EZB auf neu­em Kurs

Ob­wohl die Eu­ro­päi­sche Zen­tral­bank (EZB) das En­de der Geld­schwem­me ein­läu­tet, wird es noch dau­ern, bis die Zin­sen wie­der stei­gen.

Zürcher Unterländer - - Wirtschaft - Sda

Zu­nächst will die EZB die Käu­fe von Staats- und Un­ter­neh­mens­an­lei­hen vor­sich­tig ab­schmel­zen. Der­zeit pumpt die No­ten­bank pro Mo­nat 30 Mil­li­ar­den Eu­ro in den Markt. Da­bei soll es bis ein­schliess­lich Sep­tem­ber blei­ben. Soll­te sich die In­fla­ti­on wei­ter­hin wie zu­letzt ent­wi­ckeln, will die No­ten­bank von Ok­to­ber bis ein­schliess­lich De­zem­ber mo­nat­lich noch 15 Mil­li­ar­den Eu­ro in Wert­pa­pie­re ste­cken.

Ei­ne Hin­ter­tür lässt sich die No­ten­bank je­doch of­fen. EZBPrä­si­dent Ma­rio Draghi be­ton­te ges­tern: «Der EZB-Rat ist in je­dem Fall be­reit, al­le sei­ne In­stru­men­te an­ge­mes­sen an­zu­pas­sen, um si­cher­zu­stel­len, dass sich die In­fla­ti­on wei­ter­hin in Rich­tung des In­fla­ti­ons­ziels des EZB-Rats be­wegt.» Un­ab­hän­gig da­von wird die No­ten­bank auf bis­lang noch un­be­stimm­te Zeit ein gros­ser Spie­ler am An­lei­hen­markt sein: Gel­der aus aus­lau­fen­den Pa­pie­ren wer­den wie­der in­ves­tiert.

Seit Be­ginn des Kauf­pro­gramms im Jahr 2015 hat die No­ten­bank Wert­pa­pie­re im Ge­samt­wert von gut 2,4 Bil­lio­nen Eu­ro er­wor­ben. Das vie­le bil­li­ge Geld soll der Kon­junk­tur in den 19 Eu­ro­län­dern auf die Sprün­ge hel­fen und zugleich die Teue­rung an­hei­zen.

Den Leit­zins im Eu­ro­raum hält die EZB wie wei­ter­hin auf 0 Pro­zent. Ge­schäfts­ban­ken, die Geld bei der EZB par­ken, müs­sen wei­ter­hin 0,4 Pro­zent Straf­zin­sen zah­len. Das Zins­ni­veau dürf­te sich noch bis min­des­tens im Som­mer 2019 nicht än­dern.

Newspapers in German

Newspapers from Switzerland

© PressReader. All rights reserved.