«Kli­ma­zie­le sind ei­ne Il­lu­si­on»

Zürcher Unterländer - - Forum - Jürg Frey, Teu­fen

Zu «Ein hal­bes Grad mehr ist zu viel» Aus­ga­be vom 8. Ok­to­ber Es gibt vie­le Be­grün­dun­gen für die­se Il­lu­si­on. Es be­ginnt da­mit, dass Um­welt­schutz und CO2Zie­le noch im­mer auf Ei­gen­ver­ant­wor­tung ba­sie­ren, so will es die Po­li­tik. Bei den Fahr­zeu­gen sind im­mer noch aus­ge­rech­net die Up­per­class in Form von SUV an der Spit­ze der Ver­kaufs­zah­len. Al­lei­ne in der Er­war­tung an die Po­li­tik, dass ir­gend­wann er­zwun­ge­ner­mas­sen Al­ter­na­tiv­fahr­zeu­ge Pflicht werden, wä­re dies zu­min­dest an­ge­bracht für je­des Zweit­fahr­zeug und wei­te­re in ei­nem Haus­halt. In un­se­rem Mehr­fa­mi­li­en­haus steht noch ei­ne 20 Jah­re al­te Öl­hei­zung, die be­stimmt nicht ak­tu­el­len Stan­dards ent­spricht be­tref­fend Luf­t­rein­hal­te­ver­ord­nung. Ge­plant ist aber ge­mäss letz­ter Ei­gen­tü­mer­ver­samm­lung wie­der per Mehr­heits­be­schluss der Ein­bau ei­ner Öl­hei­zung – da wa­ren mei­ne Be­mü­hun­gen um Al­ter­na­tiv­of­fer­ten und Be­su­che von Vor­trags­rei­hen wohl ver­ge­be­ne Lie­bes­müh. Er­schwe­rend kommt hin­zu, dass sich vie­le Ge­mein­den mit Al­ter­na­ti­ven in Form von So­lar-, sprich neu­es­ten Fo­to­vol­ta­ik­pro­jek­ten schwer tun, al­len vor­an, wenn es um die hei­li­ge Kuh, die Kern­zo­nen, geht. Die um­welt­zu­stän­di­ge Bun­des­rä­tin hat mei­nen Brief kurz und bün­dig be­ant­wor­tet: zu­stän­dig sei­en die Ge­mein­den und Kan­to­ne. Dan­ke­schön! Und ne­ben­bei der zu­neh­men­de Luft­ver­kehr – flie­gen ist bil­lig wie nie und ent­spre­chend oft wird die­ses Ver­kehrs­mit­tel auch ge­nutzt. Das Aus­bau­pro­jekt Flug­ha­fen spricht auch hier ei­ne ei­ge­ne Spra­che. Nächs­tes Pro­blem, Schif­fe, welche mit Schwer­öl auf den Welt­mee­ren rum­kur­ven, ob­wohl, fai­rer­wei­se ge­sagt, ei­ni­ge Ree­de­rei­en mit Fil­tern den CO2Pro­ble­men zu Lei­be rü­cken. Was mich aber am meis­ten nervt an der Ge­schich­te, ist, dass wir glau­ben, dass mit der Ent­wick­lung um­welt­freund­li­che­rer Fahr­zeu­ge – der Die­selskan­dal lässt grüs­sen – ein gros­ser Bei­trag zur Er­rei­chung der Um­welt­zie­le ge­setzt sei. Nichts da! Die al­ten Fahr­zeu­ge werden nach Os­ten oder nach Afri­ka ver­schifft, wo sie wohl noch Jahr­zehn­te ih­ren Dreck aus­stos­sen, zu­sätz­lich zur Ab­hol­zung von Ur­wald und Re­gen­wald zu­guns­ten teu­rer Mö­bel oder auch als Platz­hal­ter für Palm­plan­ta­gen. Wie will die Welt­kli­ma­po­li­tik Län­dern mit solch kor­rup­ten Sys­te­men vor­schrei­ben, dass nun al­les ei­nen an­de­ren Weg ge­hen muss? Und su­chen Sie mal nach ei­ner Mar­ga­ri­ne oh­ne Palm­öl in den In­halts­an­ga­ben. Na denn, pa­cken wir die +2 Grad Tem­pe­ra­tur­ab­wei­chung an – vol­ler Zu­ver­sicht und Hoff­nung, mö­ge es ge­lin­gen. In dem Sin­ne, lie­be Leu­te: Gut Kli­ma!

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