Sü­den von über 100 An­schlä­gen er­schüt­tert

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Die Si­cher­heits­maß­nah­men wur­den vor al­lem wäh­rend des Fas­ten­mo­nats Ra­ma­dan im­mer wie­der er­höht, ge­nutzt hat das nichts: Am 31. Au­gust führ­ten Se­pa­ra­tis­ten in den süd­li­chen Un­ru­he­pro­vin­zen über 100 Ak­tio­nen durch, sechs Sol­da­ten wur­den ver­letzt.

Die Ak­tio­nen fan­den in den Pro­vin­zen Na­ra­thi­wat, Ya­la, Pat­ta­ni und Song­khla statt: Nicht im­mer wa­ren da­mit Ge­walt­tä­tig­kei­ten ver­bun­den: Die Auf­stän­di­schen leg­ten nicht nur Bom­ben, son­dern ver­brann­ten auch Thai-Flag­gen oder „schmück­ten“Stra­ßen mit ma­lai­ischen Fah­nen (Bild). Die Si­cher­heits­kräf­te re­agie­ren hilf­los und mit merk­wür­di­gen Er­klä­run­gen.

Am 31. Au­gust fei­er­te Ma­lay­sia den 50. Jah­res­tag der bri­ti­schen Un­ab­hän­gig­keit. Grund für Se­pa­ra­tis­ten in Thai­land, auf ei­ne ge­wünsch­te Un­ab­hän­gig­keit von Thai­land hin­zu­wei­sen. Fer­ner ist dies ein Hin­weis dar­auf, wie gut die ein­zel­nen Zel­len der Auf­stän­di­schen or­ga­ni­siert sind, wenn be­dacht wird, dass über 100 Ak­tio­nen am sel­ben Tag statt­fan­den.

An vie­len Stel­len wur­den ver­däch­ti­ge Ob­jek­te ge­fun­den, bei ei­ni­gen han­del­te es sich um At­trap­pen, die meis­ten wa­ren je­doch schar­fe Bom­ben.

In Na­ra­thi­wat wur­den sechs Sol­da­ten bei meh­re­ren Bom­ben­an­schlä­gen ver­letzt.

An Stra­ßen­rän­dern der vor­ge­nann­ten Pro­vin­zen wur­den ma­lai­ische Flag­gen ge- hisst, so auf Strom­mas­ten und an Bäu­men. Au­to­rei­fen wur­den in Brand ge­steckt, Nä­gel auf die Stra­ße ge­streut. Es tauch­ten Ban­ner auf, die die Si­cher­heits­kräf­te ver­höhn­ten, so bei­spiels­wei­se „Was macht ihr oh­ne GT200?“(GT200 ist der nicht funk­tio­nie­ren­de Bom­ben­de­tek­tor, der von der ame­ri­ka­ni­schen Bot­schaft als „Spiel­zeug“be­zeich­net wur­de und in Thai­land im­mer noch im Ein­satz ist.)

Das Kom­man­do für In­ne­re Si­cher­heit (ISOC) spiel­te die Vor­fäl­le her­un­ter. Der für den Sü­den zu­stän­di­ge Spre­cher der ISOC, Pro­mo­te Prom, sprach von ei­nem Plan, mit dem Un­ru­he ge­stif­tet und die Me­di­en auf­merk­sam ge­macht wer­den soll­ten. Das Ver­bren­nen von Thai-Flag­gen und das gleich­zei­ti­ge His­sen der ma­lai­ischen Fah­nen sei­en kei­nes­falls als Hin­weis auf ei­ne ge­woll­te Un­ab­hän­gig­keit von Thai­land zu ver­ste­hen, viel­mehr sol­len die Be­zie­hun­gen zwi­schen Thai­land und Ma­lay­sia un­ter­mi­niert wer­den. Aber die gu­ten bi­la­te­ra­len Be­zie­hun­gen mit dem Nach­bar­land sei­en nicht ge­fähr­det.

Der Po­li­tik­wis­sen­schaft­ler Pa­ni­tan Wat­t­ana­ya­gorn von der Chul­a­long­korn Uni­ver­si­tät er­klär­te die Stra­te­gie der Si- cher­heits­be­hör­den im Sü­den für ge­schei­tert.

Die Re­bel­len sei­en Mi­li­tär und Po­li­zei im­mer ei­nen Schritt vor­aus, es wer­de Zeit, dass sich die Re­gie­rung ef­fek­ti­ve­re Maß­nah­men ein­fal­len las­se, zu­mal man jetzt ge­se­hen ha­be, wie gut die Ak­tio­nen or­ga­ni­siert sei­en, die von mehr als ei­ner „Hand­voll“Se­pa­ra­tis­ten durch­ge­führt wur­den.

Die Flag­gen-Ver­bren­nung und das His­sen der ma­lai­ischen Flag­gen sieht Pa­ni­tan als das, was es ist: Ein sym­bo­li­scher Akt, der zeigt, dass die Re­bel­len ak­tiv sind und nur dar­auf war­ten, ih­re ei­ge­nen Fah­nen his­sen zu kön­nen.

Die­ser sym­bo­li­sche Akt brauch­te auch sei­ne Zeit und ei­ne er­heb­li­che An­zahl an Auf­stän­di­schen: Die­se konn­ten aber von Si­cher­heits­kräf­ten un­be­hel­ligt die­se Ak­tio­nen durch­füh­ren, zu­mal die Auf­stän­di­schen und Flag­gen – ver­mut­lich – mit Pick-ups trans­por­tiert wur­den und ge­fahr­los Kon­trol­len der Si­cher­heits­kräf­te pas­sie­ren konn­ten.

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