wer­den, da Pflan­zen Ne­ben- und Wech­sel­wir­kun­gen ha­ben kön­nen.

Ge­heim­waf­fe Ing­wer­tee

Die äthe­ri­schen Öle so­wie der Scharfstoff Gin­ge­rol des Ing­wers wir­ken ent­zün­dungs­hem­mend, schmerz­lin­dernd und keim­tö­tend. Die Zubereitung ei­nes Tees ist ein­fach: den Ing­wer in klei­ne Strei­fen schnei­den (nicht schä­len), ab­ge­koch­tes Was­ser dar­über gies­sen und mit et­was Zi­tro­ne ab­schme­cken. Ing­wer und Zi­tro­nen be­sit­zen In­halts­stof­fe, die schon vor­han­de­ne Er­käl­tungs­sym­pto­me lin­dern kön­nen. Be­son­ders ge­eig­net als Er­käl­tungs­tee sind auch Fen­chel und Anis.

Ab nach draus­sen!

Auch in der kal­ten Jah­res­zeit soll­ten Sie ins Freie ge­hen. Re­gel­mäs­sig ei­ne St­un­de wä­re op­ti­mal. Denn fri­sche Luft tut gut und stärkt die Ab­wehr­kraft. Um ei­ner Win­ter­de­pres­si­on ent­ge­gen­zu­wir­ken, soll­te man je­den Son­nen­strahl nut­zen, denn so wird Vit­amin D ak­ti­viert. Ein all­fäl­li­ger Man­gel kann üb­ri­gens bei ei­ner Blut­un­ter­su­chung fest­ge­stellt und mit ver­schie­de­nen Prä­pa­ra­ten ärzt­lich be­han­delt wer­den. Ist ei­ne schwe­re Er­käl­tung oder be­reits ei­ne Grip­pe aus­ge­bro­chen, ist Vor­sicht ge­bo­ten, was Sport be­trifft. Zwar gibt es kei­ne Stu­di­en, die be­le­gen, dass leich­ter Sport bei grip­pa­len In­fek­ten Herz­rhyth­mus­stö­run­gen aus­lö­sen kann. Hier ist es am bes­ten, wenn man auf den Kör­per hört. Denn der sagt ei­nem schon, ob er Lust auf Be­we­gung hat.

Küs­sen ge­gen Kei­me

Sor­gen, chro­ni­scher Stress und Ängs­te kön­nen Ent­zün­dun­gen ver­ur­sa­chen und un­se­re psy­chi­sche Ver­fas­sung und den Zu­stand der kör­per­ei­ge­nen Ab­wehr­kräf­te schwä­chen. Um­ge­kehrt kön­nen wir sie stär­ken, wenn wir uns wohl­füh­len, re­la­xen, la­chen oder frisch ver­liebt sind. Und ja, auch Küs­sen ist er­laubt. Wir über­tra­gen dann zwar Bak­te­ri­en und Vi­ren, doch die Ge­fahr ei­ner An­ste­ckung ist klein. Küs­sen hält al­so auf Dau­er ge­sund, weil dies un­ser Im­mun­sys­tem trai­niert und so stärkt.

Le­se­tipps:

― «Al­les über Heil­pflan­zen» von Ur­sel Büh­ring (Ul­mer-ver­lag) ― «Pflanz­li­che An­ti­bio­ti­ka» von Ste­phen Har­rod Buh­ner (Her­bo Press)

― «Ge­sund durch Herbst und Win­ter», GEO Wis­sen/er­näh­rung (Gru­ner+jahr)

― «Na­tür­li­che Haus­mit­tel» von Ma­ria Loh­mann (BC Pu­b­li­ca­ti­ons) ― «Win­ter­blues: Das Wohl­fühl­buch ge­gen die Herbst- und Win­ter­de­pres­si­on» von Hu­ber­tus Him­me­rich (Kreuz-ver­lag)

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