Was Sie viel­leicht noch nicht über Weih­nach­ten wuss­ten

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Es Weih­nach­tet sehr, so­mit ei­ne gu­te Ge­le­gen­heit, sich et­was mit der Ge­schich­te des Fes­tes zu be­schäf­ti­gen so­wie mit ei­ni­gen Tat­sa­chen, die viel­leicht nicht je­der kennt. Weih­nach­ten wird im christ­li­chen Kul­tur­kreis als das Fest der Ge­burt Je­su be­zeich­net, ob­wohl nie­mand weiß, wann ge­nau Je­sus zur Welt kam. Der 25. De­zem­ber als sein Ge­burts­fest wur­de das ers­te Mal im Jahr 354 in Rom voll­zo­gen. Die­ser Tag wur­de vor­her als heid­ni­sches Fest des „un­be­sieg­ten Son­nen­got­tes“ge­fei­ert. Even­tu­ell war es ein Schach­zug des da­ma­li­gen Kle­rus, hier­zu das Weih­nachts­fest als Kon­kur­renz Event zu eta­blie­ren. Auch die Weih­nachts­bäu­me sol­len ei­nen heid­ni­schen Ur­sprung ha­ben. Die ers­te Ver­wen­dung ei­nes ge­schmück­ten Bau­mes ist zwar his­to­risch nicht nach­weis­bar, fand aber ih­ren Ur­sprung in den Bräu­chen ver­VFKLHGHQHU .XOWXUHQ. ,PPHUJUüQH 3flDQ­zen ver­kör­per­ten Le­bens­kraft, und dar­um glaub­ten die Men­schen in frü­he­ren Zei­ten, sich Ge­sund­heit ins Haus zu ho­len, wenn man es mit Grü­nem schmück­te. Tan­nen­grün dien­te wei­ter­hin zur Ab­wehr al­len Un­heils, und ge­schmück­te “Win­ter­mai­en” drück­ten zu­dem die Hoff­nung auf Frucht­bar­keit aus. Von Eth­no­lo­gen wie der Fran­zö­sin Co­let­te Mé­chin wird auch im­mer wie­der die­se Be­deu­tung des Weih­nachts­fes­tes als Frucht­bar­keits­fest un­ter­stri­chen. Vor lan­ger Zeit stell­ten die Kin­der am Ni­ko­laus­abend ih­re Schu­he auf, be­vor die­se durch ei­nen Tel­ler er­setzt wur­den. Die Eth­no­lo­gin führt dies auf die al­te Be­deu­tung der Braut­schu­he als Sym­bol der weib­li­chen Frucht­bar­keit zu­rück. Auch die tra­di­tio­nel­len Ga­ben wie Äp­fel und Nüs­se sei­en al­te Lie­bes­sym­bo­le und Mé­chin ist der An­sicht, dass erst durch die Ver­ar­mung des Brau­ches und we­gen ge­än­der­ter ge­sell­schaft­li­cher Ver­hält­nis­se das Ni­ko­laus­fest zu ei­nem qua­si Be­gleit­fest für Weih­nach­ten wur­de. Zu­rück zum Weih­nachts­baum. Wir wis­sen, dass es be­reits am En­de des 16. Jahr­hun­derts im El­sass üb­lich war, zum Weih­nachts­fest ei­nen Baum auf­zu­stel­len, der mit Äp­feln und Sü­ßig­kei­ten be­hängt war. Ker­zen ka­men erst um 1730 da­zu und erst 100 Jah­re spä­ter wur­den die ers­ten Christ­baum­ku­geln ge­bla­sen. Im 19. Jahr­hun­dert wur­de der Christ­baum, un­ter­stützt durch den zu­neh­men­den Ei­sen­bahn­ver­kehr, in ganz Deutsch­land be­kannt. Die ka­tho­li­sche Kir­che sperr­te sich üb­ri­gens an­fangs ge­gen die Bäu­me, da sie in den Weih­nachts­krip­pen das rich­ti­ge Sym­bol für das Weih­nachts­ge­sche­hen sah. 'LHVH :HLKQDFKWVNULSSHQ VLQG HLQH fiJüU­li­che Darstel­lung der Ge­burt Je­su in Bet­le­hem. Als Ur­he­ber die­ser Re­li­quie wird oft fälsch­li­cher­wei­se Fran­zis­kus von As­si­si ge­nannt. Des­sen Weih­nachts­fei­er fand im Jahr 1223 in Greccio je­doch in ei­nem wirk­li­chen Stall mit Ochs und Esel und ei­ner stroh­ge­füll­ten Krip­pe statt. Der Ur­sprung des Brau­ches kann hin­ge­gen auf Päps­te in Rom zu­rück­ge­führt wer­den. Die größ­te Be­liebt­heit fan­den die Krip­pen zur Zeit des Ba­rock und vor al­lem die Je­sui­ten för­der­ten nach der Re­for­ma­ti­on die vi­su­el­len Darstel­lun­gen des Glau­bens. Zur Zeit der Sä­ku­la­ri­sa­ti­on zum Be­ginn des 19. Jahr­hun­derts kam ein Rück­schlag für die Krip­pen, wel­che in man­chen Tei­len Deutsch­lands so­gar in der Öf­fent­lich­keit ver­bo­ten wur­den. Die­se Un­ter­sa­gung führ­te je­doch da­zu, dass die Weih­nachts­krip­pen die Bür­ger­häu­ser er­ober­ten. In­ter­es­sant ist auch die Viel­falt der Darstel­lun­gen. Bei den Es­ki­mos liegt das Je­sus­kind auf ei­nem Schlit­ten, in Afri­ka ist es schwarz, in bay­ri­schen Krip­pen tra­gen die Hir­ten lo­ka­le Trach­ten und in Ja­pan wer­den die Ge­schen­ke von Sa­mu­rais an­statt von den hei­li­gen drei Kö­ni­gen ge­bracht. Der hei­li­ge Ni­ko­laus, Schutz­pa­tron der Kin­der, wird schon seit lan­gem mit Weih­nach­ten in Ver­bin­dung ge­bracht. Wir ken­nen ihn als gü­ti­gen bär­ti­gen Mann, der die Kin­der für die gu­ten Ta­ten be­lohnt. ,Q VHLQHP *HVSDQQ EH­fiQGHW VLFK DOOHU- Ein mo­der­ner Kram­pus am Perch­ten­lauf in Klagenfurt im Jahr 2006 dings auch der Kram­pus, der für die „Be­loh­nung“der schlech­ten Ta­ten zu­stän­dig ist. In­ter­es­sant ist, dass der hei­li­ge Ni­ko­laus bei sei­nen Be­su­chen hier vom Teu­fel be­glei­tet wird, da Kram­pus in sei­nem Aus­se­hen die­sem eben­so äh­nelt wie den mys­ti­schen und Tier­ge­stal­ten, die wir als Schirch­perch­ten (Dä­mo­nen, die vor al­lem im De­zem­ber, Ja­nu­ar er­schei­nen) im al­pen­län­di­schen Brauch­tum fiQGHQ. 'LHV ZDU üEUL­gens auch der Grund, war­um der Kram­pus­brauch wäh­rend der Zeit der In­qui­si­ti­on bei To­des­stra­fe ver­bo­ten war, da es nie­man­den er­laubt war, sich DOV WHXflLVFKH *HVWDOW zu ver­klei­den. Trotz­dem wur­de die­ser Win­ter­brauch in man­chen schwer zu­gäng­li­chen Or­ten heim­lich wei­ter­ge­führt. Wei­ter­hin ist in­ter­es­sant, wie der Ni­ko­laus zu sei­nen Ren­tie­ren kam. Nord­ost­si­bi­ri­sche Völ­ker ver­ehr­ten ur­sprüng­lich ei­nen gro­ßen Ren­tier­geist, mit dem nur der Scha­ma­ne, al­so der Pries­ter und Ma­gier des Stam­mes, in Ver­bin­dung tre­ten konn­te. Die­ser ver­setz­te sich mit­tels des Ge­nus­ses von Flie­gen­pil­zen in Tran­ce, de­ren Gift wohl­zu­be­rei­tet be­kannt­lich star­ke Hal­lu­zi­na­tio­nen her­vor­ruft. Dann “flRJ´ HU LQ GLH :HOW GHU *HLVWHU, XP 1DFK­rich­ten und Ge­schen­ke in Form von neu­en Lie­dern, Tän­zen und Ge­schich­ten für den Stamm zu sam­meln. In das Reich die­ser Geis­ter ge­lang­te der Scha­ma­ne durch das Rauch­ab­zugs­loch sei­ner Hüt­te. Es gibt hier al­so vie­le Par­al­le­len zur Weih­nachts­mann­le­gen­de. In­ter­es­sant ist wei­ter­hin ein Rück­blick auf die Ent­ste­hung der Weih­nachts­märk­te. Un­ge­si­chert ist die Aus­sa­ge, dass es den Münch­ner Christ­kindl­markt be­reits im Jah­re 1310 ge­ge­ben ha­ben soll. Ge­si­chert hin­ge­gen er­scheint das Al­ter des be­rühm­ten Nürn­ber­ger Christ­kin­del­mark­tes, das auf das 17. Jahr­hun­dert zu­rück­geht. In­iti­iert und ge­för­dert wur­den die­se Märk­te von der ent­ste­hen­den Spiel­zeug­in­dus­trie mit den Her­stel­lungs­zen­tren in Berch­tes­ga­den, dem Thü­rin­ger Wald und dem Erz­ge­bir­ge. Die­se Wa­ren wur­den dann vor­wie­gend über die Weih­nachts­märk­te in Nürn­berg, Dres­den und Leip­zig ab­ge­setzt. Als Be­gleit­erschei­nung zur be­sinn­li­chen Zeit ent­stan­den al­so schon sehr früh kom­mer­zi­el­le In­ter­es­sen, die sich heu­te zum Mot­to „Sü­ßer die Kas­sen nie klin­geln“ent­wi­ckelt ha­ben.

