Das Lei­den des Je­an-Clau­de Juncker

Der Auf­tritt des EU-Kom­mis­si­ons­prä­si­den­ten in Brüssel wirft die Fra­ge auf: Ist er noch fit fürs Amt?

Zürcher Unterländer - - Ausland -

Nach al­lem, was pas­siert war, konn­te Je­an-Clau­de Juncker nicht so tun, als sei al­les wie­der gut. Und so liess er am Frei­tag über sei­nen Spre­cher aus­rich­ten, dass er sich bei Mark Rut­te und An­tó­nio Cos­ta be­dan­ken wol­le, ihm wäh­rend die­ses «schmerz­haf­ten Mo­ments» ge­hol­fen zu ha­ben. Der nie­der­län­di­sche Mi­nis­ter­prä­si­dent und der por­tu­gie­si­sche Pre­mier hat­ten ihn am Mitt­woch­abend vor dem Ga­lad­in­ner des Na­to-Gip­fels im Brüs­se­ler Ju­bel­park ge­stützt, als es ihm sicht­lich schlecht ging. Auf Vi­deo­auf­nah­men sieht man den Kom­mis­si­ons­prä­si­den­ten mi­nu­ten­lang schwan­kend, meh­re­re Staats- und Re­gie­rungs­chefs grif­fen ihm un­ter die Ar­me. Spä­ter muss­te Juncker in ei­nem Roll­stuhl ge­scho­ben wer­den.

Zu­nächst woll­te die EU-Kom­mis­si­on sich nicht da­zu äus­sern. Nur so viel: «Es wä­re nicht an­ge­mes­sen, ir­gend­wel­che ge­sund­heit­li­chen Pro­ble­me öf­fent­lich zu dis­ku­tie­ren.» Doch als die Auf­nah­men des wan­ken­den Prä­si­den­ten in den so­zia­len Netz­wer­ken im­mer häu­fi­ger ge­teilt und teils hä­misch kom­men­tiert wur­den, re­agier­te die Kom­mis­si­on und er­klär­te das Auf­tre­ten ih­res Chefs. Juncker selbst ha­be schon häu­fi­ger auf sei­ne Rü­cken­pro­ble­me ver­wie­sen, die ihm das Ge­hen er­schwer­ten, hiess es von­sei­ten der Be­hör­de. Rund um das Din­ner des Na­to-Gip­fels sei er von ei­ner «be­son­ders schmerz­haf­ten Is­chi­as-Atta­cke» ge­plagt wor­den. Am Tag da­nach sei es wie­der bes­ser ge­wor­den, der Prä­si­dent ha­be sein vol­les Pro­gramm ab­sol­viert. «Er wird wei­ter hart ar­bei­ten», sag­te sein Spre­cher. Wo­mit man zur ent­schei­den­den Fra­ge kommt: Ist der 63-Jäh­ri­ge an­ge­sichts sei­nes Ge­sund­heits­zu­stands noch in der La­ge, sein Amt aus­zu­üben? Sei­ne Be­hör­de gab sich am Frei­tag al­le Mü­he, das mit ei­nem kla­ren Ja zu be­ant­wor­ten. Kom­men­de Wo­che rei­se Juncker nach Peking, dann wei­ter nach To­kio und Ma­drid. Am 25. Ju­li wer­de er von Do­nald Trump im Weissen Haus er­war­tet. Dem US-Prä­si­den­ten dürf­ten Junckers Lei­den nicht ent­gan­gen sein – er war ja beim Din­ner in Brüssel da­bei.

«Bin nicht be­trun­ken»

Es ist nicht das ers­te Mal, dass Junckers ge­sund­heit­li­che

Fo­to: Keysto­ne

Von Is­chi­as-Atta­cken ge­plagt: Je­an-Clau­de Juncker

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