Ter­ror­an­schlag vor dem Fest! Lkw rast in Ber­li­ner Weih­nachts­markt!

Der Wahl­kampf 2017 wird ihr schwie­rigs­ter, meint Mer­kel. Der An­schlag in Ber­lin könn­te das er­heb­lich be­kräf­ti­gen. Vie­le for­dern mehr Här­te der Flücht­lings­kanz­le­rin ge­gen je­ne, die die Gut­men­sch­lich­keit miss­brau­chen. Aber Sie will da­von aber nichts wis­sen.

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Der Alp­traum ist Wirk­lich­keit ge­wor­den - eben der Alp­traum, vor dem vie­le Men­schen ge­warnt ha­ben, die die Po­li­tik der of­fe­nen Gren­ze für al­les, was sich Flücht­ling nennt, von An­fang an scharf kri­ti­siert ha­ben. Und wenn die Po­li­tik noch so sehr je­den is­la­mis­ti­schen An­schlag in Deutschland her­un­ter­spielt und als Tat von psy­chisch-kran­ken Ein­zel­tä­tern dar­stellt - beim Groß­teil der Be­völ­ke­rung hat längst die Ein­sicht Ober­was­ser be­kom­men, dass der Satz „Wir schaf­fen das“von An­ge­la Mer­kel nur noch ei­ne bit­te­re Far­ce ist.

Es muss so­fort ge­han­delt wer­den, auch wenn das kein Schutz vor wei­te­ren At­ten­ta­ten ist. Die Ge­fahr ist längst vor Ort, nur Bun­des­re­gie­rung und die Op­po­si­ti­on sind in schö­ner Ein­tracht - al­len vor­an die Grü­nen und die Lin­ken - auf die­sem Au­ge blind - und das kann nun, nach die­sem schreck­li­chen ers­ten gro­ßen An­schlag ein zu mäch­ti­ger Bu­me­rang für Mer­kel wer­den.

Ein Last­wa­gen fährt ge­zielt in ei­nen Weih­nachts­markt in der Haupt­stadt. Min­des­tens zwölf Men­schen ster­ben, Dut­zen­de wer­den ver­letzt. So­fort wer­den Er­in­ne­run­gen an den is­la­mis­ti­schen Ter­ror­an­schlag mit ei­nem Lkw in Niz­za wach, der IS für sich pro­kla­miert. Und nun Ber­lin, na­he des Kanz­ler­am­tes, an der Rui­ne der im Zwei­ten Welt­krieg zer­stör­ten Ge­dächt­nis­kir­che - ei­gent­lich ein Mahn­mal des Frie­dens.

Als die ers­ten Mel­dun­gen von dem An­schlag am Mon­tag­abend ein­ge­hen, ist Bun­des­kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel gera­de mit In­te­gra­ti­ons­hel­fern im Kanz­ler­amt zu­sam­men. Sie wür­digt de­ren gro­ßen Leis­tun­gen und warnt vor Dis­kri­mi­nie­rung. Sie sagt: „Es gibt im­mer Men­schen, die müs­sen et­was län­ger über­zeugt wer­den. Es gibt so­gar Men­schen, die hö­ren gar nicht hin. Dann muss man dann auch ein­fach sei­nen Weg wei­ter­ge­hen.“Ach ja?

Mer­kel hat­te den an­geb­li­chen Flücht­lin­gen 2015 groß­zü­gig hel­fen las­sen und da­bei deut­sches und eu­ro­päi­sches Recht ge­bro­chen, denn ei­ne un­kon­trol­lier­te Ein­rei­sen für Men­schen, die nicht aus der EU stam­men, sind so­wohl in Deutschland wie auch der gan­zen EU nicht zu­läs­sig. Den­noch, die Will­kom­mens­kul­tur der Deut­schen wur­de von vie­len Men­schen welt­weit be­wun­dert, von vie­len aber auch von An­fang an skep­ti­sche ge­se­hen. Es gab nicht nur ei­ne tie­fe Ve­r­un­si­che­rung ein, ob Deutschland in der La­ge sein wird, die vie­len Hil­fe­su­chen­den vor al­lem aus Sy­ri­en, dem Irak und Af­gha­nis­tan zu in­te­grie­ren.

Es gab zu­dem auch Un­ver­ständ­nis, weil je­nen Men­schen nicht nur ein Dach über dem Kopf und aus­rei­chend Es­sen zu­teil wur­de, son­dern ih­nen auch an­sons­ten Ver­güns­ti­gun­gen ge­währt wur­den, die kein Harz IV-Emp­fän­ger er­hält, von Ob­dach­lo­sen ganz zu schwei­gen.

Die Flücht­lin­ge, die in vie­len Tei­len Deutsch­lands so­gar in Neu­bau­woh­nun­gen oder -häu­sern ein­quar­tiert wur­den - wann hat es so ei­ne Ak­ti­on je­mals für not­lei­den­de Deut­sche ge­ge­ben? - schie­nen der Kanz­le­rin fort­an wich­ti­ger zu sein als die ei­ge­ne Be­völ­ke­rung. Mer­kel ver­lor zu­neh­mend an Zu­stim­mung, ihr einst so präch­tig strah­len­der Stern scheint seit­dem mehr und mehr zu ver­glü­hen.

Als sie am Di­ens­tag vor die Ka­me­ras tritt, trägt sie Trau­er. Sie sagt, es wä­re „be­son­ders wi­der­wär­tig“, soll­te es sich bei dem At­ten­tä­ter um ei­nen Flücht­ling han­deln.

