Ben­zin­au­tos sol­len we­ni­ger Fe­in­staub aus­sto­ßen - Kri­tik vom VDA

Fe­in­staub macht nach Ein­schät­zung von Me­di­zi­nern jähr­lich Zehn­tau­sen­de Men­schen in Eu­ro­pa krank. Die n oin n i. ii

Amerika Woche - - Auto -

Um Bür­ger bes­ser vor ge­sund­heits­schäd­li­chem Fe­in­staub zu schüt­zen, sol­len künf­tig auch Ben­zin­au­tos mit be­son­de­ren Fil­tern fah­ren. Dar­auf ei­nig­ten vor kur­zem die Ex­per­ten der EU-Staa­ten, wie die EU-Kom­mis­si­on mit­teil­te. Um­welt­schüt­zer re­agier­ten er­freut, doch die Au­to­in­dus­trie hält den Plan für zeit­lich nicht mach­bar.

Bei mo­der­nen Die­sel­au­tos sind so­ge­nann­te Par­ti­kel­fil­ter schon län­ger in Ge­brauch, da­mit we­ni­ger Fe­in­staub in die Um­welt ge­langt. Denn die mi­kro­sko­pisch klei­nen Teil­chen wer­den für ge­fähr­li­che Atem­wegs- und Lun­gen­krank­hei­ten ver­ant­wor tlich ge­macht. Sol­che Fil­ter sol­len nun nach und nach auch für Ben­zin­mo­to­ren mit Di­rekt­ein­sprit­zung ein­ge­führt wer­den.

Die EU setzt da­bei auf Fe­in­staub-Ober­gren­zen, die sich laut of­fi­zi­el­len An­ga­ben nur mit Fil­tern ein­hal­ten las­sen. Die Vor­ga­ben sol­len ab Sep­tem­ber 2017 für neue Fahr­zeug­ty­pen gel­ten, ein Jahr spä­ter für al­le Neu­wa­gen in Eu­ro­pa.

Au­to­käu­fer müs­sen zu­dem künf­tig in den Fahr­zeug­pa­pie­ren nach- le­sen kön­nen, wie viel Schad­stof­fe ein Wa­gen im nor­ma­len Fahr­be­trieb aus­stößt. Schließ­lich sol­len die Test­ver­fah­ren rea­lis­ti­scher wer­den und auch Starts mit kal­tem Mo­tor bes­ser ab­bil­den.

„Das ist ein gu­ter Tag für Stadt­be­woh­ner, die mit Au­to­ab­ga­sen ver­seuch­te Luft ein­at­men müs­sen“, kom­men­tier­te Ju­lia Po­lisca­no­va von der Um­welt­or­ga­ni­sa­ti­on Trans­port and En­vi­ron­ment. Die Bun­des­re­pu­blik Deutschland stimm­te den neu­en Auf­la­gen nach An­ga­ben von Di­plo­ma­ten in dem zu­stän­di­gen Ex­per­ten­gre­mi­um TCMV zu.

Der Ver­band der Au­to­mo­bil­in­dus­trie re­agier­te mit hef­ti­ger Kri­tik. „Hier wä­re ein Ve­to der Bun­des­re­gie­rung nö­tig ge­we­sen“, er­klär­te der Ver­band in Ber­lin. Die vor­ge­se­he­nen Fris­ten be­deu­te­ten ei­nen Ein­griff in Pro­dukt­zy­klen und näh­men den Her­stel­lern jeg­li­che Pl­an­bar­keit.

„Hier fehlt der po­li­ti­sche Wil­le, die Gren­zen des Mach­ba­ren an­zu­er­ken­nen“, er­klär­te dann der VDA. Die Frist für neue Mo­del­le bis 2017 kön­ne zwar ge­meis­tert wer­den. Doch dass schon ein Jahr spä­ter die Vor­ga­ben für al­le Fahr­zeug­ty­pen gel­ten soll­ten, sei „zeit­lich nicht zu schaf­fen“.

In der Fol­ge könn­ten in Eu­ro­pa bis zu 500.000 Fahr­zeu­ge deut­scher Kon­zern­mar­ken we­ni­ger ge­baut wer­den. „Ein Ein­füh­rungs­zeit­raum bis zum Sep­tem­ber 2019 hät­te die Ge­fahr solch ne­ga­ti­ver Fol­gen ver­mie­den“, hieß es wei­ter.

Die EU-Staa­ten und das Eu­ro­pa­par­la­ment ha­ben nun drei Mo­na­te Zeit, um Wi­der­spruch ge­gen die Ent­schei­dung ein­zu­le­gen. Da­nach gilt sie als an­ge­nom­men.

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