Rolf Eden: Deutsch­lands letz­ter Play­boy 85

Amerika Woche - - Promis & Vips -

Na­tür­lich­läuft da noch was mit den Frau­en, Rolf Eden muss das deut­lich ma­chen, mehr­fach. Er hat ei­nen Ruf zu ver­lie­ren: Der ehe­ma­li­ge Nacht­club-Be­sit­zer gilt als letz­ter Play­boy Deutsch­lands. Am 6. Fe­bru­ar wur­de er 85 Jah­re alt.

Eden war mal für ein Stadt­ma­ga­zin „der pein­lichs­te Ber­li­ner“. Für ihn ein Eh­ren­ti­tel. Wie geht‘s? „Wie neu, über­all. Wol­len Sie mal aus­pro­bie­ren, Ma­dame?“, sagt Eden. Der Le­gen­de nach hat er in den 50er Jah­ren die Vo­ka­bel „Ab­schlep­pen“von Frau­en ge­prägt. Er hat sie­ben Kin­der mit sie­ben Frau­en, fährt Rolls Roy­ce und trägt noch im­mer wei­ße Ja­cketts.

Eden sitzt in sei­nem Stamm­ca­fé in Sch­mar­gen­dorf. Das ist tie­fes West-Berlin: Ne­ben­an ist ein Sa­lon von Udo Walz, im Vier­tel sind al­te Da­men mit Mo­hair-Müt­ze und Pelz un­ter­wegs. Eden, blon­de Haa­re, wei­ße Slip­per, ro­sa Pull­over, ist ge­al­tert. Die Stim­me ist lei­ser als frü­her.

Das hält ihn nicht da­von ab, ei­ni­ge Eden-Sät­ze raus­zu­hau­en. „Ich bin sehr ge­fragt bei den jun­gen Da­men.“Ob er das Al­ter gar nicht spürt? „Doch hier, er will nicht so oft.“Eden deu­tet auf den Schritt. „Hey Ba­by!“ruft er zwi­schen­durch ei­ner Be­kann­ten mitt­le­ren Al­ters im Ca­fé zu.

Wie hält er sich fit? „Nur mit Lie­be, kein Sport.“Sei­ne Dau­er­freun­din Bri­git­te (aus­ge­spro- chen: „Bri­schid“) hat laut Eden an­geb­lich nichts ge­gen sei­ne Es­ka­pa­den und Bor­dell­be­su­che.

Wenn der al­te Herr in sei­ner Lieb­lings­bar ei­ne unbekannte Da­me ken­nen ler­nen will, fragt er sie, was der Ehe­mann ar­bei­tet, um her­aus­zu­fin­den, ob sie ei­nen hat. Wenn nicht, sagt er: „Das ist aber ei­ne sehr gu­te Nach­richt.“

Er hat die Ar­ti­kel über sich in Ak­ten­ord­nern ge­sam­melt. „Ich bin pres­se­geil. Ich lie­be das.“Die bes­te Ent­schei­dung sei­nes Le­bens sei ge­we­sen, dass er nie ge­hei­ra­tet ha­be.

Die Play­boy-Rol­le, die An­ek­do­ten und schlüpf­ri­gen Sprü­che sind die ei­ne Sei­te. Eden ist ein Stück Nach­kriegs­deutsch­land. Er hat mit sei­nen Clubs vie­le Jah­re das West-Ber­li­ner Nacht­le­ben ge­prägt, er soll mit den Rol­ling Sto­nes ge­fei­ert und mit El­la Fitz­ge­rald ge­tanzt ha­ben.

Ein­mal ließ sich ei­ne Tän­ze­rin in ei­nem Eden-Lokal von ei­nem Pferd die Klei­der vom Leib zie­hen. Wer in den 80er Jah­ren auf Klas­sen­fahrt in West-Berlin war, muss­te ins „Big Eden“am Kur­fürs­ten­damm.

Die Clubs hat er schon vor Jah­ren ver­kauft. Von sei­nen Ber­li­ner Im­mo­bi­li­en mit un­ge­fähr 800 Mie­tern kann er sehr gut le­ben, sagt Eden. „Bei Miet­woh­nun­gen muss man nur die Sä­cke mit dem Geld in die Bank tra­gen.“

Newspapers in German

Newspapers from USA

© PressReader. All rights reserved.