Ein Jahr Re­gie­rung Ying­luck

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Vor ei­nem Jahr ge­wann die Phuea Thai Par­ty. Die Op­po­si­ti­on kri­ti­siert Pre­mier­mi­nis­te­rin Ying­luck. Sie hät­te es nicht ge­schafft, wich­ti­ge po­li­ti­sche Zie­le um­zu­set­zen.

Der Spre­cher der De­mo­kra­ti­schen Par­tei, Cha­va­nond In­ta­ra­ko­ma­lya­sut, kün­dig­te am 5. Au­gust an, das Ver­sa­gen von Ying­luck und ih­res Ka­bi­netts wäh­rend ei­ner Par­la­ments­de­bat­te an­zu­spre­chen und ein Miss­trau­ens­an­trag ge­gen die Pre­mier­mi­nis­te­rin ein­zu­brin­gen.

Die Lis­te mit den Vor­wür­fen ist lang.

Cha­va­nond mein­te, die Re­gie­rung ha­be ver­spro­chen, die na­tio­na­le Ver­söh­nung vor­an­zu­brin­gen, ha­be statt­des­sen aber Ver­söh­nungs­ge­set­ze auf den Tisch ge­legt, die zu wei­te­ren Kon­flik­ten füh­ren. Die ge­plan­te Ver­fas­sungs­än­de­rung sprach er nicht an, weil die De­mo­kra­ti­sche Par­tei zu­vor an­ge­kün­digt hat­te, mit ei­ner Än­de­rung, die sich auf ein­zel­ne Ar­ti­kel be­schränkt, durch­aus ein­ver­stan­den sei.

Die Scha­dens­er­satz­zah­lun­gen für Op­fer der po­li­ti­schen Un­ru­hen 2010 wür- den haupt­säch­lich an An­hän­ger der Phuea Thai Par­ty (in an­de­ren Wor­ten Ro­them­den) ge­zahlt.

Auch wenn Ying­luck die Ein­däm­mung des Dro­gen­pro­blems zu ei­nem ih­rer Haupt­zie­le er­klärt ha­be, so sei­en in ih­rer Amts­zeit we­ni­ger Dro­gen­dea­ler und –ku­rie­re ver­haf­tet wor­den als im letz­ten Re­gie­rungs­jahr der De­mo­kra­ti­schen Par­tei.

Fer­ner ha­be die Re­gie­rung ver­sagt, was Kor­rup­ti­on und die Zah­lung von Schmier­gel­dern an­be­langt. Es sei nicht ge­nug un­ter­nom­men wor­den, um den öf­fent­lich Sek­tor „sau­ber“zu hal­ten.

Wei­ter­hin kri­ti­sier­te Cha­va­nond die Re­gie­rung in Be­zug auf ih­re Maß­nah­men in den süd­li­chen Un­ru­he­pro­vin­zen. Die La­ge dort hät­te sich nicht ver­bes­sert, son­dern im Ge­gen­teil, ver­schlim­mert. Was das Pro­blem der stei­gen­den In­fla­ti­on und der hö­he­ren Treib­stoff­kos­ten be­tref­fe, kann Cha­va­nond auch hier kei­ne Lö­sungs­an­sät­ze ent­de­cken.

Das Flagg­schiff der Re­gie­rung, die Ein­füh­rung des Min­dest­loh­nes in Hö­he von 300 Baht pro Tag, ist nur in sie­ben Pro­vin­zen und nicht lan­des­weit ein­ge­führt wor­den, ob­wohl das vor den Wah­len ver­spro­chen wor­den war.

Den Min­dest­lohn von 15.000 Baht mo­nat­lich für Uni­ver­si­täts­ab­gän­ger fin­det Cha­va­nond un­prak­ti­ka­bel.

Was die Flut­prä­ven­ti­on be­trifft, so ha­be es kaum Fort­schrit­te ge­ge­ben, denn von den bis­her mit­tels Kre­di­ten auf­ge­nom­me­nen 350 Mil­li­ar­den Baht sei­en zu die­sem Zeit­punkt nur 10% für ent­spre­chen­de Bau­maß­nah­men aus­ge­ge­ben wor­den.

Nop­pa­don Pat­ta­ma, Rechts­be­ra­ter des ehe­ma­li­gen Pre­mier­mi­nis­ters Thaks­in ist we­nig über­rascht, aber auch we­nig be­sorgt. Das sei­en im­mer wie­der die al­ten Ge­schich­ten, sag­te Nop­pa­don. Er wer­de sich dem Phuea-Thai-Par­ty-Ko­mi­tee für po­li­ti­sche Stra­te­gie zu­sam­men­set­zen und Stel­lung­nah­men auf die vie­len Vor­wür­fe vor­be­rei­ten.

Weil of­fen­sicht­lich Ying­luck im Mit­tel­punkt ei­nes von den De­mo­kra­ten ge­plan­ten Miss­trau­ens­an­tra­ges steht, be­deu­te dies doch, dass die Op­po­si­ti­on po­li­ti­sche Spiel­chen spielt und nicht ih­ren Job er­le­digt, der dar­in be­steht, die Re­gie­rungs­par­tei zu be­ob­ach­ten.

Nach ei­ner Um­fra­ge des Mei­nungs­for­schungs­in­sti­tuts ABAC ha­ben sich am 5. Au­gust 52% der Be­frag­ten ge­gen ei­ne Miss­trau­ens­de­bat­te aus­ge­spro­chen, weil sie der Meinung sind, dass die Re­gie­rung gu­te Ar­beit leis­tet.

64% der Be­frag­ten sag­ten, man sol­le der Re­gie­rung ei­ne Chan­ce ge­ben und sie wei­ter­ar­bei­ten las­sen.

Be­fragt wur­den 2275 Per­so­nen in 17 Pro­vin­zen zwi­schen dem 25. Ju­li und 4. Au­gust.

Pre­mier­mi­nis­te­rin Ying­luck Shina­wa­tra

Nop­pa­don Pat­ta­ma

Cha­va­nond In­ta­ra­ko­ma­lya­sut

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