Ehe­schei­dung in Thai­land – Aus­län­der und Thai

Wochen Blitz - - Kolumne -

Wenn das ehe­li­che Zu­sam­men­le­ben nicht mehr funk­tio­niert und die bei­den Ehe­gat­ten nicht mehr zu­sam­men le­ben kön­nen, ist die ge­richt­li­che Schei­dung die letz­te Lö­sung.

Nach dem thai­län­di­schen Ge­setz sind ver­schie­de­ne Schei­dungs­grün­de be­stimmt, wo­bei die­se stets auf ei­nem Ver­schul­den des Ehe­gat­ten be­ru­hen muss.

Der Ehe­gat­te, der dann den ge­richt­li­chen Schei­dungs­an­trag stellt, kann sich je­doch nicht auf ein Ver­schul­den des an­de­ren Ehe­part­ners be­ru­fen, wenn er die­sem Fehl­ver­hal­ten zu­ge­stimmt oder die­ses Fehl­ver­hal­ten im Nach­hin­ein ver­zie­hen hat. Der Ehe­gat­te, der ei­nen Schei­dungs­grund ver­ur­sacht hat, ist nicht zur Be­an­tra­gung der Schei­dung be­rech­tigt.Die wich­tigs­ten Schei­dungs­grün­de sind Fehl­ver­hal­ten durch ei­nen Part­ner, bspw., dass der fi­nan­zi­ell stär­ke­re Part­ner sei­nen Un­ter­halts- und Für­sor­ge­pflich­ten nicht ord­nungs­ge­mäß nach­kommt. Wei­te­re Schei- dungs­grün­de sind Ehe­bruch oder häu­fi­ges Fehl­ver­hal­ten ei­nes der Part­ner.

An­de­re Schei­dungs­grün­de sind z.B., dass ein Ehe­gat­te sich ein Fehl­ver­hal­ten zu Schul­den kom­men ließ, das für den an­de­ren Ehe­gat­ten ent­wür­di­gend ist oder ihm die Fort­set­zung der Ehe un­ter Be­rück­sich­ti­gung sei­ner Le­bens­stel­lung un­zu­mut­bar macht. Dies be­trifft ins­be­son­de­re kör­per­li­che und see­li­sche Miss­hand­lun­gen durch ei­nen Ehe­gat­ten, ernst­haf­te Be­lei­di­gun­gen oder das bös­wil­li­ge Ver­las­sen ei­nes Ehe­gat­ten. Wenn seit der Tren­nung ein Jahr ver­gan­gen ist, kann der ver­las­se­ne Ehe­gat­te die Schei­dung be­an­tra­gen.

Wei­te­re an­er­kann­te Schei­dungs­grün­de sind die Ver­ur­tei­lung zu ei­ner Frei­heits­stra­fe auf­grund ei­nes Ver­bre­chens und hier­durch das An­se­hen des an­de­ren Ehe­gat­ten er­heb­lich be­ein­träch­tigt wird.

Ein Ge­richt wird ei­ne Ehe eben­falls schei­den, wenn ein Ehe­gat­te für ver­schol­len er­klärt wur­de oder er sei­nen Wohn­ort für mehr als drei Jah­re ver­las­sen hat, oh­ne dass ge­klärt wer­den kann, ob er noch lebt.

Wei­te­re Schei­dungs­grün­de sind schließ­lich die Er­kran­kung an ei­ner Geis­tes­krank­heit, ei­ner sons­ti­gen an­ste­cken­den oder ge­fähr­li­chen Krank­heit, oder kör­per­li­che Be­hin­de­run­gen, wel­che ein Zu­sam­men­le­ben der Ehe­leu­te un­mög­lich ma­chen.

Im Rah­men des Schei­dungs­ver­fah­rens, in dem über die Schei­dungs­grün­de ver­han­delt wird, wird im Rah­men des Ver­fah­rens ei­ne Re­ge­lung über das Ge­mein­schafts­ver­mö­gen und ein even­tu­el­les Sor­ge­recht für die Kin­der ge­re­gelt.

Ei­ne in Thai­land durch­ge­führ­te Schei­dung ist nach thai­län­di­schem Recht gül­tig.

Wenn die Ehe in Deutsch­land re­gis­triert und an­er­kannt wur­de, ist nach er­folg­ter Schei­dung so­wohl das zu­stän­di­ge deut­sche Fa­mi­li­en­ge­richt bzw. Stan­des­amt zu be­tei­li­gen.

Bei wei­ter­ge­hen­den Fra­gen zur Schei­dung in Thai­land, so­wie an­de­ren recht­li­chen Fra­gen, wen­den Sie sich ger­ne ent­we­der un­ter www.thai­recht.com oder in­fo@thai­recht.com an mich und mei­ne Thai­kol­le­gen.

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