Rück­blick: Ein er­staun­li­ches Jahr 2012

Wochen Blitz - - Thailand Nachrichten -

Das Jahr 2012 wur­de von der thai­län­di­schen Frem­den­ver­kehrs­be­hör­de TAT als „Wun­der­jahr“an­ge­prie­sen. Ob es ein „Wun­der­jahr“war, mag da­hin­ge­stellt blei­ben, si­cher­lich sind aber durch­aus wun­der­li­che Din­ge pas­siert.

Ein Po­li­ti­ker, Mit­glied des Ka­bi­netts, fiel auf, weil er beim Lau­fen schwank­te und bei ei­ner Re­de im Par­la­ment Sät­ze nicht mehr rich­tig for­mu­lie­ren konn­te. Das hat­te sei­ner Aus­sa­ge nach nichts mit dem Kon­sum von Al­ko­hol zu tun, viel­mehr lit­te er an ei­ner Oh­r­in­fek­ti­on.

Nach die­sem Vor­fall wur­de der Vor­schlag un­ter­brei­tet, dass al­le Par­la­men­ta­ri­er erst ein­mal ins Röhr­chen pus­ten soll­ten, be­vor sie den Re­gie­rungs­sitz be­tre­ten. Es gibt si­cher Leu­te, die der Mei­nung sind, ein Lü­gen­de­tek­tor sei sinn­vol­ler.

Dass Schwei­ne flie­gen kön­nen wur­de be­wie­sen, als ver­kün­det wur­de, dass in sechs Mo­na­ten al­le Be­am­ten der Tou­ris­ten­po­li­zei flie­ßend Eng­lisch spre­chen kön­nen.

Im März gab in Bangkok plötz­lich der Un­ter­grund ei­ner Haupt­stra­ße an der Thai-Bel­gi­um-Bridge nach, was zu ent­setz­li­chen Ver­kehrs­staus führ­te. Da­nach be­gann die Su­che nach wei­te­ren Lö­chern und Hohl­räu­men.

Um in Bangkok zu blei­ben: Der Fah­rer ei­nes Krans, der sein Fahr­zeug aus­ge­rech­net auf ei­ner Brü­cke auf der Ra­ma III Road park­te, stieg aus und wun­der­te sich dann, dass der Kran füh­rer­los die Stra­ße her­un­ter­roll­te, ein hal­bes Dut­zend Au­tos be­schä­dig­te und 32 Strom­mas­ten nie­der­mach­te, was zu ei­nem zehn­stün­di­gen Strom­aus­fall führ­te.

Ei­ner der Best­sel­ler in Thai­land heißt „Ko­chen mit Po“. Bei so ei­nem Buch­ti­tel kann si­cher nie­mand wi­der­ste­hen, die köst­li­chen Spei­sen zu Hau­se nach­zu­ko­chen.

Die Po­li­zei in Ayutt­ha­ya zeich­net sich durch ih­re Ad­ler­au­gen aus: Ent­deck­ten sie bei den Song­kran-Fei­er­lich­kei­ten doch tat­säch­lich ei­nen Trans­se­xu­el­len, der oben oh­ne tanz­te. Es folg­te die um­ge­hen­de Ver­haf­tung, wo­bei die Fra­ge of­fen bleibt, ob die Brüs­te des Trans­se­xu­el­len nun weib­lich oder männ­lich sind.

Ei­ne be­kann­te thai­län­di­sche Pop­sän­ge­rin fiel bei ei­ner Al­ko­hol­kon­trol­le auf, weil sie sich wei­ger­te, ei­nen Al­ko­hol­test zu ab­sol­vie­ren. Sie woll­te erst ein­mal nüch­tern wer­den und sag­te: „Wis­sen Sie ei­gent­lich, wer ich bin?“Die Be­am­ten lie­ßen sich nicht ein­schüch­tern.

