Eu­ro­pa be­tei­ligt sich wei­ter an der Raum­sta­ti­on ISS

Amerika Woche - - Wissenschaft -

Eu­ro­pa be­hält sei­nen Platz im Au­ßen­pos­ten der Mensch­heit: Die eu­ro­päi­sche Raum­fahrt­agen­tur ESA ver­län­gert ih­re Be­tei­li­gung an der In­ter­na­tio­na­len Raum­sta­ti­on ISS (Fo­to, mit Alex­an­der Gerst). „Wir kön­nen jetzt be­stä­ti­gen, dass wir bis 2024 ge­hen“, sag­te ESA-Chef Jan Wör­ner am Frei­tag nach ei­nem Mi­nis­ter­tref­fen im Schwei­zer Lu­zern.

Bis­lang wa­ren die Eu­ro­pä­er nur bis 2020 an Bord, die Haupt­geld­ge­ber Russ­land und USA hat­ten ihr En­ga­ge­ment be­reits frü­her um vier Jah­re ver­län­gert. Die Mit­glied­staa­ten sag­ten rund 960 Mil­lio­nen Eu­ro für die ISS zu.

Ins­ge­samt stell­ten die be­tei­mit lig­ten Län­der der ESA 10,3 Mil­li­ar­den Eu­ro für Raum­fahrt­pro­gram­me in den kom­men­den Jah­ren be­reit und steck­ten da­mit Eu­ro­pas Kurs im All ab. „Das ist ein gro­ßer Be­trag, der es uns er­laubt, wirk­lich vor­an­zu­schrei­ten“, sag­te Wör­ner.

Die Agen­tur hat­te Wün­sche über 11 Mil­li­ar­den Eu­ro an­ge­mel­det. Deutsch­land steu­ert nach An­ga­ben des Deut­schen Zen­trums für Luft- und Raum­fahrt zwei Mil­li­ar­den Eu­ro bei.

Die 22 Mit­glied­staa­ten ga­ben auch grü­nes Licht für die zwei­te Pha­se der Exo­Mars-Mis­si­on, für die knapp 440 Mil­lio­nen Eu­ro zu­sätz­lich ge­braucht wur­den. In dem eu­ro­pä­isch-rus­si­schen Pres­ti­ge­pro­jekt soll 2020 ein Ro­ver auf dem Ro­ten Pla­ne­ten lan­den - zwei Jah­re spä­ter als ur­sprüng­lich ge­plant, des­halb muss­te auf­ge­stockt wer­den. Der Trans­por­ter, der die Son­de zum Mars trans­por­tiert, wird in Deutsch­land ent­wi­ckelt - eben­so wie ein For­schungs­in­stru­ment für die Su­che nach Le­bens­spu­ren.

Die Ko­or­di­na­to­rin der deut­schen Bun­des­re­gie­rung für die Luft- und Raum­fahrt, Bri­git­te Zy­pries, sprach nach der Kon­fe­renz von ei­nem „her­vor­ra­gen­den Er­geb­nis so­wohl für die mit­tel­stän­di­sche Raum­fahr tin­dus­trie als auch für die gro­ßen Raum­fahrt­un­ter­neh­men“.

Ein Her­zens­pro­jekt von Di­rek­tor Wör­ner steht al­ler­dings erst­mal in den Ster­nen: Das Pro­gramm AIM, dem Tech­nik zur Ab­wehr von As­te­ro­iden ent­wi­ckelt wer­den soll. Da­für sei­en kei­ne aus­rei­chen­den Fi­nanz­zu­sa­gen ge­macht wor­den, sag­te Wör­ner, es kann des­halb nicht wie ge­plant star­ten.

An dem The­ma will die ESA trotz­dem dr­an­blei­ben: Es ge­be Geld im all­ge­mei­nen For­schungs­pro­gramm, das für die­ses Ziel ge­nutzt wer­den kön­ne - und ei­ni­ge Mit­glied­staa­ten hät­ten an­ge­deu­tet, even­tu­ell spä­ter Geld zur Ver­fü­gung zu stel­len.

Die ge­nann­ten Be­trä­ge sind zum Teil nur schwer zu ver­glei­chen, weil die Pro­gram­me un­ter­schied­li­che Lauf­zei­ten ha­ben. So sind 1,4 Mil­li­ar­den Eu­ro für Pro­gram­me zur Erd­be­ob­ach­tung bis 2025 vor­ge­se­hen. 1,6 Mil­li­ar­den Eu­ro ste­hen bis 2023 für das Trä­ger­ra­ke­ten­pro­gramm be­reit - für Zu­schüs­se zur Nut­zung der Ariane-5-Ra­ke­te, den eu­ro­päi­schen Welt­raum­bahn­hof in Fran­zö­sisch-Gu­ya­na, aber auch für die Ent­wick­lung neu­er Tech­nik.

Zu­dem soll ein wie­der­ver­wend­ba­res Raum­fahr­zeug ent­wi­ckelt wer­den, das für Ex­pe­ri­men­te in der Schwe­re­lo­sig­keit ge­nutzt wer­den kann. Die ESA-Staa­ten sie­gel­ten auch Wör­ners grund­sätz­li­che Stra­te­gie ab, die Zu­sam­men­ar­beit mit pri­va­ten Raum­fahrt-Ak­teu­ren wei­ter aus­zu­bau­en.

Newspapers in German

Newspapers from USA

© PressReader. All rights reserved.