Grund­er­werb in Thai­land mit­tels ei­ner Thai Com­pa­ny

Wochen Blitz - - Kolumne -

Ei­ne durch Aus­län­der in der Ver­gan­gen­heit häu­fig ge­nutz­te Mög­lich­keit in Thai­land Grund­stü­cke zu er­wer­ben war die Grün­dung ei­ner thai­län­di­schen Fir­ma bzw. ei­ner Thai Li­mi­ted, die dann ein Grund­stück er­wirbt und so­mit Ei­gen­tü­mer des Grund­stücks wird.

Bei ei­ner sol­chen Kon­struk­ti­on, die häu­fig in den Fe­ri­en­re­gio­nen wie Phu­ket, Pat­ta­ya oder Hua Hin emp­foh­len und an­ge­wandt wird, ist je­doch höchs­te Vor­sicht ge­bo­ten, denn auch den thai­län­di­schen Be­hör­den ist die­se Vor­ge­hens­wei­se nicht un­be­kannt.

Aus die­sem Grund wur­de vor Kur­zem an­ge­kün­digt, dass die Be­hör­den Fir­men, die of­fen­sicht­lich nur ge­grün­det wur­den, um an­schlie­ßend ein Grund­stück zu er­wer­ben, künf­tig stär­ker über­prüft wer­den, denn falls die­se Fir­ma nur den Sinn und Zweck hat, ein Grund­stück für ei­nen Aus- län­der zu er­wer­ben, stellt dies ei­ne Um­ge­hung thai­län­di­schen Rechts dar und führt zur Nich­tig­keit al­so zur Un­wirk­sam­keit des Rechts­ge­schäfts.

Zu be­ach­ten ist bei die­ser Art des Ei­gen­tums­er­wersb wei­ter­hin, dass ein mög­li­cher Kon­flikt mit den Straf­ver­fol­gungs­or­gan­gen ent­ste­hen kann und ei­ne Ab­hän­gig­keit von den Thai Teil­ha­bern be­ste­hen kann, wenn wei­ter­ge­hend ver­trag­li­che Ver­ein­ba­run­gen un­ter den Part­nern feh­len. Schließ­lich ent­ste­hen Fol­ge­kos­ten, wie die Er­stel­lung von Bi­lan­zen etc.

Ins­be­son­de­re dürf­ten ge­ra­de in den Fo­kus der Be­hör­den Fir­men rü­cken, die le­dig­lich den ge­setz­li­chen Min­dest­stan­dard er­fül­len, al­so an de­nen die thai­län­di­sche Sei­te le­dig­lich 51% hält und die aus­län­di­sche 49%.

Vor die­ser “Mi­ni­mal­kon­struk­ti­on” kann da­her nur ge­warnt wer­den.

Es soll­te da­her drin­gend dar­auf ge­ach­tet wer­den, dass min­des­tens 60% der An­tei­le in thai­län­di­scher Hand sind, wei­ter­hin soll­te es sich um ei­ne “ar­bei­ten­de Fir­ma” han­deln, die bspw. Um­sät­ze da­durch er­zielt, dass Sie das Haus an den aus­län­di­schen Di­rek­tor ver­mie­tet.

Nach den thai­län­di­schen Ge­set­zen ist für die Grün­dug ei­ner Li­mi­ted Com­pa­ny vor­ge­se­hen, dass die­se aus min­des­tens 3 An­teils­eig­nern be­steht, wo­bei der An­teil der thai­län­di­schen An­teils­eig­ner nicht we­ni­ger als 51% be­tra­gen darf. Dies hat wie­der­um zur Fol­ge, dass Aus­län­der kei­ne Mehr­heit an ei­ner Thai Fir­ma ha­ben kön­nen

er Aus­län­der kann sich je­doch durch ei­nen Ver­trag mit den thai­län­di­schen An­teils­eig­nern die Rech­te am Grund­stück si­chern, in­dem die­se ver­trag­lich auf ih­re An­sprü­che am Grund­stück ver­zich­ten. Wei­ter­hin sind Ge­sell­schaf­ter­ver­trä­ge denk­bar, bei de­nen der aus­län­di­sche Part­ner, trotz ei­ner min­der Be­tei­li­gung über die Ge­schi­cke der Fir­ma be­stimmt.

Vor­teil die­ser Form des Ei­gen­tums­er­werbs ist es, dass der Aus­län­der die Mög­lich­keit hat, durch ei­ne “ar­bei­ten­de” Fir­ma mit ent­spre­chen­den An­ge­stell­ten ei­ne Ar­beits­er­laub­nis und so­mit ein Jah­res­vi­sum zu be­an­tra­gen. Wo­bei dies na­tür­lich nur für Per­so­nen von In­ter­es­se ist, die noch kein so­ge­nann­tes „Re­ti­re­ment Vi­sum“al­ters­be­dingt be­an­tra­gen kön­nen.

Wie je­doch oben aus­ge­führt ist höchs­te Sorg­falt beim Grund­er­werb un­ter vor­he­ri­ger Grün­dung ei­ner thai­län­di­schen. Fir­ma ge­bo­ten. Es ist drin­gend an­zu­ra­ten in der Grün­dungs­pha­se pro­fes­sio­nel­le Hil­fe in An­spruch zu neh­men, an­dern­falls läuft man Ge­fahr, dass man im schlimms­ten Fall sei­nen Grund und Bo­den ver­liert.

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