Tau­cher im Thur­gau

Der EHC Klo­ten ver­liert in der Swiss Le­ague 0:3 und zum drit­ten Mal in Fol­ge.

Zürcher Unterländer - - Vorderseite - Ro­land Jauch

Drei Sie­ge zum Auf­takt in die zweit­höchs­te Li­ga – Klo­ten war nach den Par­ti­en ge­gen Win­ter­thur, Thur­gau und die EVZ Aca­de­my an der Ta­bel­len­spit­ze ge­stan­den. Drei Nie­der­la­gen in Fol­ge ha­ben die Klo­te­ner hart auf dem Bo­den der Rea­li­tät auf­schla­gen las­sen. Dass die Lan­dung so hart wur­de, ha­ben sie sich zu ei­nem gros­sen Teil selbst zu­zu­schrei­ben. Denn sie ver­pass­ten es, aus den ers­ten drei Sie­gen die Leh­ren zu zie­hen. Sie lies­sen sich vom Schlen­dri­an lei­ten, der sie in die höchst är­ger­li­che Nie­der­la­ge ge­gen Lan­gen­thal führ­te.

Und seit­her geht (fast) gar nichts mehr. Ge­gen La Chaux-deFonds patz­te Tor­hü­ter Bern­har­dStark­baum und tra­fen die Stür­mer nur noch ein­mal ins Tor. Ge­gen den HC Thur­gau nun blieb der EHC oh­ne Tref­fer.

Freis 1:0

Ge­gen je­ne Mann­schaft, die er zwei­mal in der Vor­be­rei­tung und ein­mal in der Meis­ter­schaft ge­schla­gen hat­te. Im­mer nach dem glei­chen Sche­ma: Die Thur­gau­er gin­gen in Füh­rung, Klo­ten sieg­te.

Ges­tern pass­te nur der ers­te Teil. Dass der Tref­fer nach 128 Se­kun­den durch Lars Frei er­zielt wur­de, weck­te Er­in­ne­run­gen. Denn da war doch was ge­we­sen? Rich­tig. Am 25. April 2018, am Tag, als Klo­ten ab­stei­gen muss­te, er­ziel­te Frei für die SCRJ La­kers in der Swiss-Are­na das 1:0. Sein Team sieg­te in der Ver­län­ge­rung und fei­er­te den Auf­stieg.

Dass er auch ges­tern am Ur­sprung ei­ner Klo­te­ner Nie­der­la­ge ste­hen wür­de, hat­te nie­mand ge­dacht. Auch die Thur­gau­er war­te­ten auf die Klo­te­ner Of­fen­si­ve, auf das Klo­te­ner Tem­po­spiel, auf den Klo­te­ner Druck.

Zu ih­rem Glück muss­ten sie bei­na­he ver­ge­bens war­ten. Die Klo­te­ner Be­mü­hun­gen wa­ren zwar da, aber es sah nicht vie­les dy­na­misch und über­zeugt vor­ge­tra­gen aus. Die Pass­qua­li­tät war be­schei­den, und so ist es na­tür­lich schwer, mit Tem­po Rich­tung geg­ne­ri­sches Tor zu kom­men.

Dass Klo­ten in die­sen 60 Mi­nu­ten nur gera­de ein­mal ein Po­wer­play ver­su­chen durf­te, sagt auch et­was über die Leis­tung aus. Die Thur­gau­er muss­ten viel we­ni­ger als in den Par­ti­en zu­vor zu Fouls grei­fen, um den Geg­ner zu stop­pen.

«Es ist bru­tal, wie viel Dreck wir zur­zeit fres­sen müs­sen», fass­te Coach An­dré Rö­the­li zu­sam­men. Er wuss­te ja, dass sich sein Team in ei­ner schwie­ri­gen Fin­dungs­si­tua­ti­on be­fin­det. «Aber uns ge­lang wirk­lich fast nichts. Das pas­siert, wenn man in ei­ner kri­ti­schen Si­tua­ti­on ist. Da müs­sen wir durch. Und viel bes­ser raus­kom­men.»

Der Coach ist nicht gera­de nicht be­un­ru­higt, aber doch ge­fasst. Er sel­ber hat sol­che Pha­sen schon mehr­mals durch­ge­macht. «Wir müs­sen un­be­dingt mehr Druck aufs geg­ne­ri­sche Tor erzeugen, viel mehr Schei­ben dort­hin brin­gen. In ei­ner sol­chen Si­tua­ti­on muss man den Puck über die Li­nie wür­gen.»

Star­ker Sei­fert

Er weiss schon jetzt: Das Spiel am Sonn­tag ge­gen Win­ter­thur wird kein Le­cker­bis­sen, «das wird ein Hor­ror­match», sagt er. Den Klo­ten ein­fach ir­gend­wie ge­win­nen muss. Wer dann im Tor ste­hen wird, ist noch nicht klar. An­drin Sei­fert, der ges­tern sei­nen ers­ten Match ab­sol­vier­te, war stark. Dort liegt das Klo­te­ner Pro­blem nicht. Es liegt im Spiel nach vor­ne, in der Klar­li­nig­keit.

Die ers­te Li­nie hat – viel­leicht auch durch die Über­be­las­tung, die kam, weil an­de­re For­ma­tio­nen nicht tra­fen – an Schwung ein­ge­büsst. Ryan MacMur­chy hat nun schon vier Spie­le nicht ge­trof­fen, ges­tern hat­te er im Prin­zip nur ei­ne gu­te Tor­chan­ce.

Aber das gilt für die gan­ze Equi­pe. Die Mög­lich­kei­ten, ein Tor zu er­zie­len, wa­ren äus­serst rar – trotz mehr Spiel­an­tei­len. Rö­the­li ver­such­te, mit Um­stel­lun­gen im zwei­ten Drit­tel mehr Schwung hin­ein­zu­brin­gen – es än­der­te we­nig.

Fo­to: Heinz Die­ner

Dem Klo­te­ner Chef­trai­ner An­dré Rö­the­li gibt die Leis­tung sei­ner Mann­schaft bei der drit­ten Nie­der­la­ge in Se­rie sicht­bar zu den­ken.

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