Der thai­län­di­sche Fi­nanz­mi­nis­ter gab zu, bei Wirt­schafts­pro­gno­sen ein we­nig zu hoch ge­grif­fen zu ha­ben. Die­se Flun­ke­rei bei den Ex­port­zah­len be­zeich­ne­te er selbst als Not­lü­ge und konn­te nicht ver­ste­hen, wes­halb man ihm übel nahm, ge­lo­gen zu ha­ben.

Je­der Ta­xi­fah­rer, der sich wei­gert, Fahr­gäs­te ans ge­wünsch­te Ziel zu brin­gen, soll ei­ne Geld­stra­fe von 1000 Baht zah­len. Der Be­am­te, der sich das aus­ge­dacht hat, ist wohl auch für das Ver­kaufs­ver­bot von Ba­na­nen am Stra­ßen­rand ver­ant­wort­lich, weil die Händ­ler an­geb­lich den Ver­kehr be­hin­dern.

Zwei Män­ner, de­nen der Sprit ih­res Mo­tor­ra­des auf ei­ner Stra­ße in Chon­bu­ri aus­ging, hiel­ten ei­nen vor­bei­fah­ren­den Wa­gen an und ba­ten um Hil­fe. Bei dem Wa­gen han­del­te es sich um ein Po­li­zei­fahr­zeug. Die freund­li­chen Be­am­ten ver- haf­te­ten die bei­den Män­ner erst ein­mal, denn das Mo­tor­rad war als ge­stoh­len ge­mel­det wor­den.

Was die Po­li­zei be­trifft, so war ei­ner der größ­ten Skan­da­le das Be­trü­gen bei den Ein­stel­lungs­tests. Wer 350.000 Baht zahl­te, der er­hielt die Ant­wor­ten des Tests. Es gab aber Kan­di­da­ten, die trotz­dem durch­ge­fal­len sind…

Ei­ne Rei­he von Ab­ge­ord­ne­ten un­ter­nahm ei­ne „Lehr­rei­se“nach Eu­ro­pa. Was sie lern­ten, ist nicht ganz klar. Klar ist nur, dass sie auf Kos­ten der Steu­er­zah­ler in En­g­land ein Fuß­ball­spiel be­such­ten und bei Har­rods shop­pen gin­gen.

Was hin­auf­geht, kommt auch wie­der her­un­ter: So bei­spiels­wei­se das Luft­schiff der Ar­mee, das in Pat­ta­ni ab­stürz­te. Das war we­nig ver­wun­der­lich, ge­wun­dert ha­ben sich die Leu­te, dass es über­haupt flie­gen konn­te.

Die Bang­ko­ker Po­li­zei stürm­te das Haus ei­nes mut­maß­li­chen Ju­we­len­die­bes und fand kei­ne Dia­man­ten, son­dern 5000 Stück ge­stoh­le­ne Da­men­un­ter­wä­sche.

Über­haupt ist die Po­li­zei im­mer wie­der im Ge­spräch. Ein Po­li­zei­oberst, der im Po­li­zei­kran­ken­haus als Arzt ar­bei­te­te, hat­te kei­ne Lei­chen im Kel­ler, son­dern im Gar­ten. Ein bur­me­si­scher Ar­bei­ter zeig­te ihn an, bei Gra­bungs­ar­bei­ten wur­den meh­re­re Lei­chen ge­fun­den.

Schließ­lich sei noch ein PAD-Ak­ti­vist er­wähnt, der in Bur­i­ram bei ei­nem Kon­troll­punkt der Po­li­zei auf­fiel, weil ge­gen ihn ein Haft­be­fehl vor­lag. Der Mann wei­ger­te sich je­doch, aus sei­nem Au­to zu stei­gen. Die Po­li­zei brach­te ihn dann – im­mer noch in sei­nem Au­to sit­zend – auf ei­nem Sat­tel­schlep­per nach Bangkok.

Newspapers in German

Newspapers from Thailand

© PressReader. All rights reserved.