Das Was­ser kommt!

Wochen Blitz - - Thailand Nachrichten -

Thai­land - Wie im letz­ten Jahr kommt es zu ei­nem stän­di­gen Hin und Her: Erst hieß es, dass das auf Bang­kok zu­rol­len­de Hoch­was­ser die Stadt nicht be­dro­hen wer­de, dann wur­de ge­sagt, es kön­ne im Groß­raum der Haupt­stadt sehr wohl zu Über­schwem­mun­gen kom­men. Auch Über­schwem­mun­gen in Bang­kok selbst sei­en nicht völ­lig aus­zu­schlie­ßen.

For­schungs­mi­nis­ter Plod­pra­sop Su­ras­wa­di, der schon bei der letzt­jäh­ri­gen Flut mit fal­schen Vor­aus­sa­gen und auch Pa­nik­ma­che glänz­te, sag­te am 12. Sep­tem­ber, dass Bang­kok un­ter kei­nen Um­stän­den vom dies­jäh­ri­gen Hoch­was­ser be­trof­fen sein wer­de.

„Die­ses Jahr reg­net es 20% we­ni­ger als letz­tes Jahr“, sag­te Plod­pras­ob, der den Vor­sitz der Was­ser- und Flut­kom­mis­si­on der Re­gie­rung in­ne hat.

Dass Suk­ho­t­hai über­schwemmt wur­de, liegt am en­gen Fluss­bett des Yom Ri­ver, gab er zu ver­ste­hen, er er­klär­te, dass an­fäng­lich 2000 Ku­bik­me­ter Was­ser pro Se­kun­de trans­por­tiert wur­den, der Wert sei auf 1000 Ku­bik­me­ter pro Se­kun­de ab­ge­sun­ken und ha­be sich jetzt bei 600 Ku­bik­me­ter pro Se­kun­de ein­ge­pen­delt. Die in Suk­ho­t­hai ge­bors­te­nen Dei­che er­wähn­te er nicht. Pre­mier­mi­nis­te­rin Ying­luck woll­te sich der Meinung ih­res For­schungs­mi­ni- sters nicht an­schlie­ßen. Am sel­ben Tag, eben­falls am 12. Sep­tem­ber, sag­te sie, dass der Groß­raum Bang­kok sehr wohl von Hoch­was­ser be­trof­fen sein könn­te, ins­be­son­de­re Nontha­b­u­ri und Pa­thum Tha­ni. Die­se bei­den Pro­vin­zen hat­ten vor ei­nem Jahr be­son­ders un­ter der Hoch­was­ser­ka­ta­stro­phe ge­lit­ten.

Die Re­gie­rung ver­su­che, so Ying­luck, die Was­ser­men­ge durch ge­re­gel­tes Ab­las­sen aus den Stau­däm­men zu re­gu­lie­ren. Soll­te es aber we­gen star­ker Re­gen­fäl­le zu Hoch­was­ser kom­men, dann könn­ten Nontha­b­u­ri und Pa­thum Tha­ni sehr wohl da­von be­trof­fen wer­den.

Der Chef des Ab­was­ser­sys­tems in der Haupt­stadt hat sei­ne Be­hör­de in höchs­te Alarm­be­reit­schaft ver­setzt, nach­dem durch das Me­teo­ro­lo­gi­sche In­sti­tut ei­ne neue Un­wet­ter­war­nung her­aus­ge­ge­ben wur­de. Ins­be­son­de­re geht es um 27 Ge­mein­den in Bang­kok, die au­ßer­halb der Flut­mau­er lie­gen und durch den Chao Phra­ya Ri­ver be­droht wer­den. Über 1200 Haus­hal­te be­fin­den sich dort. Wenn die Nie­der­schlags­men­ge mehr als 100 Mil­li­me­ter pro Tag be­trägt, könn­te es Ta­ge dau­ern, bis das Was­ser ab­ge­lau­fen ist.

Wei­ter­hin be­steht Ge­fahr durch Re­gen­was­ser, das die Flüs­se Rich­tung Sü­den trans­por­tie­ren. Wä­ren dies mehr als 3500 Ku­bik­me­ter pro Se­kun­de, könn­te es in Bang­kok durch­aus zu Hoch­was­ser kom­men.

Un­ter­des­sen hat die Was­ser- und Flut­kom­mis­si­on die Be­hör­den in Suk­ho­t­hai an­ge­wie­sen, die Dei­che auf Lecks und Sta­bi­li­tät zu über­prü­fen.

Suk­ho­t­hai wur­de nach meh­re­ren Lecks bzw. Deich­brü­chen un­ter Was­ser ge­setzt, teil­wei­se stand das Was­ser bis zu zwei Me­ter hoch. Die La­ge dort hat sich sta­bi­li­siert, das Was­ser fließt mo­men­tan wie­der ab. For­schungs­mi­nis­ter Plod­pra­sop kün­di- gte am 12. Sep­tem­ber an, dass ne­ben den Däm­men in Suk­ho­t­hai auch die Dei­che in den Pro­vin­zen Nak­hon Sa­wan, Sing­bu­ri, Ang­thong und Ayutt­ha­ya kon­trol­liert wer­den sol­len. Die Dei­che in die­sen Pro­vin­zen sind nicht mehr die neu­es­ten, es wird be­fürch­tet, dass auch sie den Was­ser­mas­sen nach­ge­ben könn­ten.

Was Ayutt­ha­ya be­trifft, so schätz­te Plod­pras­ob, dass das Was­ser dort in sechs bis zehn Wo­chen wie­der ab­fließt. Die nied­rig lie­gen­den Be­zir­ke Bang Sai und Bang Ban stün­den je­des Jahr un­ter Was­ser. Im No­vem­ber wür­de sich die Si­tua­ti­on dort wie­der nor­ma­li­sie­ren, sag­te Plod­pras­ob vor­aus.

In­zwi­schen wird aus Phitsa­nu­lok Hoch­was­ser ge­mel­det. Auch hier trat der Yom Ri­ver über die Ufer. An­woh­ner ret­te­ten ih­re Ha­be in hö­her ge­le­ge­ne Ge­bie­te.

Wäh­rend­des­sen gab das Me­teo­ro­lo­gi­sche In­sti­tut am 13. Sep­tem­ber ei­ne neue Un­wet­ter­war­nung her­aus.

Ganz Thai­land müs­se sich auf star­ke Re­gen­fäl­le und da­mit ver­bun­de­ne Über­schwem­mun­gen ein­stel­len. Ver­ein­zelt könn­te es auch zu Erd­rut­schen kom­men.

Ins­be­son­de­re wur­den die Ein­woh­ner fol­gen­der Pro­vin­zen ge­warnt: Am­nat­cha­ro­en, Ya­so­thon, Ubon Rat­chat­ha­ni, Si Sa Ket, Phang Nga, Kra­bi und Trang.

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