Po­li­zei und Po­li­tik ar­bei­ten Streik auf

Im Nach­gang zum Bau­ar­bei­ter­streik be­fas­sen sich die Be­hör­den mit der Brü­cken­blo­cka­de und ei­nem frag­wür­di­gen Schrei­ben.

Zürcher Unterländer - - Zürich - Hz

Die Pro­test­ak­ti­on vom Diens­tag mit ge­gen 2000 strei­ken­den Bau­ar­bei­tern in der Zürcher In­nen­stadt bleibt nicht oh­ne Fol­gen. Der Ge­wer­be­ver­band und zwei Ge­mein­de­rä­te der Stadt Zü­rich ver­lan­gen Auf­klä­rung. In ei­ner dring­li­chen An­fra­ge for­dern Pa­blo Bün­ger (FDP), Chris­toph Mar­ty (SVP) und 32 Mit­un­ter­zeich­ner Er­klä­run­gen zu ei­nem Brief, den die städ­ti­schen Bau­äm­ter an meh­re­re Un­ter­neh­men ver­schickt ha­ben. Dar­in rie­fen sie die Fir­men im Vor­feld der De­mons­tra­ti­on da­zu auf, den Bau­ar­bei­tern am Streik­tag frei­zu­ge­ben – um auf den Bau­stel­len Kon­flik­te oder Ge­walt zu ver­mei­den. Der Brief ging an je­ne Bau­un­ter­neh­men, die an städ­ti­schen Vor­ha­ben be­tei­ligt sind (wir be­rich­te­ten).

Bün­ger und Mar­ty wol­len vom Stadt­rat wis­sen, wer den Brief in Auf­trag ge­ge­ben hat und un­ter wel­cher recht­li­chen Grund­la­ge. Ers­tens sei mit dem Streik die Frie­dens­pflicht ver­letzt wor­den. Und zwei­tens ha­be die Stadt sel­ber be­stä­tigt, dass es bis­lang auf städ­ti­schen Bau­stel­len noch zu kei­nen nen­nens­wer­ten Kon­flik­ten im Zu­sam­men­hang mit Pro­test­ak­tio­nen ge­kom­men sei.

Wer soll das be­zah­len?

Die bei­den Ge­mein­de­rä­te in­ter­es­siert zu­dem, wer in ei­nem sol­chen Fall die Fol­ge­kos­ten der Ter­min­ver­zö­ge­rung tra­gen muss: die Bau­un­ter­neh­men, die Ge­werk­schaf­ten oder die Steu­er­zah­ler? Und wer be­zahlt die Kos­ten, die durch die Ver­kehrs­be­hin­de­run­gen ent­stan­den sind? Der De­mons­tra­ti­ons­zug und die Blo­cka­de der Bahn­hof­brü­cke – die Bau­ar­bei­ter hat­ten dort Ti­sche und Bän­ke auf­ge­stellt und ih­ren Zmit­tag ein­ge­nom­men – leg­ten zwi­schen­zeit­lich den Ver­kehr in der Zürcher In­nen­stadt lahm.

Unia droht Ver­zei­gung

Wei­ter sei zu klä­ren, ob für die Ak­ti­on auf der Brü­cke ei­ne Be­wil­li­gung vor­lag. Der Ge­werk­schaft Unia droht ei­ne Ver­zei­gung. Noch prü­fe man ei­ne sol­che, sag­te ges­tern ein Spre­cher der Stadt­po­li­zei Zü­rich auf An­fra­ge.

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