Ein Schwei­zer auf Traum­rei­se – Teil 3

Wochen Blitz - - Kolumne -

Ro­land Schle­gel ist wie­der un­ter­wegs. Wir hat­ten be­reits zwei­mal über den Schwei­zer Bi­ker und des­sen Fahr­ten von der Schweiz nach Thai­land und dann in die um­lie­gen­den Nach­bar­län­der be­rich­tet. Dies­mal hat Ro­land die Stre­cke von Thai­land über Ma­lay­sia und In­do­ne­si­en bis nach Aus­tra­li­en be­wäl­tigt und das ist sein Be­richt da­zu.

Von Bang­kok aus ging es zu­erst ein­mal über Hua Hin nach Phu­ket, wo ein ein­wö­chi­ger Zwi­schen­stopp ein­ge­legt wur­de. In ei­ner Nacht muss­te Ro­land das Ho­tel we­gen ei­ner Tsu­na­miwar­nung ver­las­sen, wel­che sich glück­li­cher­wei­se als Fehl­war­nung her­aus­stell­te. Von Phu­ket aus fuhr er dann über Kra­bi an die ein­sa­men und un­be­rühr­ten Strän­de bei Koh Li­bong und schließ­lich über Hat Yai nach Ma­lay­sia. Nach ei­nem Zwi­schen­stopp auf der Halb­in­sel Penang führ­te die Fahrt über die ma­le­ri­schen grü­nen Ca­meroon High­lands an die Ost­küs­te, wo die Be­völ­ke­rung im Ge­gen­satz zu Penang stren­ger mus­li­misch ist. Über Mel­a­ka er­reich­te Ro­land schließ­lich Kua­la Lum­pur, die welt­of­fe­ne Haupt­stadt von Ma­lay­sia. Der Plan war, den Be­rich­ten an­de­rer Rei­sen­der zu fol­gen und Pe­tro­nas To­wers in KL das Mo­tor­rad von dort aus mit ei­nem Zwie­bel­frach­ter nach Su­ma­tra (In­do­ne­si­en) zu ver­schif­fen. Un­glück­li­cher­wei­se hat­te je­doch die in­do­ne­si­sche Zoll­be­hör­de die Vor­schrif­ten ge­än­dert und so­mit schei­ter­te die­ser An­satz. Als Al­ter­naWLYH EOLHE QXU GLH RI­fi­zLHOOH )UDFKW XQG GDV EHGHXWHWH DXFK, aus Zeit­grün­den Su­ma­tra aus­zu­las­sen und das Mo­tor­rad di­rekt nach Ja­ka­rat auf Ja­va zu ver­schif­fen.

In­do­ne­si­en:

Wäh­rend sich das Ver­schif­fen als re­la­tiv ein­fach er­wies, ge­stal­te­te sich die Aus­lö­sung aus dem Zoll auf der in­do­ne­si­schen Sei­te je­doch als sehr pro­ble­ma­tisch. Zu­sätz­lich zu hor­ren­den lo­ka­len Ge­büh­ren in Hö­he von 500 US$ wur­den Do­ku­men­te von Au­to­mo­bil­klub und Po­li­zei ge­for­dert und Ro­land be­nö­tig­te des­halb gan­ze fünf Ta­ge, be­vor er sich wie­der auf sein Mo­tor­rad schwin­gen konn­te. Im sehr dich­ten und chao­ti­schen Ver­kehr, wo man das Ge­fühl hat, dass noch das Ge­setz des Stär­ke­ren gilt, ging es dann in Rich­tung Sü­den. In Os­tJa­va war die Fahrt auf den ak­ti­ven Vul­kan Mount Bro­mo und auf ei­ne Hö­he von 2.400 Me­tern ein deut­li­cher Hö­he­punkt der Rei­se. Von dort aus setz­te Ro­land dann mit der Fäh­re in 30 Mi­nu­ten Fahrt­zeit nach Bali über. Bali er­in­ner­te ihn mit sei­nen vie­len Ge­sich­tern ein biss­chen an Thai­land. Im Nor­den und Os­ten gibt es ein­sa­me Ort­schaf­ten mit schö­nen Strän­den, die noch re­la­tiv we­nig vom Tou­ris­mus durch­drun­gen sind. Im Zen­trum in Ubud ist es wie­der­um tou­ris­tisch, aber noch auf ei­ne ge­wis­se Art ba­li­ne­sisch, wäh­rend im Sü­den rund um Kut­ta ein­deu­tig der Mas­sen­tou­ris­mus herrscht. Die nächs­te Etap­pe war von Über­set­zen mit Fäh­ren ge­prägt: Zu­erst nach Lom­bok zu ei­nem drei­tä­gi­gen Ab­ste­cher auf die ma­le­ri­schen Gi­li In­seln, dann auf die In­sel Sum­ba­wa, von dort wei­ter in ei­ner acht­stün­di­gen Fahrt auf die In­sel Flo­res und schließ­lich in 24 St­un­den nach West-Ti­mor. End­lich wie­der auf dem Land­weg un­ter­wegs fuhr Ro­land nach Ost-Ti­mor (Di­li),

