Die Pio­nie­rin der For­mel 1

SonntagsZeitung - - SPORT -

Na­tür­lich muss­te sie sich Ma­cho-sprü­che an­hö­ren,

wie sie aus­ser­ge­wöhn­li­chen Frau­en in der Sport­welt oft zu­teil­wer­den. Denn Ma­ria Te­re­sa de Fil­ip­pis, ge­bo­ren am 11. No­vem­ber 1926, war wahr­lich ei­ne auf­fäl­li­ge Sport­le­rin. Die Aris­to­kra­ten­toch­ter aus Nea­pel fuhr Renn­au­tos – und als ers­te Frau in der For­mel 1. «Pi­lo­ti­no», klei­ner Renn­fah­rer, nann­te man die 1,57 m klei­ne de Fil­ip­pis, die über vie­le Jah­re in un­te­ren Klas­sen top fuhr. 1958 ab­sol­vier­te sie drei For­mel-1-ren­nen und be­kam vom Renn­di­rek­tor des GP von Mo­na­co zu hö­ren: «Den ein­zi­gen Helm, den Frau­en tra­gen soll­ten, ist die Hau­be beim Coif­feur.» Zwar er­reich­te de Fil­ip­pis bloss bei ei­nem Ein­satz das Ziel (als 10.), in der Ge­schich­te der For­mel 1 ist sie den­noch fast ein So­li­tär. Schliess­lich brach­te es ein­zig Lands­frau Lel­la Lom­bar­di 1974 noch an den Start ei­nes GPS. De Fil­ip­pis trat kurz nach der Pre­mie­re und dem Tod ei­nes Fah­rer­kol­le­gen zu­rück. 2016 starb sie 89-jäh­rig. (cb)

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