Kriegs­wahn? Bun­des­wehr­trup­pe in Ni­ger wird ver­dop­pelt

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Nicht nur nach Ma­li und Af­gha­nis­tan wer­den zu­sätz­li­che deut­sche Sol­da­ten ge­schickt, jetzt wird auch der Stütz­punkt im Nach­bar­land Ni­ger wei­ter aus­ge­baut.

Die Trup­pen­stär­ke der Bun­des­wehr im west­afri­ka­ni­schen Ni­ger wird ver­dop­pelt. Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­rin Ur­su­la von der Ley­en (CDU) kün­dig­te nach ei­nem Be­such auf dem Luft­waf­fen­stütz­punkt in der Haupt­stadt Nia­meh an, dass statt der­zeit 42 künf­tig bis zu 100 Sol­da­ten dort sta­tio­niert sein wür­den. Ni­ger war die letz­te Sta­ti­on ei­ner drei­tä­gi­gen Afri­ka-Rei­se von der Ley­ens, die sie we­gen des mut­maß­li­chen An­schlags in Ber­lin leicht ver­kürz­te.

Von Ni­ger aus un­ter­stützt die Bun­des­wehr den UN-Frie­dens­ein­satz Mi­nus­ma im Nach­bar­land Ma­li mit ei­nem Trans­port- und ei­nem Sa­ni­täts­flug­zeug. In der frü­he­ren ma­li­schen Re­bel­len­hoch­burg Gao sind knapp 600 deut­sche Sol­da­ten sta­tio­niert.

Auch dort ist im nächs­ten Jahr we­gen der Ent­sen­dung von acht Hub­schrau­bern ei­ne deut­li­che Trup­pen­auf­sto­ckung ge­plant, wahr­schein­lich um et­wa 300 Sol­da­ten. Der Mi­nus­ma-Ein­satz könn­te da­mit Af­gha­nis­tan als bis­her größ­ten Ein­satz der Bun­des­wehr ab­lö­sen.

Die deut­schen Sol­da­ten in Nia­meh sind in ei­nem stau­bi­gen fran­zö­si­schen Feld­la­ger am Flug­ha­fen in Zel­ten un­ter­ge­bracht. We­gen der har­ten Be­din­gun­gen dort mit Tem­pe­ra­tu­ren von deut­lich über 30 Grad selbst im Win­ter und ho­her Lärm­be­las­tung, blei­ben die Sol­da­ten in der Re­gel nicht län­ger als zwei Mo­na­te. Nor­mal sind Ein­satz­zei­ten von vier bis sechs Mo­na­ten. Im Zu­ge der Ver­stär­kung der Luft­waf­fen-Trup­pe sol­len die Zel­te nun durch Con­tai­ner er­setzt wer­den.

Die Bun­des­re­gie­rung wird auch die Si­cher­heits­kräf­te Ni­gers im kom­men­den Jahr mit vor­aus­sicht­lich 15 Mil­lio­nen Eu­ro un­ter­stüt­zen. Das bit­ter­ar­me Land, durch das die Haupt-Flücht­lings­rou­ten zur Süd­küs­te des Mit­tel­meers füh­ren, soll nach jet­zi­gem Pla­nungs­stand vor al­lem Last­wa­gen für die Ar­mee so­wie Ge­län­de­wa­gen und Te­le­kom­mu­ni­ka­ti­ons­ge­rä­te für Po­li­zei, Gen­dar­me­rie und Grenz­schutz er­hal­ten. Die end­gül­ti­ge Ent­schei­dung steht aber noch aus. Die ge­plan­te Hil­fe ist Teil des so­ge­nann­ten Er­tüch­ti­gungs­pro­gramms der Bun­des­re­gie­rung, mit dem ver­trau­ens­wür­di­ge Län­der in Kri­sen­re­gio­nen in die La­ge ver­setzt wer­den sol­len, selbst für ih­re Si­cher­heit zu sor­gen. Bis­her zäh­len Jor­da­ni­en, Tu­ne­si­en, der Irak und Ma­li zu den Emp­fän­ger­län­dern.

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