Sun­set Mount Bro­mo, dar­un­ter am Tag

Auf den Fäh­ren wo das Stadt­bild aus be­kann­ten po­li­ti­schen Grün­den stark von UNO Mit­ar­bei­tern ge­prägt ist. Von die­ser letz­ten Sta­ti­on in In­do­ne­si­en wur­de das Mo­tor­rad in ei­nem Con­tai­ner nach Dar­win in Aus­tra­li­en ver­schifft. Vor­her muss­te es je­doch drei Ta­ge lang ge­rei­nigt wer­den, denn Aus­tra­li­en hat sehr stren­ge Qua­ran­tä­ne Vor­schrif­ten. Ro­land folg­te mit dem Flug­zeug nach.

Aus­tra­li­en:

Nach den Fahr­ten durch das re­la­tiv preis­wer­te Süd­ost­asi­en traf Ro­land in Aus­tra­li­en erst ein­mal der Kul­tur­schock. Ein Sand­wich mit Kaf­fee kos­te­te am Flug­ha­fen stol­ze 15 AU$ (ca. 12 €), für ein Bett in ei­nem Raum mit drei an­de­ren Bet­ten fal­len für die Über­nach­tung 30 € an. Nach­dem das Mo­tor­rad aus dem Zoll aus­ge­löst war, mach­te er sich des- halb schnells­tens zum Eyer’s Rock in Zen­tral Aus­tra­li­en auf. Dies ent­sprach ei­ner Stre­cke von 3.000 km, meist ge­ra­de aus und des­halb sehr lang­wei­lig für Mo­tor­rad­fah­rer. Da­bei konn­te nun wie­der im Zelt ge­schla­fen und das Es­sen sel­ber ge­macht wer­den. Da in Aus­tra­li­en im Ju­li Win­ter ist, war je­doch auch für Ab­küh­lung ge­sorgt, denn die Tem­pe­ra­tu­ren sin­ken in die­ser Zeit in Zen­tral Aus­tra­li­en nachts un­ter den Ge­frier­punkt. Da­für wur­de Ro­land je­doch mit präch­ti­gen Son­nen­un­ter­gän­gen am Eyer’s Rock und der Be­sich­ti­gung Be s i c h t i g u n g der Ol­ga’s und King’s Can­yons wie­der voll ent­schä­digt. Auf der Su­che nach wär­me­rem Wet­ter ging es dann in ei­ner De­vils marb­le wei­te­ren 3.500 km Etap­pe nord­öst­lich nach Cairns. Die­se Fahrt war nun we­ni­ger lang­wei­lig, da ca. 500 km über un­be­fes­tig­te Sand­und Schlamm­stra­ßen führ­ten, wo man teil­wei­se Schlan­gen, Din­gos und Kän­gu­rus aus­wei­chen muss­te und wo man beim Zel­ten auf gif­ti­ge Spin­nen traf. Von Cairns führ­te die Fahrt dann ca. 4000 km in den Sü­den. Ein Hö­he­punkt der Rei­se war Air­lie Beach mit zwei Ta­gen Se­gel­törn auf ei­ner ehe­ma­li­gen Race Jacht mit Zwi­schen­stopps an den wun­der­schö­nen Strän­den von Whits­un­days. Syd­ney mit dem be­rühm­ten Ope­ra Haus und Bon­di Beach, wo hun­der­te von Sur­fern auf DIE Wel­le war­ten war auch nicht schlecht. Wind, Re­gen und Tem­pe­ra­tu­ren zwi­schen 6 und 12 Grad be­weg­ten Ro­land je­doch dann, ei­ne Wo­che frü­her DOV JHSODQW zXP $XIZlUPHQ QDFK %DQJNRN zX flLHJHQ. Das Mo­tor­rad wur­de in Syd­ney ver­schifft und ist auf dem Weg nach Bar­ce­lo­na für die letz­te Etap­pe zu­rück in die Schweiz. Vor­her gibt es je­doch noch ei­ne Fahrt und zwar auf der le­gen­dä­ren Rou­te 66 (4.500 km) von LA nach Chi­ca­go, die Ro­land zu­sam­men mit sei­nem Va­ter auf ei­ner – wie soll­te es an­ders sein – Har­ley zu­rück­le­gen wird. Das heißt, es kom­men noch zwei Be­rich­te.

Das Ope­ra Haus in Syd­ney

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