Mit neu­en Kräf­ten und gu­ten Ner­ven an­grei­fen

Zürcher Unterländer - - Sport - Pe­ter Weiss

Nach dem erst­ma­li­gen Li­ga­er­halt auf zweit­höchs­ter Stu­fe stre­ben Zü­ri Un­ter­lands Frau­en in der neu­en NLB-Sai­son ei­nen Platz in der Fi­nal­run­de an. Ihr Start­spiel heu­te Sams­tag in Lu­zern könn­te ein Grad­mes­ser da­für sein, ob es heu­er da­für rei­chen könn­te.

Mit je sechs Ab- und Zu­gän­gen ist es im Ka­der des Teams, das sich am En­de ei­ner lan­gen Sai­son mit Hö­hen und Tie­fen im ver­gan­ge­nen April zum ers­ten Mal in der Ge­schich­te des 2004 fu­sio­nier­ten Ver­eins den Ver­bleib in der NLB der Frau­en gesichert hat­te, zu ähn­lich vie­len Ve­rän­de­run­gen ge­kom­men wie vor der ver­gan­ge­nen Spiel­zeit. Klub­prä­si­dent Va­si Kout­so­gi­an­na­kis, als Trai­ner ge­mein­sam mit Phil­ipp Hä­ring, Tho­mas Schmid­li und neu auch mit der als Spie­le­rin zu­rück­ge­tre­te­nen, lang­jäh­ri­gen Ca­pi­tai­ne Mir­jam Fess­ler für Zü­ri Un­ter­lands Frau­en ver­ant­wort­lich, ist von den Neu­en über­zeugt. «Sie ha­ben sich al­le schon sehr gut ins Team ein­ge­fun­den; es har­mo­niert auch mensch­lich schon sehr gut», be­rich­tet er, «und sie ha­ben un­ser Ni­veau deut­lich an­ge­ho­ben.» Die Ab­gän­ge sei­en so mehr als nur kom­pen­siert wor­den. «Ich kann mich nicht dar­an er­in­nern, je­mals ein so star­kes Frau­en-Team in der Ru­e­bis­bach­hal­le trai­niert zu ha­ben», schwärmt Kout­so­gi­an­na­kis.

Doch nicht nur das Po­ten­zi­al der sechs Neu­en nährt sei­ne Zu­ver­sicht: «Al­le, die ge­blie­ben sind, ha­ben sich im Lau­fe der letz­ten Sai­son ans NLB-Ni­veau an­ge­passt, und dass sie am En­de trotz der lan­gen Nie­der­la­gen­se­rie wäh­rend der Qua­li­fi­ka­ti­on den Li­ga­er­halt ge­schafft ha­ben, hat sie auch men­tal stär­ker ge­macht.» Zu­sätz­li­ches Selbst­ver­trau­en dürf­te der U-23-Schwei­zer-Meis­ter-Ti­tel ver­lei­hen, den das Gros des Frau­en-Fa­ni­onteams am Fi­nal­tur­nier von En­de April in Du­el­len ge­gen die Nach­wuchs-Equi­pen von NLA-Ver­ei­nen er­run­gen hat. «Auch letz­tes Jahr hat­te das Team ja ein gros­ses Po­ten­zi­al – nach den knap­pen Nie­der­la­gen am An­fang hat es dann aber ein men­ta­les Pro­blem be­kom­men», führt Kout­so­gi­an­na­kis aus, «am Kön­nen hat es nicht ge­fehlt, wie man spä­tes­tens an der Schwei­zer Meis­ter­schaft ge­se­hen hat.» Ne­ben dem er­höh­ten Selbst­ver­trau­en und der grös­se­ren Er­fah­rung der noch im­mer jun­gen bis­he­ri­gen Un­ter­lan­dSpie­le­rin­nen könn­te die Rou­ti­ne der drei NLA-er­fah­re­nen Neu­en heu­er ver­hin­dern, dass das Team er­neut in ei­ne Ne­ga­tiv­spi­ra­le ge­rät. Mit­te­spie­le­rin Ve­ra Caluo­ri, Pas­seu­rin Ro­xa­na Wen­ger so­wie Aus­sen­an­grei­fe­rin und Ex-Na­tio­nal­spie­le­rin Léa Mon­ta­von mach­ten Zü­ri Un­ter­land auch men­tal sta­bi­ler, schätzt Kout­so­gi­an­na­kis.

Aus­ge­gli­che­nes Ka­der

Ne­ben den drei ar­ri­vier­ten Spie­le­rin­nen sind mit Pas­seu­rin Fa­bia Wü­th­rich so­wie Aus­sen­an­grei­fe­rin Li­sa von Arx zwei klub­ei­ge­ne Ju­nio­rin­nen in Zü­ri Un­ter­lands Fa­ni­onteam ge­kom­men – und als letz­ter Neu­zu­zug die erst 14-jäh­ri­ge Sin­di Mi­co aus der Nach­wuchs-Ab­tei­lung des Se­ri­en­meis­ters Vo­le­ro Zü­rich. Die am­tie­ren­de U-15-Schwei­zer-Meis­te­rin im Beach­vol­ley­ball «ist sehr ta­len­tiert, gross, sprung­kräf­tig und hat ein gu­tes Spiel­ver­ständ­nis», lobt Va­si Kout­so­gi­an­na­kis.

In den rund sechs Wo­chen in­ten­si­ver Vor­be­rei­tungs­zeit, die un­ter an­de­rem auch zwei vier­tä­gi­ge Trai­nings­la­ger in Va­re­se und Da­vos um­fass­te, ha­ben der Klo­te­ner und sei­ne Trai­ner­kol­le­gen vie­le gu­te Ein­drü­cke und Zu­ver­sicht be­kom­men – aber noch kei­nen fes­ten Plan ei­ner Stam­mSechs ent­wi­ckelt. «Die wird es so auch nicht ge­ben», ver­rät Kout­so­gi­an­na­kis, «ers­tens, weil wir die Auf­stel­lung leicht an den je­wei­li­gen Geg­ner an­pas­sen werden, und zwei­tens, weil das Team so aus­ge­gli­chen be­setzt ist wie nie zu­vor.» Die Trai­nings­par­ti­en mit sechs ge­gen sechs Spie­le­rin­nen sei­en stets sehr aus­ge­gli­chen ver­lau­fen, nie ha­be man vor­her­se­hen kön­nen, wer ge­win­ne.

Da al­le Un­ter­land-Ak­teu­rin­nen die Vor­be­rei­tung kom­plett ab­sol­viert und oh­ne Bles­su­ren über­stan­den ha­ben, ha­ben Kout­so­gi­an­na­kis und Co. im Start­spiel in Lu­zern so­mit die – durch­aus ge­woll­te – Qu­al der Wahl. Den Auf­takt­geg­ner stuft der 34-Jäh­ri­ge nach Ab­gän­gen schwä­cher ein als im Vor­jahr: «Lu­zern ist ein Geg­ner, den wir pa­cken müs­sen, wenn wir in die Fi­nal­run­de ein­zie­hen wol­len. Und das muss die­ses Jahr, mit dem star­ken Team, un­ser Ziel sein.»

Fo­to: Leo Wy­den

Zü­ri Un­ter­lands Frau­en­team und ih­re Trai­ner wol­len heu­er nicht erst in der Ab­stiegs­run­de zum Freu­den­tänz­chen an­set­zen.

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