Die Kran­ken­kas­sen­prä­mie ganz ab­zie­hen

Ei­ne SVPMo­ti­on wür­de den meis­ten ein Steu­er­ge­schenk von ein paar Hun­dert Fran­ken brin­gen. Kan­ton und Ge­mein­den wür­den et­li­che Mil­lio­nen ver­lie­ren.

Zürcher Unterländer - - Zürich - Patrick Gut

Steu­er­pflich­ti­ge im Kan­ton Zü­rich sol­len künf­tig die tat­säch­lich be­zahl­ten Prä­mi­en für die ob­li­ga­to­ri­sche Kran­ken­ver­si­che­rung vom steu­er­ba­ren Ein­kom­men ab­zie­hen dür­fen. Das for­dern die drei SVP-Kan­tons­rä­te Ste­fan Schmid (Nie­der­glatt), Jürg Sul­ser (Otel­fin­gen) und Ben­ja­min Fi­scher (Vol­kets­wil) in ei­ner Mo­ti­on, wel­che sie die­se Wo­che ein­ge­reicht ha­ben. Ein­schrän­kend fü­gen die SVP-Po­li­ti­ker an, ein Ab­zug sol­le min­des­tens bis zum Wert der Durch­schnitts­prä­mi­en bei den höchs­ten Fran­chi­sen mög­lich sein. Auf die­se Wei­se soll die Wahl von kost­spie­li­gen Prä­mi­en­mo­del­len und teu­ren Ver­si­che­rungs­an­bie­tern nicht be­güns­tigt wer­den.

Sie be­grün­den ih­ren Vor­stoss da­mit, dass die ef­fek­tiv be­zahl­ten Kran­ken­kas­sen­prä­mi­en für die meis­ten Steu­er­zah­ler we­sent­lich hö­her sei­en als der Be­trag, der tat­säch­lich ab­ge­zo­gen wer­den dür­fe.

10 Pro­zent we­ni­ger Steu­ern

Ein Bei­spiel ver­deut­licht dies: Die durch­schnitt­li­che Prä­mie für die ob­li­ga­to­ri­sche Kran­ken­ver­si­che­rung be­läuft sich für Er­wach­se­ne bei der ma­xi­ma­len Fran­chise (2500 Fran­ken) auf rund 350 Fran­ken pro Mo­nat. Für ei­nen Haus­halt mit zwei Er­wach­se­nen macht das 8400 Fran­ken pro Jahr. Vom steu­er­ba­ren Ein­kom­men ab­zie­hen darf das Paar aber ma­xi­mal 5200 Fran­ken. Bleibt ei­ne Dif­fe­renz von 3200 Fran­ken. Die­sen Be­trag könn­ten die Steu­er­pflich­ti­gen nach dem Wil­len der Mo­tio­nä­re zu­sätz­lich vom steu­er­ba­ren Ein­kom­men ab­zie­hen.

Das wirkt sich auf die Steu­er­rech­nung – Staats- und Ge­mein­de­steu­ern – wie folgt aus (ge­rech­net beim durch­schnitt­li­chen Steu­er­fuss im Kan­ton Zü­rich von ak­tu­ell 108 Pro­zent): Sinkt das Ein­kom­men bei­spiels­wei­se von 60 000 auf 57 800 Fran­ken, fällt die Steu­er­be­las­tung um 400 Fran­ken tie­fer aus. Bes­ser Ver­die­nen­de spa­ren auf­grund der Pro­gres­si­on mehr ein. Kommt das steu­er­ba­re Ein­kom­men dank des zu­sätz­li­chen Ab­zu­ges von 3200 Fran­ken auf 96 800 statt 100 000 Fran­ken zu lie­gen, be­zahlt das Paar gut 530 Fran­ken we­ni­ger. Auf die gan­ze Steu­er­rech­nung ge­se­hen macht das – je nach Bei­spiel – 5 bis 10 Pro­zent aus.

Kan­ton und Ge­mein­den wür­de die­ses Steu­er­ge­schenk der SVP et­li­che Mil­lio­nen kos­ten. Das scheint aber ganz im Sin­ne der Mo­tio­nä­re. Sie kon­sta­tie­ren näm­lich ein ho­hes Ein­nah­men­wachs­tum der öf­fent­li­chen Hand. Die­ses wür­de durch die jähr­lich stei­gen­den Prä­mi­en leicht ge­bremst. Als Ne­ben­ef­fekt wür­de der Re­gie­rungs­rat in die Pflicht ge­nom­men, ge­gen stei­gen­de Ge­sund­heits­kos­ten der Be­völ­ke­rung an­zu­kämp­fen. So zu­min­dest er­war­ten es die drei SVP-Kan­tons­rä­te.

Auch an­ders­wo ein The­ma

Im Kan­ton Ba­sel-Stadt ist ei­ne Initia­ti­ve hän­gig, die ganz ähn­li­che For­de­run­gen stellt. Und auf Bun­des­ebe­ne hat die gros­se Kam­mer ei­ne ver­wand­te Mo­ti­on des ehe­ma­li­gen Bas­ler CVP-Na­tio­nal­rats Mar­kus Leh­mann be­reits an­ge­nom­men. Sie wür­de die Hö­he des Ab­zugs vom Ein­kom­men ab­hän­gig ma­chen.

Der 17 Me­ter brei­te öf­fent­li­che Pier reicht 150 Me­ter ins Was­ser hin­aus und wird mit Sitz­ge­le­gen­hei­ten aus­ge­stat­tet.

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