Re­stau­rant zu ver­kau­fen

Die vier An­trä­ge an der Ge­mein­de­ver­samm­lung vom Mitt­woch wa­ren rasch ge­neh­migt. Et­was län­ger dau­er­te hin­ge­gen die an­schlies­sen­de Dis­kus­si­on zur Idee, ob die Ge­mein­de das Re­stau­rant Alt­haus er­wer­ben soll.

Zürcher Unterländer - - Vorderseite - Red

An der Ge­mein­de­ver­samm­lung vom Di­ens­tag wur­de un­ter an­de­rem dar­über dis­ku­tiert, ob die Ge­mein­de das Re­stau­rant Alt­haus kau­fen soll, für wel­ches sie ei­nen Ver­kehrs­wert von 1,1 Mil­lio­nen Fran­ken er­rech­net hat. Die Mei­nun­gen der An­we­sen­den wa­ren ge­teilt. Wäh­rend sich ei­ni­ge Stimm­be­rech­tig­te ei­ne Er­hal­tung durch die Ge­mein­de vor­stel­len könn­ten, lehn­ten an­de­re den Kauf ab, weil es nicht Auf­ga­be ei­ner Ge­mein­de sei, ein Re­stau­rant zu be­trei­ben.

Ga­bor Ma­gya­ro­vits trat zum letz­ten Mal als Ge­mein­de­prä­si­dent vor die Ver­samm­lung. Nach zwei Amt­s­pe­ri­oden war er nicht mehr zur Wie­der­wahl an­ge­tre­ten und zieht sich aus der Be­hör­de zu­rück. Die 61 an­we­sen­den Stimm­be­rech­tig­ten (11 Pro­zent) stell­ten ge­mäss sei­nen Ein­schät­zun­gen ei­nen Re­kord dar. Sie ge­neh­mig­ten die er­freu­li­che Rech­nung ein­stim­mig. Das Plus be­trägt über 400 000 Fran­ken, im Bud­get war ein Mi­nus von 165000 Fran­ken vor­ge­se­hen.

Das po­si­ti­ve Er­geb­nis ist laut den Er­läu­te­run­gen von Fi­nanz­vor­stand Chris­ti­an Wer­der auf ver­schie­de­ne Fak­to­ren zu­rück­zu­füh­ren: hö­he­re Grund­stück­ge­winn­steu­ern, sehr viel tie­fe­re So­zi­al­aus­ga­ben und un­er­war­te­te Rück­zah­lun­gen be­reits be­zahl­ter So­zi­al­leis­tun­gen, auch beim Pos­ten Volks­wirt­schaft fiel zum Bei­spiel die Holz­ern­te hö­her aus als er­war­tet. Bei den Net­to­in­ves­ti­tio­nen macht sich be­merk­bar, dass die Dorf­stras­se erst jetzt sa­niert wird und nicht wie vor­ge­se­hen im ver­gan­ge­nen Jahr. Der Auf­wand be­trägt 2,9 Mil­lio­nen, der Er­trag 3,3 Mil­lio­nen Fran­ken. Das Ei­gen­ka­pi­tal liegt neu bei fast 4 Mil­lio­nen Fran­ken.

Ge­mäss Ge­mein­de­ver­samm­lungs­be­schluss wird auf ei­ne Neu­be­wer­tung des Ver­wal­tungs­ver­mö­gens ver­zich­tet. Auch die Kre­ditab­rech­nung ARA Obe­res Surb­tal mit ei­ner Über­schrei­tung von 5000 Fran­ken, das ent­spricht 2,3 Pro­zent, wur­de dis­kus­si­ons­los an­ge­nom­men. Das Glei­che gilt für den Er­lass von Grund­sät­zen der Ge­büh­ren­er­he­bung. Da­mit wird dem Ge­mein­de­rat die Kom­pe­tenz er­teilt, im Rah­men der Be­stim­mung die Ge­büh­ren­ver­ord­nung zu re­vi­die­ren. Die Stimm­bür­ge­rin­nen und Stimm­bür­ger ha­ben zu­dem die fünf Mit­glie­der, drei bis­he­ri­ge und zwei neue, für das Wahl­bü­ro ge­wählt.

Neue Ide­en für Re­stau­rant Alt­haus

Der schei­den­de Ge­mein­de­prä­si­dent schlug der Ver­samm­lung vor, dass die Ge­mein­de das Re­stau­rant Alt­haus kau­fen könn­te. Die Lie­gen­schaft ge­hört zur­zeit ei­ner Er­ben­ge­mein­schaft, wel­che sie ver­kau­fen will. Zu­dem sei da­von aus­zu­ge­hen, dass die Wir­tin den Pacht­ver­trag, der En­de Jahr aus­läuft, nicht mehr er­neu­ern wol­le, er­klär­te Ma­gya­ro­vits. Um ei­nen so­zia­len Treff­punkt im Ort zu er­hal­ten und das Re­stau­rant so­wie die an­gren­zen­den Ge­bäu­de in der jet­zi­gen Form zu si­chern, sei der Kauf zu über­le­gen. «Wir wol­len ver­hin­dern, dass es ein Spe­ku­la­ti­ons­ob­jekt wird und statt ei­nes Re­stau­rant­be­triebs Woh­nun­gen ent­ste­hen», sag­te er. Als Idee brach­te er die Lö­sung aus Bop­pel­sen ein, wo das Lä­gern­stü­b­li als Ge­nos­sen­schaft ge­führt wird. Der von der Ge­mein­de er­rech­ne­te Ver­kehrs­wert be­trägt 1,1 Mil­lio­nen Fran­ken, von ei­ner Im­mo­bi­li­en­fir­ma ist das Re­stau­rant im Auf­trag der Er­ben­ge­mein­schaft je­doch für 1,8 Mil­lio­nen Fran­ken aus­ge­schrie­ben. Ein wei­te­rer Aspekt ist die Ab­klä­rung, ob das Alt­haus als schüt­zens­wer­tes Ob­jekt gilt.

Die Mei­nun­gen der An­we­sen­den gin­gen aus­ein­an­der. Es gab Stim­men, die sich ei­ne Er­hal­tung durch die Ge­mein­de vor­stel­len kön­nen, wäh­rend an­de­re den Stan­dpunkt ver­tra­ten, es sei nicht Auf­ga­be der Ge­mein­de, ein Re­stau­rant zu be­trei­ben. Schliess­lich wur­de ei­ne Kon­sul­ta­tiv­ab­stim­mung durch­ge­führt, ob die Idee wei­ter­ver­folgt und al­len­falls ein An­trag aus­ge­ar­bei­tet wer­den soll. Rund die Hälf­te der An­we­sen­den war da­für, fünf da­ge­gen, die an­de­ren ent­hiel­ten sich der Stim­me.

Schliess­lich ver­ab­schie­de­te sich Ga­bor Ma­gya­ro­vits mit den Wor­ten, es sei ei­ne in­ten­si­ve Zeit ge­we­sen. «Vor al­lem das The­ma Ge­mein­de­fu­si­on ist nicht spur­los an mir vor­über­ge­gan­gen. Ich bin um ei­ne Er­fah­rung rei­cher, die mir nie­mand neh­men kann.»

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