Der Cir­cle schiesst in die Hö­he

Zürcher Unterländer - - Vorderseite - Ma­nu­el Na­var­ro

Über 300 Ar­bei­ter sind auf der gröss­ten Bau­stel­le der Schweiz da­mit be­schäf­tigt, den Cir­cle am Flug­ha­fen zu voll­enden. In­zwi­schen ha­ben drei der sechs Ge­bäu­de ih­re de­fi­ni­ti­ve Hö­he er­reicht, nächs­tes Jahr folgt der In­nen­aus­bau. Er­öff­net wer­den soll der Cir­cle im ers­ten Halb­jahr 2020.

Der Bau des Cir­cle schrei­tet zü­gig vor­an. Zwar sieht man der­zeit auf­grund ei­ner Schutz­wand aus Stahl­trä­gern nicht viel von der Ar­beit auf der gröss­ten Hoch­bau­stel­le der Schweiz, doch ge­mäss Flug­ha­fen ent­wi­ckelt sich der Cir­cle plan­mäs­sig. «Mo­men­tan sind täg­lich über 300 Bau­ar­bei­ter im Ein­satz», sagt Ge­samt­pro­jekt­lei­ter Beat Pa­hud. Noch mehr los sein wird auf dem Ge­biet vor dem But­zen­büel aber nächs­tes Jahr. Dann be­ginnt die pla­ne­risch wahr­haft kniff­li­ge Pha­se: Nach­dem die sie­ben Mo­du­le äus­ser­lich fer­tig­ge­stellt sein wer­den, gilt es rund 2500 Ar­bei­ter zu ko­or­di­nie­ren, die auf dem ge­sam­ten Ge­län­de den In­nen­aus­bau vor­an­trei­ben. Im ers­ten Halb­jahr 2020 soll schliess­lich die Er­öff­nung des Di­enst­leis­tungs­zen­trums ge­fei­ert wer­den.

Zu­vor muss al­ler­dings noch der Roh­bau fer­tig­ge­stellt wer­den, wäh­rend gleich­zei­tig auch die ers­ten Fas­sa­den voll­endet wer­den. Das ist auch der Grund für die graue Schutz­wand, wel­che der­zeit die West­sei­te des Baus um­gibt und die meh­re­re Me­ter über die dar­un­ter­lie­gen­de Stras­se hin­aus­ragt. Die ei­gent­li­che Fas­sa­de liegt zwar ein paar Me­ter hin­ter der Mau­er und wird spä­ter nicht ganz so stark über­hän­gend sein. «Aber die Schutz­wand braucht es jetzt, da­mit wei­ter an die­ser schrä­gen Fas­sa­de nach oben ge­ar­bei­tet wer­den kann und da­mit die dar­un­ter ver­lau­fen­de Stras­se vor even­tu­ell her­un­ter­fal­len­den Bau­tei­len ge­schützt ist.» Ist der Cir­cle erst ein­mal fer­tig, soll den Ver­kehrs­teil­neh­mern kei­ne Ge­fahr durch die über­hän­gen­den Fens­ter dro­hen. Die Glas­fas­sa­de ist näm­lich ein tech­ni­sches Meis­ter­werk. Der Flug­ha­fen hat sich Un­ter­stütz­tung vom La­wi­nen­for­schungs­in­sti­tut Da­vos ge­holt und die Fas­sa­den so glatt kon­zi­piert, dass sich dar­an kei­ne Trop­fen an­sam­meln kön­nen. Das ist vor al­lem des­halb wich­tig, da­mit sich im Win­ter kei­ne Eis­zap­fen bil­den, die dann auf die Stras­se her­un­ter­stür­zen.

Ei­ne Pla­za, klei­ne Gäss­chen in­mit­ten ho­her Ge­bäu­de, im­po­san­te Glas­fas­sa­den: Hin­ter der Schutz­wand vor dem Cir­cle am Flug­ha­fen Zü­rich ent­steht der­zeit nichts we­ni­ger als ein fu­tu­ris­ti­scher Stadt­teil. Nur ein Ge­bäu­de wird et­was spä­ter fer­tig wer­den als der Rest.

