Wirt kri­ti­siert Vor­ge­hen der Ge­mein­de

Die Lie­gen­schafts­ab­tei­lung der Ge­mein­de hat den Zu­schlag für das Bis­tro im Schiff­war­te­häus­chen ei­nem aus­wär­ti­gen Gas­tro­no­men er­teilt. Das passt nicht al­len.

Zürichsee-Zeitung (Meilen) - - Vorderseit­e - Fa­bi­en­ne Senn­hau­ser

Im April soll im ehe­ma­li­gen Schiff­war­te­häus­chen von Er­len­bach ein Bis­tro er­öff­net wer­den. Mit Da­ni­el Let­tie­ri hat die Ge­mein­de den idea­len Gas­tro­no­men da­für ge­fun­den. Der 27-jäh­ri­ge Zürcher ha­be die Lie­gen­schafts­ab­tei­lung so­wohl mit sei­nem ein­ge­reich­ten Kon­zept als auch durch die per­sön­li­che Vor­stel­lung über­zeugt, teil­te man An­fang Ok­to­ber mit. Nicht für al­le ist die­ser Ent­scheid nach­voll­zieh­bar. So wur­de letz­te Wo­che be­kannt, dass ein orts­an­säs­si­ger Gas­tro­nom und Mit­be­wer­ber Be­schwer­de ge­gen den Ver­ga­be­ent­scheid beim Ver­wal­tungs­ge­richt ein­ge­reicht hat. Nun ist klar, wer hin­ter dem Ein­spruch steckt. Es ist Fisch­st­üb­li-Wirt Jé­ré­mie Cret­tol, der im Som­mer 2019 für ei­nen Test­be­trieb im Schiff­war­te­häus­chen ver­ant­wort­lich zeich­ne­te. Im Ge­spräch mit die­ser Zei­tung zeigt sich Cret­tol ent­täuscht dar­über, dass die Ge­mein­de kei­nem lo­ka­len Be­wer­ber den Zu­schlag er­teilt hat, und wirft ihr In­trans­pa­renz vor.

Wer der­zeit die bei­den Män­ne­dörf­ler Fi­schot­ter Ivo und Ida be­su­chen möch­te, wird ent­täuscht. «An­la­ge bis auf wei­te­res ge­schlos­sen», heisst es auf ei­nem In­for­ma­ti­ons­schrei­ben am Ein­gang der An­la­ge. Das Ge­he­ge un­ter­halb des Hal­len­bads muss aber nicht et­wa ge­rei­nigt oder sa­niert wer­den. Der Grund für die vor­über­ge­hen­de Schlies­sung ist viel­mehr ein bio­lo­gi­scher: Fi­schot­ter­da­me Ida dürf­te in fro­her Er­war­tung sein.

Die Nach­richt über­rascht: Vor Wo­chen­frist er­klär­te Mi­chi Bur­let, Prä­si­dent des Fi­schot­ter­ver­eins Män­ne­dorf, der sich um die Pfle­ge der Tie­re küm­mert, dass man zwar auf bal­di­gen Nach­wuchs hof­fe, die­ser vor­der­hand aber noch nicht ins Haus ste­he.

Er­kran­kung denk­bar

«Manch­mal spielt das Le­ben nach sei­nen ei­ge­nen Re­geln», kon­sta­tiert Bur­let. So sei beim Team des Fi­schot­ter­ver­eins nur ein paar St­un­den nach der An­fra­ge die­ser Zei­tung der Ver­dacht auf­ge­kom­men, dass Ida träch­tig sein könn­te. Denn: «Die sonst eher zu­trau­li­che und neu­gie­ri­ge Ida be­gann plötz­lich, sich zu­rück­zu­zie­hen.» De­fi­ni­tiv be­stä­ti­gen konn­ten Bur­let und sei­ne Kol­le­gen die Ver­mu­tung bis­her aber nicht. «Wir wer­den in spä­tes­tens 50 Ta­gen wis­sen, ob wir rich­tig lie­gen.» Dies, da die Tra­ge­zeit von Fi­schot­tern rund 60 Ta­ge be­trägt. Rein fi­gur­tech­nisch wird man Ida die Träch­tig­keit in­des auch nicht an­se­hen: Fi­schot­ter­jun­ge sind nach ih­rer Ge­burt knapp 100 Gramm schwer. Bei ei­nem Wurf von ei­nem bis ma­xi­mal vier Jung­tie­ren ent­spricht dies al­so nicht ein­mal ei­nem hal­ben Ki­lo­gramm.

«Wir wer­den Ida nun ganz genau be­ob­ach­ten», sagt Bur­let. Denn es sei eben auch mög­lich, dass der Rück­zug der sonst so auf­ge­weck­ten Fi­schot­ter­da­me an­de­re, we­ni­ger er­freu­li­che­re Grün­de hat. Doch Idas nach wie vor gu­ter Ap­pe­tit spricht für den Ver­eins­prä­si­den­ten ei­gent­lich ge­gen ei­ne Er­kran­kung.

Bis klar ist, was es mit dem ver­än­der­ten We­sens­zu­stand von Ida auf sich hat, bleibt die An­la­ge ge­schlos­sen. Für ei­nen mög­li­chen Wurf brau­che Ida all ih­re Kraft und vor al­lem Ru­he, er­klärt Bur­let. Vor al­lem die ers­ten St­un­den da­nach sei­en sehr hei­kel. «Fühlt sie sich in ir­gend­ei­ner Form ge­stresst oder be­droht, wird sie ih­re Jun­gen tö­ten.»

Newspapers in German

Newspapers from Switzerland

© PressReader. All rights reserved.