Ver­hül­lung soll ver­bo­ten werden

Der Re­gie­rungs­rat for­dert ein all­ge­mei­nes Ver­mum­mungs­ver­bot. Die Volks­in­itia­ti­ve «Ja zum Ver­hül­lungs­ver­bot» und den Ge­gen­vor­schlag lehnt er in der Ver­nehm­las­sung aber ab.

Zürcher Unterländer - - Zürich - Pag

Der Zürcher Re­gie­rungs­rat will, dass ein neu­er Ge­gen­vor­schlag zur eid­ge­nös­si­schen Volks­in­itia­ti­ve «Ja zum Ver­hül­lungs­ver­bot» aus­ge­ar­bei­tet wird. Die­ser soll ein all­ge­mei­nes Ver­mum­mungs­ver­bot ent­hal­ten. Und Re­geln für den Fall, dass man sich nicht dar­an hält. Das schreibt der Re­gie­rungs­rat in ei­ner Ver­nehm­las­sungs­ant­wort an den Bun­des­rat.

«Im so­zia­len Um­gang mit an­de­ren Men­schen ist es in der Schweiz üb­lich, das Ge­sicht zu zei­gen», be­grün­det der Re­gie­rungs­rat sei­ne For­de­rung. Und: «In ei­ner li­be­ra­len, auf rechts­staat­li­chen Grund­prin­zi­pi­en wie Gleich­heit und Gleich­be­rech­ti­gung be­ru­hen­den Ge­sell­schaft kön­nen Voll­ver­hül­lun­gen im öf­fent­li­chen Raum nicht hin­ge­nom­men werden.» An­ders als die Initi­an­ten will der Re­gie­rungs­rat das Pro­blem aber auf Ge­set­zesund nicht auf Ver­fas­sungs­ebe­ne lö­sen. Dort sei­en die Be­stim­mun­gen am fal­schen Ort.

Vor­schlä­ge brin­gen nichts

Die Volks­in­itia­ti­ve brin­ge zu­dem «kei­nen zu­sätz­li­chen Nut­zen für die öf­fent­li­che Si­cher­heit und Ord­nung». Von den we­ni­gen ver­hüll­ten Frau­en, die in der Schweiz le­ben wür­den, ge­he kei­ne grös­se­re Ge­fahr für die öf­fent­li­che Si­cher­heit und Ord­nung aus als von an­de­ren in der Schweiz wohn­haf­ten Frau­en. An­ders se­he das bei den ver­mumm­ten und ge­walt­be­rei­ten Hoo­li­gans aus. Auf die­ses Pro­blem ha­be der Kan­ton Zü­rich aber be­reits re­agiert.

Auch vom Ge­gen­vor­schlag des Bun­des­rats er­war­tet der Re­gie­rungs­rat «kei­nen Mehr­wert». Die­ser sieht vor, dass im neu­en Bun­des­ge­setz ei­ne Pflicht zur Ent­hül­lung des Ge­sichts ge­schaf­fen wird, wenn das Bun­des­recht die Iden­ti­fi­zie­rung ei­ner Per­son vor­schreibt. Auf kan­to­na­ler Ebe­ne wä­re dies et­wa bei Grenzkontrollen am Flug­ha­fen der Fall, wie der Re­gie­rungs­rat schreibt. Gera­de in sol­chen Fäl­len ge­be es in der Pra­xis aber kaum je Pro­ble­me. Und falls doch, kön­ne man auf­grund des gel­ten­den Rechts be­reits da­mit um­ge­hen.

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