Was sich der­zeit auf der Bau­stel­le des Cir­cle am Flug­ha­fen tut, lässt sich von aus­sen nur er­ah­nen. Das zu­künf­ti­ge Di­enst­leis­tungs­zen­trum, des­sen Bau über ei­ne Mil­li­ar­de Schwei­zer Fran­ken kos­tet, wird der­zeit von ei­ner Schutz­wand ver­deckt, die wie al­les an die­sem Pro­jekt ge­wal­tig ist: Un­zäh­li­ge Stahl­trä­ger, rund 40 Me­ter hoch und hun­der­te Ton­nen schwer, schir­men den Cir­cle vor neu­gie­ri­gen Bli­cken ab und schüt­zen die dar­un­ter ver­lau­fen­de Stras­se vor Bau­ele­men­ten, die bei den Ar­bei­ten auf die Stras­se fal­len könn­ten. Hin­ter der Wand zeigt sich je­doch, wie weit das Pro­jekt schon fort­ge­schrit­ten ist. Ein mo­der­ner Stadt­teil mit ei­ner Pla­za, mit Gäss­chen und Sei­ten­stras­sen ist hier im Ent­ste­hen. Die Fas­sa­den las­sen be­reits er­ah­nen, wie gross die Fens­ter an den Ge­bäu­den sein wer­den und was für ein für Schwei­zer Ver­hält­nis­se fu­tu­ris­ti­scher Look da­durch ent­steht. Drei der sechs Ge­bäu­de ha­ben ih­re de­fi­ni­ti­ve Hö­he be­reits er­reicht und auch die meis­ten an­de­ren Bau­ten ha­ben schon deut­lich For­men an­ge­nom­men, an ei­ni­gen Stel­len wer­den so­gar schon die Glas­fas­sa­den mon­tiert. «Die Ar­bei­ten ver­lau­fen ge­mäss Zeit­plan, im ers­ten Halb­jahr 2019 wird der Flug­ha­fen ent­schei­den, wann ge­nau im Som­mer 2020 der Cir­cle er­öff­net wer­den wird», sagt Me­dien­spre­che­rin Raf­fae­la Stel­zer.

Tun­nel macht es kom­pli­ziert

Nur ein Ge­bäu­de hinkt ein we­nig hin­ter­her: Haus 11, das nörd­lichs­te Mo­dul des Cir­cle, wird erst ein we­nig nach der Er­öff­nung in Be­trieb ge­nom­men wer­den. In dem Ge­bäu­de wird der­einst das Ho­tel Hyatt Place 305 Zim­mer an­bie­ten, zu­dem wird Mi­cro­soft dort an­säs­sig sein. Für die Ver­zö­ge­rung gibt es zwei Grün­de. Ers­tens ent­steht am Cir­cle noch ein zwei­tes Ho­tel, das Hyatt Re­gen­cy mit 250 Zim­mern. «Es war stets vor­ge­se­hen, die bei­den Ho­tels mit ins­ge­samt über 500 Zim­mern ge­staf­felt zu er­öff­nen, das macht be­trieb­lich Sinn», er­klärt Beat Pa­hud, Ge­samt­pro­jekt­lei­ter des Cir­cle. Zwei­tens ist der Bau von Haus 11 noch et­was kom­ple­xer als bei den üb­ri­gen Ge­bäu­den. Grund da­für ist der Tun­nel der SBB, wel­cher un­ter dem Ge­bäu­de ver­läuft. Di­rekt über dem Tun­nel be­fin­det sich ein Ent­lüf­tungs­schacht, durch wel­chen die Luft ent­weicht, wel­che die Zü­ge im Tun­nel­rohr vor sich her­schie­ben. «Wir muss­ten das Haus 11 des­halb so kon­zi­pie­ren, dass der dar­un­ter ver­lau­fen­de Tun­nel kom­plett vom Ge­bäu­de ent­kop­pelt ist», führt Stel­zer aus. Des­halb nimmt der Bau im Ver­gleich zu den üb­ri­gen Ge­bäu­den mehr Zeit in An­spruch.

Fo­to: Pa­co Car­ras­co­sa

Ei­ne ge­wal­ti­ge Schutz­wand aus Hun­der­ten Ton­nen Stahl schirmt der­zeit den Bau des Cir­cle ab. Da­hin­ter ent­steht ein kom­plet­ter Stadt­teil.

Fo­tos: Pa­co Car­ras­co­sa

Noch ist der Cirl­ce ei­ne rie­si­ge Bau­stel­le, doch be­reits ver­mit­teln ers­te Fas­sa­den und Ge­bäu­de ei­nen Ein­druck vom Stadt­ge­fühl, wel­ches das Di­enst­leis­tungs­zen­trum er­zeu­gen wird (oben links). Ei­ni­ge Ge­bäu­de ha­ben ih­re de­fi­ni­ti­ve Hö­he be­reits er­reicht, an­de­re wach­sen noch (oben rechts). Im Un­ter­grund wer­den aber der­einst sämt­li­che Bau­ten mit­ein­an­der ver­bun­den sein (un­ten links), auch die gros­se Kon­fe­renz­hal­le (un­ten rechts).

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