«Das Wort Ras­se» wird ge­stri­chen

Die Na­tio­nal­ver­samm­lung hat be­schlos­sen, das Wort «Ras­se» aus der Ver­fas­sung zu strei­chen.

Zürcher Unterländer - - Ausland -

Im ers­ten Ar­ti­kel der Ver­fas­sung hiess es bis­her, Frank­reich ga­ran­tie­re «al­len Bür­gern die Gleich­heit vor dem Ge­setz, un­ab­hän­gig von ih­rer Her­kunft, Ras­se oder Re­li­gi­on». Künf­tig heisst es: «un­ab­hän­gig von ih­rem Ge­schlecht, ih­rer Her­kunft oder Re­li­gi­on». Da­mit wird auch der Un­ter­schei­dung nach Ge­schlech­tern ei­ne Ab­sa­ge er­teilt. An der Ab­stim­mung nah­men 119 der ak­tu­ell 577 Ab­ge­ord­ne­ten teil.

Die Ab­ge­ord­ne­ten schlos­sen sich der Meinung von Prä­si­dent Em­ma­nu­el Ma­cron an, wo­nach der Be­griff «Ras­se» ver­al­tet sei. Er steht seit 1946 in der Ver­fas­sung und soll­te den Theo­ri­en der Na­zis ent­ge­gen­ste­hen. Jus­tiz­mi­nis­te­rin Bell­ou­bet nann­te die Än­de­rung ein «star­kes Sym­bol», das aber nicht da­zu füh­ren dür­fe, ju­ris­ti­sche Mit­tel zur Be­kämp­fung von Ras­sis­mus zu schwä­chen.

Die Ab­stim­mung der Na­tio­nal­ver­samm­lung über die ge­sam­te Ver­fas­sungs­än­de­rung steht noch aus. Da­nach muss der Se­nat dar­über be­ra­ten. Wenn bei­de Par­la­ments­kam­mern sich auf ei­ne ge­mein­sa­me Ver­si­on ver­stän­digt ha­ben, gibt es noch ei­ne wei­te­re Hür­de: die Zu­stim­mung ei­ner Volkssab­stim­mung oder ei­ner Drei-Fünf­tel-Mehr­heit des Ge­samt­par­la­ments. Da­mit ist nicht vor 2019 zu rech­nen. (red)

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