Neue Initia­ti­ve der SVP in Waadt: Re­li­giö­se Son­der­wün­sche ver­bie­ten

Schwimm­dis­pens, Hand­schlag-Ver­wei­ge­rung: Die SVP Waadt lan­ciert ei­ne Initia­ti­ve ge­gen re­li­giö­se Spe­zi­al­be­hand­lung. Da­bei geht es ihr vor al­lem um den Is­lam.

Amerika Woche - - Alpenregion -

Die SVP Waadt will den Kan­ton mit ei­ner Initia­ti­ve vor re­li­giö­sem Fun­da­men­ta­lis­mus schüt­zen. Im Vi­sier hat sie da­bei vor al­lem den Is­lam. Ke­vin Gran­gier (im Fo­to rechts), Ge­ne­ral­se­kre­tär der SVP Waadt und Prä­si­dent des Initia­tiv­ko­mi­tees, sag­te jetzt bei ei­ner Me­di­en­kon­fe­renz, dass es auf der Ba­sis des Initia­tiv­tex­tes nicht mög­lich sein wer­de, die Bur­ka zu ver­bie­ten. Der Text sei prä­ven­tiv ge­dacht und brin­ge ver­fas­sungs­recht­li­che Ga­ran­ti­en mit. Ziel sei es, „zu ver­hin­dern, dass sich das Feh­len ei­ner ge­setz­li­chen Grund­la­ge ei­nes Ta­ges ge­gen un­se­re Frei­hei­ten und un­se­re Art zu le­ben rich­tet“.

Beim Initia­tiv­text han­delt es sich um ei­nen Pa­ra­gra­phen, der dem Ar­ti­kel 171 zu „Re­li­gi­ons­ge­mein­schaf­ten des öf­fent­li­chen In­ter­es­ses“der Kan­tons­ver fas­sung an­ge­fügt wer­den soll. Da­rin wür­de klar­ge­stellt, dass aus der An­er­ken­nung als Re­li­gi­ons­ge­mein­schaft des öf­fent­li­chen In­ter­es­ses kein An­recht auf durch Glau­bens­grund­sät­ze ge­recht­fer­tig­te „Zu­ge­ständ­nis­se oder Aus­nah­men“er wächst.

Als Bei­spie­le nennt der Text Spe­zi­al­be­hand­lun­gen im Ge­sund­heits­be­reich, spe­zi­fi­sche Un­ter­richts­in­hal­te oder Di­s­pen­sen, be­son­de­re Fei­er­ta­ge oder St­un­den­plä­ne, spe­zi­el­le Er­näh­rungs­wei­sen und Klei­der­vor­schrif­ten.

„Wir wol­len im Kan­ton Waadt kei­ne Zu­kunft wie in Bel­gi­en, wo es Quar­tie­re wie Mo­len­beek gibt, wo der Is­lam re­giert und der Staat kei­nen Ein­fluss mehr hat“, sag­te Gran­gier. Die Initia­ti­ve sei ein Schutz­wall ge­gen sol­che Par­al­lel­ge­sell­schaf­ten, die das ge­naue Ge­gen­teil von In­te­gra­ti­on sei­en. Der Is­lam ha­be ein Pro­blem mit un­se­rer Ge­sell­schaft und nicht um­ge­kehrt.

Chris­ti­ne Bus­sat (links), Grün­de­rin der Be­we­gung Mar­che Blan­che und SVP-Ge­mein­de­rä­tin, warn­te vor den „ver­hee­ren­den Ef­fek­ten“sol­cher Par­al­lel­ge­sell­schaf­ten, mit de­nen auch die Schweiz im­mer stär­ker kon­fron­tiert sei. Als Bei­spie­le nann­te Bus­sat den Fall ei­nes Schü­lers, der sei­ner Leh­re­rin die Hand nicht ge­ben woll­te, öf­fent­li­che Bä­der, wel­che Bur­ki­ni ak­zep­tier­ten, oder die gro­ße An­zahl an ver­schlei­er­ten Frau­en.

Die Bun­des­ver­fas­sung ga­ran­tie­re zwar die Glau­bens- und Ge­wis­sens­frei­heit, hielt SVP-Na­tio­nal­rat Mich­aël Buf­f­at fest, der Staat soll­te aber den­noch den Vor­rang der ei­ge­nen Kul­tur vor den aus dem Aus­land im­por­tier­ten Kul­tu­ren nicht ne­gie­ren.

Of­fi­zi­ell lan­ciert wird die Initia­ti­ve „ge­gen re­li­giö­sen Fun­da­men­ta­lis­mus“am 10. Ja­nu­ar 2017, gleich­zei­tig mit dem Be­ginn der Kam­pa­gne für die Re­gie­rungs­rats­wah­len in der Waadt. Die Initia­to­ren ha­ben vier Mo­na­te Zeit, um 12.000 Un­ter­schrif­ten zu sam­meln.

Die ka­tho­li­sche Kir­che des Kan­tons Waadt be­zeich­ne­te die jetzt ein­ge­bracht Initia­ti­ve als „un­nö­tig“. Die gel­ten­de Ge­setz­ge­bung sei streng ge­nug und bie­te ge­nü­gend Ga­ran­ti­en. So ha­be Schwei­zer Recht Vor­rang ge­gen­über re­li­giö­sen Ge­bo­ten.

Im Ge­gen­teil kön­ne die Volks­in­itia­ti­ve den Frie­den un­ter den ver­schie­de­nen Kon­fes­sio­nen ge­fähr­den. Zu­dem kön­ne sie An­hän­ger von re­li­giö­sen Min­der­hei­ten ent­mu­ti­gen, sich in die Waadt­län­der Ge­sell­schaft zu in­te­grie­ren, hielt die ka­tho­li­sche Kir­che fest.

Newspapers in German

Newspapers from USA

© PressReader. All rights reserved.