Die Chef­ses­sel ge­räumt

Al­le Ge­schäf­te an der Ver­samm­lung der Po­li­ti­schen Ge­mein­de wur­den ge­neh­migt. Auch die Pri­mar­schul­ge­mein­de brach­te ih­re Trak­tan­den – nach kur­zer Dis­kus­si­on – durch.

Zürcher Unterländer - - Vorderseite - Krb

Der Ge­mein­de­prä­si­dent Lu­zi­us Hart­mann und die Prä­si­den­tin der Pri­mar­schul­pfle­ge, Ve­re­na Buch­mann, führ­ten bei­de am Mitt­woch­abend im Ei­chi-Saal ih­re letz­ten Ge­mein­de­ver­samm­lun­gen im Amt durch. Hart­mann ver­ab­schie­de­te sich nach elf Jah­ren im Rat, acht da­von im Chef­ses­sel, Buch­mann war ins­ge­samt 23 Jah­re im Di­enst der Schu­le tä­tig.

Wer am Mitt­woch­abend den Ei­chi-Saal be­trat, kam nicht als Ers­tes auf die Idee, dass dort gleich zwei Ge­mein­de­ver­samm­lun­gen statt­fin­den wür­den. Die 102 an­we­sen­den Nie­der­glat­te­rin­nen und Nie­der­glat­ter (3,5 Pro­zent) sas­sen sich an lan­gen Ti­schen ge­gen­über und un­ter­hiel­ten sich an­ge­regt, bis Ge­mein­de­prä­si­dent Lu­zi­us Hart­mann sei­ne letz­te Ver­samm­lung er­öff­ne­te.

Die Jah­res­rech­nung 2017 schloss mit ei­nem Plus von 1,1Mil­lio­nen Fran­ken bei ei­nem Auf­wand von knapp 21 Mil­lio­nen Fran­ken und wur­de oh­ne Ge­gen­stim­me ge­neh­migt. «Es ist doch schön, an der letz­ten Ge­mein­de­ver­samm­lung ei­ne Mil­li­on plus statt ein Mi­nus prä­sen­tie­ren zu kön­nen», sag­te Hart­mann zu sei­nem eben­falls zu­rück­tre­ten­den Amts­kol­le­gen Hans Pe­ter Bäch­li.

Tief­bau­vor­stand Pe­ter Zürcher er­griff an­schlies­send das Wort: «Im Mo­ment gibt es bei der Ent­sor­gungs­stel­le nur ei­ne Zu- und Weg­fahrt­mög­lich­keit, was zu Ver­kehrs­pro­ble­men führt.» Um die­se zu lö­sen, be­an­trag­te der Ge­mein­de­rat ei­nen Kre­dit von 85000 Fran­ken. Die Um­ge­stal­tung zum Ein­bahn­ver­kehr in ei­nem Rund­kurs ist auf die Som­mer­fe­ri­en an­ge­setzt.

Für die Sa­nie­rung des Gäss­li­wegs so­wie den Er­satz der Ka­na­li­sa­ti­ons­und Was­ser­lei­tung zwi­schen Gross­gas­se und Gäss­li­stras­se wur­de eben­falls ein Kre­dit er­sucht, die­ses Mal in der Hö­he von 355000 Fran­ken. Bei­de wur­den mit gros­sem Mehr ge­neh­migt.

Al­ters- und Pfle­ge­zen­trum

Das Al­ters­zen­trum Ei­chi, dem ne­ben der Trä­ger­ge­mein­de Niederglatt auch Hö­ri, Nee­rach, Sta­del und Wei­ach an­ge­hö­ren, soll in ein Al­ters- und Pfle­ge­heim um­ge­wan­delt wer­den. Dies ent­spre­che der Be­völ­ke­rungs­ent­wick­lung, sag­te So­zi­al­vor­stand Ste­fan Schmid, der ab Ju­li als Ge­mein­de­prä­si­dent wal­ten wird. Für die neu­en Pfle­ge­plät­ze wer­den zehn gros­se Ein­zel­zim­mer in Zwei­bett­zim­mer um­ge­baut. Auch sei vor­ge­se­hen, den Kom­pe­tenz­be­reich De­menz aus­zu­bau­en. Al­le An­we­sen­den nah­men den über­ar­bei­te­ten Ver­trag an.

Zum Schluss wur­de der Ver­trag für ei­ne re­gio­na­le Füh­rungs­or­ga­ni­sa­ti­on (RFO) der Ronn-Ge­mein­den ge­neh­migt und die acht Mit­glie­der des Wahl­bü­ros wur­den für die kom­men­de Amts­dau­er in stil­ler Wahl ak­zep­tiert.

«Ist», nicht «kann»

Schul­pfle­ger Ma­rio Tom­ma­si­ni kün­dig­te zu Be­ginn an, er wol­le die Ver­samm­lung der Pri­mar­schu­le kurz hal­ten. Doch ei­ne An­fra­ge zur Ge­büh­ren­ver­ord­nung sorg­te für Ver­zö­ge­rung. Der Vo­tant stör­te sich am Ar­ti­kel 20 Ab­satz 2: «Für orts­an­säs­si­ge, nicht kom­mer­zi­el­le Be­nüt­zer kann die Be­nüt­zung er­mäs­sigt oder ge­büh­ren­frei sein.» Er ver­lang­te, das Verb «kann» in «ist» ab­zu­än­dern. Die ab­tre­ten­de Schul­pfle­ge­prä­si­den­tin Ve­re­na Buch­mann ver­si­cher­te, dass die­se Re­ge­lung schon im­mer so ge­we­sen sei, sie jetzt ein­fach ver­schrift­licht wer­de. «Die Pri­mar­schu­le will kein Geld dar­an ver­die­nen.» Der An­trag­stel­ler gab sich da­mit nicht zu­frie­den, bis Lu­zi­us Hart­mann aus dem Plenum ein letz­tes Macht­wort sprach: «Ich emp­feh­le dir, den An­trag zu­rück­zu­zie­hen.» Schon war die Sa­che er­le­digt: «Lu­zi will in den Apé­ro, ich zie­he den An­trag zu­rück.»

Der Ge­büh­ren­ver­ord­nung so­wie der Jah­res­rech­nung 2017, die bei ei­nem Auf­wand von 8,4 Mil­lio­nen Fran­ken mit ei­nem Mi­nus von rund 500 000 Fran­ken schloss, wur­de mit gros­sem Mehr zu­ge­stimmt.

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