Mehr­heit der Thais ste­hen zur To­des­stra­fe

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Die drei­tä­gi­ge Kam­pa­gne von Am­nes­ty In­ter­na­tio­nal (AI) zum In­ter­na­tio­na­len Tag für die Ab­schaf­fung der To­des­stra­fe en­de­te am Frei­tag mit der nüch­ter­nen Er­in­ne­rung, dass bis zu 80% der thai­län­di­schen Staats­bür­ger die To­des­stra­fe noch un­ter­stüt­zen.

Über ei­nen Laut­spre­cher wur­de er­klärt, dass die brei­te Un­ter­stüt­zung der To­des­stra­fe et­was mit dem thai­län­di­schen Glau­ben an Ra­che und Ver­gel­tung zu tun ha­ben könn­te, die so­wohl bar­ba­risch und un­de­mo­kra­tisch sei­en.

Po­li­tik­wis­sen­schaft­ler Si­ro­te Klam­pai­boon sag­te, dass Thais in der Ra­che-Men­ta­li­tät ge­fan­gen sind, trotz der Tat­sa­che, dass es kei­nen nach­prüf­ba­ren Zu­sam­men­hang zwi­schen der To­des­stra­fe und ei­nem Rück­gang der Kri­mi­na­li­tät ge­be. Er füg­te hin­zu, dass vie­le Men­schen im­mer noch von die­ser un­de­mo­kra­ti­schen Über­zeu­gung sind, dass der Staat das Recht hat zu Tö­ten, um Recht und Ord­nung zu be­wah­ren. Geg­ner des Ge­set­zes be­to­nen, dass die To­des­stra­fe so­wohl ge­gen das Grund­recht auf Le­ben ver­stie­ße und die Kri­mi­na­li­tät we­der ver­hin­de­re noch re­du­zie­re.

Po­li­zei­ma­jor Anek Anant­ha­wan, ein Men­sch­rechts-Ak­ti­vist wie Si­ro­te Klam­pai­boon, sag­te, der Kampf, um die To­des­stra­fe in Thai­land ab­zu­schaf­fen wür­de ein lan­ger und schwie­ri­ger Weg wer­den, weil sich die Be­völ­ke­rung in ih­rer Ein­stel­lung zum Men­schen än­dern müss­te.

Laut AI ist Thai­land ei­nes von 57 Na­tio­nen, die noch die To­des­stra­fe an­wen­det. Der Di­rek­tor von AI-Thai­land Pa­ri­nya Boon­rid­rert­hai­kul er­klär­te, dass zwei Drit­tel der Län­der auf die­ser Welt die To­des­stra­fe be­reits ab­ge­schafft ha­ben, weil es un­mensch­lich ist und es könn­te un­wei­ger­lich zur Hin­rich­tung ei­ner un­schul­di­gen Per­son füh­ren. Ge­walt kann nicht mit Ge­walt ge­löst wer­den, sag­te er.

Im Grun­de ge­nom­men soll­te kein Staat die Macht ha­ben, ei­nem Men­schen das Le­ben zu neh­men. Die To­des­stra­fe ist dis­kri­mi­nie­rend und wird oft un­ver­hält­nis­mä­ßig ge­gen die Ar­men, die psy­chisch Kran­ken, Ras­sis­ten und eth­ni­schen Min­der­hei­ten ge­rich­tet oder auf­grund der se­xu­el­len Ori­en­tie­rung so­wie der Religion an­ge­wen­det. Es schmerzt auch die Fa­mi­li­en­an­ge­hö­ri­gen de­rer, die in der To­des­zel­le sit­zen.

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