Kan­ton treibt Glat­tal­bahn vor­an

Der Re­gie­rungs­rat macht vor­wärts in Sa­chen Glat­tal­bahn-Ver­län­ge­rung. Er hat 5,7 Mil­lio­nen Fran­ken für das Pla­nen der Stre­cke durch die Stadt Klo­ten bis an die Gren­ze Bas­sers­dorfs ge­spro­chen.

Zürcher Unterländer - - Vorderseite - Fa­bi­an Bol­ler

soll die Glat­tal­bahn vom Flug­ha­fen quer durch die Stadt Klo­ten rol­len und die Pas­sa­gie­re durchs In­dus­trie­ge­biet bis an die Ge­mein­de­gren­ze von Bas­sers­dorf brin­gen. Das ge­naue Pla­nen die­ser Bau­etap­pe kann nun be­gin­nen. Wie der Re­gie­rungs­rat ges­tern be­kannt gab, hat er ei­nen ent­spre­chen­den Kre­dit zur Rea­li­sie­rung ei­nes Vor­pro­jek­tes in der Hö­he von 5,7 Mil­lio­nen Fran­ken be­wil­ligt. Gleich­zei­tig mit dem Tr­amt­ras­see soll auch ein Rad­und Fuss­weg ge­baut wer­den. Im glei­chen Zug will der Kan­ton auch den Alt­bach hoch­was­ser­si­cher ge­stal­ten. Das Ge­wäs­ser ver­Der­einst läuft über wei­te Tei­le ent­lang der vor­ge­se­he­nen Stre­cken­füh­rung.

Bund soll mit­fi­nan­zie­ren

Der Bund hat in die­sem Früh­ling der Glat­tal­bahn-Er­wei­te­rung im Zu­sam­men­hang mit dem Agglo­me­ra­ti­ons­pro­gramm die Prio­ri­tät ent­zo­gen. Dies hält den Kan­ton aber nicht da­von ab, das Pro­jekt vor­an­zu­trei­ben. «Wir neh­men die Be­dürf­nis­se der Stadt Klo­ten und der Re­gi­on Glat­tal ernst», sagt Volks­wirt­schafts­di­rek­to­rin Car­men Wal­ker Späh (FDP). Sie sei si­cher, dass man mit dem Bun­des­rat in der An­ge­le­gen­heit ei­nen ge­mein­sa­men Nen­ner fin­den wer­de. Ei­ne Mit­fi­nan­zie­rung durch den Bund sei nach wie vor das Ziel. Die Kos­ten für die Tram­stre­cke schätzt der Kan­ton auf 180 Mil­lio­nen Fran­ken, der Rad- und Fuss­weg soll 50 Mil­lio­nen Fran­ken kos­ten und der Hoch­was­ser­schutz schlägt mit 70 Mil­lio­nen Fran­ken zu Bu­che.

Ers­te Pro­gno­sen ge­hen auf dem neu­en Ab­schnitt von 7000 Pas­sa­gie­ren pro Tag aus. Aus­ge­ar­bei­tet wird das Vor­pro­jekt von den Ver­kehrs­be­trie­ben Glat­tal (VBG). En­de 2019 soll es vor­lie­gen. Da­nach kann dem Kan­tons­rat ein tat­säch­li­ches Bau­pro­jekt vor­ge­legt wer­den. Im Fal­le ei­nes Re­fe­ren­dums wür­de das Volk am En­de ent­schei­den. Mit dem Bau könn­te 2024 be­gon­nen wer­den und die Bahn wür­de 2027 den Be­trieb auf­neh­men.

Mit dem Tram vom Flug­ha­fen nach Bas­sers­dorf ins Gr­in­del fah­ren und dort ei­ne Par­tie Mi­ni­golf spie­len – das soll in Zu­kunft mög­lich sein. Der Re­gie­rungs­rat hat 5,7 Mil­lio­nen Fran­ken ge­spro­chen, um ein Vor­pro­jekt zur Ver­län­ge­rung der Glat­tal­bahn­li­nie durch Klo­ten bis an die Bas­sers­dor­fer Ge­mein­de­gren­ze zu er­ar­bei­ten. Na­tür­lich geht es da­bei nicht um Mi­ni­golf. Im Klo­te­ner In­dus­trie­ge­biert ent­lang der St­ein­acker­stras­se soll ein boo­men­des Quar­tier ent­ste­hen – ähn­lich wie ent­lang der be­reits be­ste­hen­den Glat­tal­bahn im Glatt­park und in Düben­dorf.