Mer­kel ver­spricht in je­dem Fall ei­ne har­te Be­stra­fung - und hält an ih­ren Wer­ten fest: „Auch wenn es in die­sen St­un­den schwer fällt: Wir wer­den die Kraft fin­den für das Le­ben, wie wir es in Deutschland le­ben wol­len: frei, mit­ein­an­der und of­fen.“Und: „Wir wol­len nicht da­mit le­ben, dass uns die Angst vor dem Bö­sen lähmt.“

Das ist ei­ni­gen Mit­glie­dern in der Uni­on zu we­nig. Sie hät­ten sich ei­ne viel schär­fe­re An­sa­ge ge­wünscht, sagt ei­ner vom kon­ser­va­ti­ven Flü­gel, der na­ment­lich nicht ge­nannt wer­den will. Mer­kel müss­te deut­lich ma­chen, dass Flücht­lin­ge nicht mehr als Be­rei­che­rung emp­fun­den wür­den, dass die ge­sam­te Gren­ze kon­trol­liert wer­den müs­se und kei­ner mehr oh­ne in­ten­si­ve Prü­fung ins Land ge­las­sen wer­de. Kei­ne Ge­sell­schaft hal­te auf Dau­er die Angst aus, dass un­ter et­wa ei­ner Mil­li­on Flücht­lin­gen im Land mut­maß­li­che Ter­ro­ris­ten sei­en.

CSU-Chef Horst See­ho­fer ging völl­lig zu Recht - kurz nach dem Ter­ror­an­schlag of­fen auf Kon­fron­ta­ti­on zu Mer­kel: „Wir sind es den Op­fern, den Be­trof­fe­nen und der ge­sam­ten Be­völ­ke­rung schul­dig, dass wir un­se­re ge­sam­te Zu­wan­de­rungs- und Si­cher­heits­po­li­tik über­den­ken und neu jus­tie­ren“, sagt der baye­ri­sche Mi­nis­ter­prä­si­dent in Mün­chen. Die ge­sam­te Po­li­tik. Das heißt: Mer­kels Po­li­tik. Denn sie gilt als die Flücht­lings­kanz­le­rin, die die deut­sche Tür 2015 ge­öff­net hat - auch wenn sie da­nach das Asyl­recht mas­siv ver­schärf­te.

Wird Mer­kel das al­les un­be­scha­det über­ste­hen? Beim CDUPar­tei­tag in Es­sen An­fang De­zem­ber ent­lud sich Un­mut, bei ei­ni­gen so­gar Wut an der dop­pel­ten Staats­bür­ger­schaft. Das höchs­te Be­schluss­gre­mi­um der Par­tei ent­schied, den Kom­pro­miss mit der SPD wie­der auf­zu­kün­di­gen.

Da­nach sol­len sich in Deutschland ge­bo­re­ne Kin­der aus­län­di­scher El­tern zwi­schen 18 und 23 Jah­ren wie­der zwi­schen der deut­schen und der Staats­bür­ger­schaft ih­rer El­tern ent­schei­den müs­sen - al­so ei­nen Pass ab­ge­ben. Und was macht die selbst­herr­li­che Bun­des­kanz­le­rin? Sie sagt, sie setzt das nicht um. Von Ent­frem­dung zwi­schen der CDU und ih­rer Par­tei­che­fin ist die Re­de.

Schon die Köl­ner Sil­ves­ter­nacht vor ei­nem Jahr mit den vie­len se­xu­el­len Über­grif­fen von Män­nern, dar­un­ter et­li­chen Flücht­lin­gen, auf Frau­en, mar­kier­te für Mer­kel ei­ne Wen­de. Sie be­kam die kip­pen­de Stim­mung in der Be­völ­ke­rung zu spü­ren. Dann die An­schlä­ge in Bay­ern. Sie wa­ren schlimm, in ih­rem Aus­maß aber nicht so groß und sym­bol­träch­tig wie der An­schlag in Ber­lin.

Auch In­nen­mi­nis­ter Tho­mas de Mai­ziè­re (CDU, Fo­to) tritt vor die Pres­se. Er bit­tet die Bür­ger: „Las­sen Sie uns ge­mein­sam den Fein­den un­se­rer rechts­staat­li­chen und frei­heit­li­chen Ge­sell­schaft die Stirn bie­ten und auf­recht blei­ben. Wir trau­ern. Und wir kämp­fen um un­se­re Frei­heit.“Auf die Fra­ge, was er zu See­ho­fer sa­ge, ent­geg­net er, dass er jetzt an die Op­fer den­ke. Er be­tont: „Heu­te ist nicht der Tag, über Kon­se­quen­zen zu spre­chen.“Mer­kels Kri­ti­ker wol­len aber über Kon­se­quen­zen spre­chen - und zwar jetzt und so­fort.

Mer­kel hat im No­vem­ber be­tont, dass der Wahl­kampf 2017 ihr schwie­rigs­ter wer­den wird. Der An­schlag vom 19. De­zem­ber be­stä­tigt das auf bit­te­re Wei­se, und er wird - so ist zu be­fürch­ten, nicht der letz­te blei­ben.

Denn wäh­rend in Ber­lin im­mer mehr an­geb­li­che neue Spu­ren ans Licht kom­men, fass­ten Spe­zi­al­ein­hei­ten am frü­hen Frei­tag­mor­gen in Duis­burg zwei 28 und 31 Jah­re al­te im Ko­so­vo ge­bo­re­ne Brü­der. Sie hat­ten ver­meint­lich ei­nen An­schlag auf das Cen­tro-Kauf­haus im be­nach­bar­ten Ober­hau­sen ge­plant - ei­nes der größ­ten deut­schen Ein­kaufs­zen­tren. Ta­ge spä­ter wur­den sie frei­ge­las­sen - es gab kei­ne Be­wei­se für ei­nen ge­plan­ten

Ter­ror­an­griff.

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