Über­all auf der Welt wird Weih­nach­ten ver­schie­den ge­fei­ert. Aus frü­he­rer Zeit in Deutsch­land ken­nen wir den Brauch, dass 24 St­un­den vor Hei­lig­abend streng ge­fas­tet wur­de. Wenn dann bei Son­nen­un­ter­gang ein Ka­no­nen­schuss auf dem Ka­s­tell S. An­ge­lo LQ 5RP GLH KHLOLJH ZHLW RI­fi­zLHOO HUöIIQHWH, fan­den abends in al­len Kir­chen fei­er­li­che Got­tes­diens­te statt. Nach der Mes­se gab es ein Fest­es­sen im Fa­mi­li­en­kreis, ge­folgt von reich­li­chen Ge­schen­ken. In den Küs­ten­or­ten Hol­lands kommt der Sin­ter­klaas be­reits drei Wo­chen vor sei­nem Ge­burts­tag oder am letz­ten Sams­tag im No­vem­ber mit HLQHP 6FKLII DQ. 7ySLVFK fiQQLVFK LVW GDV ge­mein­schaft­li­che Sau­nabad vor dem Hei­li­gen Abend. Und wenn wir den Ni­ko­laus auf ei­nem Ele­fan­ten am Strand von Pat­ta­ya se­hen, dann wird es klar, dass die­ser sich wohl in je­dem Land das ge­bräuch­li­che Trans­port­mit­tel wählt.

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