Den Vo­gel­zug be­ob­ach­tet

Zürcher Unterländer - - Dorfleben - red

NVB BACHSERTAL Der NVB Bachsertal und der Na­tur­schutz­bund (Na­bu) Walds­hut ha­ben zum 25. Mal zum Na­tur­spek­ta­kel auf den Wan­nen­berg ob Ber­gö­schin­gen (D) ein­ge­la­den. Die vie­len Na­tur­in­ter­es­sier­ten ge­nos­sen von dort aus die schö­nen Aus­bli­cke ins Zürcher Un­ter­land und in den süd­ba­di­schen Raum.

An ei­nem Be­ob­ach­tungs­stand er­klär­ten Fach­leu­te den Vo­gel­zug und ga­ben vie­le in­ter­es­san­te Fakten zu den ein­zel­nen Ar­ten und de­ren Zu­g­rou­ten be­kannt. Die An­zahl der be­ob­ach­te­ten Zug­vö­gel wur­de fest­ge­hal­ten und an­schlies­send schweiz- und eu­ro­pa­weit er­fasst. Die über 140 Be­su­cher konn­ten 1884 Zug­vö­gel in 27 Ar­ten zäh­len. Häu­figs­te Vo­gel­ar­ten wa­ren die Buch­fin­ken mit 847 In­di­vi­du­en. Auch Ar­ten der Ro­ten Lis­te wur­den ge­sich­tet: 120 Wie­sen­pie­per, 27 Hei­de­ler­chen und so­gar ein Fi­sch­ad­ler über­flog den Wan­nen­berg.

In­ter­es­sant war auch, zu ver­neh­men, dass ei­ne Küs­ten­see­schwal­be je­des Jahr rund 35 000 Ki­lo­me­ter zu­rück­legt. Ein sol­cher be­ring­ter Vo­gel wur­de 15 Jah­re alt. Sei­ne Flug­bahn konn­te we­gen der Be­rin­gung ver­folgt werden. Der Vo­gel hat in 15 Jah­ren rund 450000 Ki­lo­me­ter zu­rück­ge­legt. Das kom­men­tier­te ei­ne Be­su­che­rin spon­tan mit: «Mit den­sel­ben Ge­len­ken, oh­ne Me­di­ka­men­te und Do­ping!»

Wind­kraft statt Mais

Zum The­ma er­neu­er­ba­re En­er­gi­en in­for­mier­te Hau­ke Schnei­der vom Na­bu. «Mit der heu­ti­gen Tech­no­lo­gie ist es mög­lich, 30 bis 60 Pro­zent der Ener­gie vor Ort zu pro­du­zie­ren», hielt er fest. «Erzeugen kön­nen wir die­se Ener­gie in den Or­ten mit So­lar­an­la­gen und Wind­kraft­an­la­gen.» Die So­lar­ener­gie wird von der Be­völ­ke­rung ak­zep­tiert. Ge­gen die Wind­kraft­an­la­gen wer­de noch oft op­po­niert. Hau­ke Schnei­der ver­gleicht die Leis­tun­gen ei­ner Wind­kraft­an­la­ge mit ei­ner Bio­gas­an­la­ge. Wäh­rend für die Bio­gas­an­la­ge rund 100 Hekt­aren Mais not­wen­dig sind, braucht es für die glei­che Men­ge Ener­gie et­wa drei Wind­kraft­an­la­gen. Die­se werden heu­te so be­trie­ben, dass wäh­rend der Ak­ti­vi­tät der Fle­der­mäu­se die Ro­to­ren ru­hen. Im Wei­tern stellt Hau­ke Schnei­der fest, dass auch die Vö­gel da­zu­ler­nen und sich den neu­en Tech­no­lo­gi­en an­pas­sen. Als Bei­spiel wies er auf An­la­gen in Spa­ni­en hin, welche von den Vö­geln ge­mie­den werden. Zu­dem müss­ten die 100 Hekt­aren Mais als Mo­no­kul­tu­ren an­ge­pflanzt werden und brin­gen für Na­tur- und Vo­gel­welt we­nig.

Die Lei­tung der Zug­vo­gel­be­ob­ach­tung lag in den Hän­den von Am­bros Eh­ren­sper­ger, Prä­si­dent des NVB Bachsertal. Ein­mal mehr hat er sich in den Dienst der Na­tur ge­stellt. Für sei­ne Ver­diens­te für die Na­tur wur­de er kürz­lich mit dem «Gol­de­nen Frosch» aus­ge­zeich­net. Der An­lass dies- und jen­seits des Rheins wur­de durch die Hoch­rhein­kom­mis­si­on un­ter­stützt.

Fo­to: PD

Fritz Hirt ist Mit­in­iti­ant der Vo­gel­zug­be­ob­ach­tung. In­ter­es­siert fol­gen die An­we­sen­den sei­nen Er­läu­te­run­gen.

Newspapers in German

Newspapers from Switzerland

© PressReader. All rights reserved.