An­ge­strebt wird ge­mäss kan­to­na­ler Raum­pla­nung ei­ne «Mi­sch­nut­zung». Das heisst, wo heu­te nur La­ger­hal­len oder Au­to­ga­ra­gen ste­hen, soll in Zu­kunft auch ge­wohnt wer­den. Der Klo­te­ner Stadt­rat be­ab­sich­tigt, gar ein grös­se­res Grund­stück in dem Ge­biet zu kau­fen, um über des­sen künf­ti­ge Ver­wer­tung mit­be­stim­men zu kön­nen. 4500 neue Ein­woh­ner und 7000 Ar­beits­plät­ze soll die Trans­for­ma­ti­on des Ge­biets St­ein­acker der Stadt Klo­ten in den nächs­ten 20 bis 30 Jah­ren be­sche­ren. «Oh­ne die Er­wei­te­rung der Glat­tal­bahn ist das nicht mög­lich», sagt Klo­tens Stadt­prä­si­dent Re­né Hu­ber. Er ist hoch­er­freut dar­über, dass der Re­gie­rungs­rat vor­wärts­macht. «End­lich kön­nen wir den Schild­bür­ger­streich be­en­den, dass das Tram kurz vor un­se­rem Stadt­zen­trum kehrt­macht», sagt er.

Wen­de­schlau­fe im Gr­in­del

Die ge­plan­te Stre­cken­füh­rung sieht vor, dass nach der heu­ti­gen End­sta­ti­on Fracht am Flug­ha­fen die Au­to­bahn A 51 mit ei­nem Via­dukt über­quert wird. Da­nach quert das Tras­see die Obst­gar­ten­stras­se und ver­läuft ent­lang des Alt­ba­ches in Rich­tung Stadt­haus und In­dus­trie­stras­se. Dann führt es wei­ter in die St­ein­acker­stras­se und en­det nach rund drein­halb Ki­lo­me­tern und vor­aus­sicht­lich sechs Hal­te­stel­len an der Ge­mein­de­gren­ze von Bas­sers­dorf mit ei­ner Wen­de­schlau­fe im Gr­in­del. Nach dem Via­dukt ver­läuft das Tras­see durch­ge­hend ober­ir­disch. «Tun­nels oder wei­te­re gros­se Brü­cken sind nicht vor­ge­se­hen», sagt Ka­trin Piaz­za, Me­dien­spre­che­rin der Ver­kehrs­be­trie­be Glat­tal (VBG).

Ei­ne Li­ni­en­füh­rung über die Kreu­zung Wil­der Mann und die Dorf­stras­se sei eben­falls er­wo­gen, aber ver­wor­fen wor­den. Auf­grund des ho­hen Ver­kehrs­auf­kom­mens auf der Ver­zwei­gung sei es nicht mög­lich, das Tram auch noch über die Kreu­zung fah­ren zu las­sen, er­klärt Piaz­za. Die ge­nau­en Stand­or­te für die Hal­te­stel­len sei­en noch nicht end­gül­tig fest­ge­legt.

Bach wird re­na­tu­riert

Gleich­zei­tig zum Tram soll Klo­ten auch ei­nen Rad- und Fuss­gän­ger­weg er­hal­ten, wel­cher den Flug­ha­fen, das Stadt­zen­trum und das Ge­biet St­ein­acker ver­bin­det. Auch dar­über freut sich Hu­ber. «Der Bau des Rad­we­ges hät­te schon lan­ge rea­li­siert wer­den müs­sen, nun rückt er end­lich nä­her.» Eben­falls Teil des Pa­kets ist der Bau ei­nes Hoch­was­ser­ent­las­tungs­ka­nals für den Alt­bach. Das Ge­wäs­ser ver­läuft teil­wei­se ent­lang der ge­plan­ten Tram­stre­cke. Laut dem Kan­ton stellt der Bach bei Hoch­was­ser ei­ne gros­se Ge­fahr für die Stadt und den Flug­ha­fen dar. Der Bau ei­nes un­ter­ir­di­schen Ka­nals par­al­lel zum Bach­bett wür­de nicht nur für mehr Si­cher­heit sor­gen. Es wür­de eben­falls mög­lich, das Ge­wäs­ser zu re­na­tu­rie­ren. So hät­ten die Tram­pas­sa­gie­re bei der Fahrt zum Mi­ni­golf auch noch ei­ne schö­ne Aus­sicht.

Fo­to: VBG

So könn­te ein der sechs ge­plan­ten Hal­te­stel­len in Klo­ten ge­mäss den Ver­kehrs­be­trie­ben Glat­tal un­ge­fähr aus­se­hen.

Quel­le: ©swis­s­to­po (JM100004), Gra­fik: da

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