Ar­mee­of­fi­zie­re in Men­schen­han­del ver­wi­ckelt

Wochen Blitz - - Thailand Nachrichten -

Ar­mee­of­fi­zie­re des Kom­man­dos für In­ne­re Si­cher­heit (ISOC) schmug­geln Ro­hin­gya nach Thai­land. Das er­ga­ben Er­mitt­lun­gen der Po­li­zei.

Ar­mee­chef Prayuth Chan-ocha be­stä­tig­te, dass dies der Fall ist und be­kräf­tig­te da­mit die Aus­sa­ge ei­nes hoch­ran­gi­gen Po­li­zei­be­am­ten, der be­rich­te­te, dass Er­mitt­lun­gen der Po­li­zei er­ge­ben hät­ten, dass schon seit Jah­ren Ro­hin­gya aus Bur­ma über Song­khla nach Ma­lay­sia ge­schmug­gelt wer­den. Kon­trol­liert wer­de die­ser Men­schen­han­del von ei­ni­gen hoch­ran­gi­gen Mi­li­tär­of­fi­zie­ren.

Die Of­fi­zie­re – vom Ma­jor bis zum Oberst – hät­ten Kon­tak­te mit Bur­me­sen in Thai­land, die wie­der­um Kon­tak­te zu Agen­ten in Bur­ma hät­ten. Die­se wür­den dann die Ro­hin­gya per Boot nach Thai­land schmug­geln. In Thai­land an­ge­kom­men, wür­den die Ro­hin­gya nach Song­khla ge­bracht und dort in den um­lie­gen­den Wäl­dern ver­steckt.

Der er­mit­teln­de Po­li­zei­be­am­te be­rich­te­te, dass für den Schmug­gel so­gar Ar­mee­las­ter ein­ge­setzt wer­den wür­den. Manch­mal kä­me es zu Kon­trol­len durch die Po­li­zei, aber die­se wür­de dann im­mer kurz­fris­tig ei­nen An­ruf er­hal­ten und die Ar­mee­las­ter könn­ten pas­sie­ren.

Zu der Raz­zia in Song­khla, bei der 397 Ro­hin­gya be­freit wur­den, sei es ver­mut­lich nur ge­kom­men, weil es ei­nen Streit zwi­schen Ar­mee­of­fi­zie­ren ge­ge­ben ha­be. Die Kaut­schuk­plan­ta­ge, auf der die Ro­hin­gya in Hüt­ten aus­har­ren muss­ten, ge­hört ei­nem Vi­ze-Bür­ger­meis­ter von Padang Besar. Ge­gen ihn wur­de Haft­be­fehl aus­ge­stellt, der Mann ist flüch­tig.

Zu der Raz­zia kam es, als die Aus­län­der­be­hör­de ei­nen Tipp aus Ar­mee­krei­sen be­kam.

Ar­mee­chef Prayuth be­stä­tig­te die Aus­sa­gen des Po­li­zei­be­am­ten, es sei­en tat­säch­lich Ar­mee­of­fi­zie­re, die für die ISOC ar­bei­ten, an dem Men­schen­han­del be­tei­ligt. Man un­ter­su­che den Vor­fall und wol­le „die be­tref­fen­den Of­fi­zie­re aus­gra­ben“. Es han- de­le sich um schlech­te Of­fi­zie­re, die eli­mi­niert wer­den müss­ten.

Der Spre­cher der ISOC, Ditt­haporn Sa­si­sa­mit, sag­te, er sei von der Po­li­zei bis­lang nicht in­for­miert wor­den. Er wol­le aber ko­ope­rie­ren und ge­gen die be­tref­fen­den Ar­mee­of­fi­zie­re vor­ge­hen.

Der Gou­ver­neur von Song­khla, Grisa­da Boon­rach, will Dis­zi­pli­nar- und Straf­ver­fah­ren ge­gen Mit­ar­bei­ter der Ver­wal­tungs­be­hör­den ein­lei­ten, falls die­se am Men­schen­han­del be­tei­ligt sind. Bis­lang lä­gen aber kei­ne Be­wei­se vor. Viel­mehr sei er über den Ge­sund­heits­zu­stand der Flücht­lin­ge be­sorgt und ord­ne­te Kran­ken­häu­ser in der Pro­vinz an, Ärz­te und an­de­re Mit­ar­bei­ter be­reit­zu­stel­len, die sich um die Flücht­lin­ge küm­mern kön­nen.

Rund 1000 Ro­hin­gya wur­den in den letz­ten zwei Wo­chen in Song­khla, Na­ra­thi­wat, Trang, Pat­ta­ni und Phangn­ga auf­ge­grif­fen, die Thai­land als Tran­sit­land be­nutz­ten, um nach Ma­lay­sia wei­ter­zu­rei­sen.

Pa­ni­tan Wat­t­ana­ya­gorn, ein ASEANEx­per­te rief am 19. Ja­nu­ar die Re­gie­rung da­zu auf, mit den Mit­glieds­staa­ten der ASE­AN zu ko­ope­rie­ren – ein­schließ­lich In­di­en und Ban­gla­desch, da­mit end­lich ei­ne Lö­sung für das Ro­hin­gya-Pro­blem ge­fun­den wer­den kön­ne.

Rund 900 in Thai­land auf­ge­grif­fe­ne Ro­hin­gya sei­en von Men­schen­händ­lern nach Thai­land ge­schmug­gelt wor­den.

Die­se Men­schen­händ­ler soll­ten nach den Buch­sta­ben thai­län­di­scher Ge­set­ze be­straft wer­den, emp­fahl der Pa­ni­tan, der Do­zent an der Chul­a­long­korn Uni­ver­si­tät ist.

Thai­land al­lein ha­be nicht die Mög­lich­kei­ten, die Ro­hin­gya ent­we­der in ein Dritt­land zu brin­gen oder die Mi­gran­ten auf­zu­hal­ten, da­mit sie nicht mehr nach Thai­land kom­men, um von dort aus in Dritt­län­der wei­ter­zu­rei­sen.

Newspapers in German

Newspapers from Thailand

© PressReader. All rights reserved.