Ge­setz um Fi­nanz­aus­gleich macht Ge­mein­den ner­vös

Zürichsee-Zeitung (Horgen) - - Vorderseite - Con­ra­din Kn­a­ben­hans

FI­NANZ­AUS­GLEICH Die Bud­gets 2019 sind längst in die Haus­hal­te ver­schickt wor­den. In letz­ter Se­kun­de könn­ten aber vie­ler­orts Kor­rek­tu­ren not­wen­dig sein. Manch ei­ne Ge­mein­de woll­te neue Ge­set­ze zum Fi­nanz­aus­gleich nicht an­wen­den.

Es ist ein heis­ses Ei­sen: Gleich meh­re­re Ge­mein­den im Kan­ton Zü­rich wol­len ei­nen neu­en Ge­set­zes­ar­ti­kel für Gel­der aus dem in­ner­kan­to­na­len Fi­nanz­aus­gleich nicht an­wen­den. Denn ge­ra­de bei Neh­mer­ge­mein­den führt die Re­gel zu teils mas­siv schlech­te­ren Bud­gets – al­ler­dings nur auf dem Pa­pier. Dies, weil die Aus­gleichs­zah­lun­gen an­ders ver­bucht wer­den müs­sen. Aus Angst vor Ge­set­zes­brü­chen wies Jus­tiz­di­rek­to­rin Jac­que­line Fehr (SP) die Be­zirks­rä­te an, die Bud­gets der Ge­mein­den zu kon­trol­lie­ren. Ein Schritt, der für viel Är­ger sorgt. Ei­ner­seits, weil der Be­zirks­rat ei­gent­lich nur Jah­res­rech­nun­gen kon­trol­liert, an­de­rer­seits, weil in Ge­mein­den die Angst um­geht, falsch bud­ge­tiert zu ha­ben. Im schlimms­ten Fall könn­te der Be­zirks­rat die Bud­gets wie­der auf­he­ben und den fi­nan­zi­el­len Spiel­raum der Ge­mein­den tem­po­rär ein­schrän­ken.

Fehr ver­tei­digt ihr har­tes Vor­ge­hen auf An­fra­ge. Ers­tens ha­be der Kan­tons­rat die­se Rech­nungs­re­gel ge­gen den Wil­len der Re­gie­rung durch­ge­setzt. Und zwei­tens: «Wenn nun Exe­ku­ti­ven be­gin­nen, kla­re Rech­nungs­le­gungs­re­geln elas­tisch aus­zu­le­gen, dann schwä­chen wir den Rechts­staat.» Zu­dem müss­ten die Ge­mein­den da­mit rech­nen, dass ei­ner all­fäl­li­gen Be­schwer­de ei­nes Bür­gers vor Ge­richt statt­ge­ge­ben wür­de. Das Ein­hal­ten der Re­geln sei da­mit auch im In­ter­es­se der Ge­mein­den.

War­ten auf Lö­sung

War­um will Fehr nicht trotz­dem ku­lan­ter sein, ge­ra­de weil es nur um die Buch­hal­tung geht? Das sei nur mög­lich, wenn ei­ne Ge­set­zes­än­de­rung in der be­ra­ten­den Par­la­ments­kom­mis­si­on mit kla­rer Mehr­heit be­schlos­sen wür­de. Zwar gibt es auch in die­ser Sa­che ei­nen Vor­stoss, um die Re­geln wie­der ab­zu­schaf­fen. Aber von ei­ner be­vor­ste­hen­den Än­de­rung sei man noch weit ent­fernt, sagt Fehr: «Der Vor­stoss zur Ge­set­zes­än­de­rung ist ge­gen­wär­tig auf Platz 67 der kan­tons­rät­li­chen Trak­tan­den­lis­te.»

Da­mit nun nicht plötz­lich an Ge­mein­de­ver­samm­lun­gen über falsch be­rech­ne­te Bud­gets ab­ge­stimmt wird, hat Fehr nach ih­rer Droh­ku­lis­se auch noch Hil­fe an­ge­bo­ten: Ein In­fo­schrei­ben ging ges­tern an die Ge­mein­den, da­zu wird am Ge­mein­de­fo­rum von nächs­ter Wo­che ein «Be­ra­tungs­tisch» an­ge­bo­ten, wo fach­li­che Un­ter­stüt­zung ab­ge­holt wer­den kann. Falls Ge­mein­den das gel­ten­de Ge­setz bis­her igno­riert ha­ben, müs­sen sie den ent­spre­chen­den Bud­get­pos­ten kor­ri­gie­ren – auch wenn die Un­ter­la­gen schon an die Stimm­bür­ger ver­schickt wur­den. Die Kor­rek­tur an der Ge­mein­de­ver­samm­lung selbst vor­zu­neh­men, reicht un­ter Um­stän­den nicht, sagt Heinz Mon­ta­na­ri, Ab­tei­lungs­lei­ter Ge­mein­de­fi­nan­zen beim Kan­ton: «Soll­te die Än­de­rung Aus­wir­kun­gen auf den Steu­er­fuss ha­ben, sind Stimm­bür­ger um­ge­hend zu in­for­mie­ren.» Ab­schät­zen, ob und wie vie­le Ge­mein­den da­von be­trof­fen sind, kann der Kan­ton der­zeit aber nicht.

Am Di­ens­tag fin­det im Al­ters­zen­trum Froh­matt ein ge­mein­sa­mes Mit­tag­es­sen für Se­nio­ren statt, or­ga­ni­siert vom Frau­en­ver­ein Wädenswil. An­mel­den kann man sich bis Mon­tag, 12 Uhr, bei Eri­ka Salm, Te­le­fon­num­mer 044 781 10 91. Bei Ver­hin­de­rung wird ge­be­ten, sich eben­falls bis 12 Uhr ab­zu­mel­den. Di­ens­tag, 13. No­vem­ber, 11.30 Uhr, Ca­fe­te­ria Al­ters­zen­trum Froh­matt, Wädenswil.

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