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Amerika Woche - - Meinung -

FAZ Noch im Tod er­in­ner­te der mut­maß­li­che Ter­ro­rist dar­an, dass ihm die eu­ro­päi­sche und deut­sche Si­cher­heits­ar­chi­tek­tur, die doch an­geb­lich längst auf die Ter­ror­be­kämp­fung ein­ge­stellt ist, nicht viel an­ha­ben konn­te und auf Zu­fäl­le ver­trau­en muss. In die Er­leich­te­rung mischt sich des­halb be­rech­tig­te Sor­ge dar­über, dass wie­der ein­mal nur halb­her­zi­ge Kon­se­quen­zen ge­zo­gen wer­den könn­ten.(...) Es ist zu fürch­ten, dass in den kom­men­den Wo­chen statt­des­sen ger­ne über Be­hör­den­ver­sa­gen ge­re­det wird. Vie­les spricht aber da­für, dass sich die Be­hör­den nur an das ge­hal­ten ha­ben, was ih­nen die Po­li­tik vor­gibt. Thü­rin­gi­sche Lan­des­zei­tung Ein Last­wa­gen wird zur Waf­fe: Die­se Bil­der hat­ten wir noch aus Süd­frank­reich vor Au­gen. Und nun: Ber­lin. Und je­der weiß: Es kön­nen noch so vie­le Po­li­zis­ten un­ter­wegs sein: Auf­hal­ten lässt sich so ein Men­schen­schläch­ter nicht. Oder an­ders for­mu­liert: Wer raus­geht, kann zum Op­fer wer­den. Wer Plät­ze auf­sucht, wird nun nicht mehr un­be­schwert sein - nicht in die­sem Ad­vent oder bald im Kar­ne­val, bei Sport­ver­an­stal­tun­gen und Fe­st­um­zü­gen. Dass wir uns nicht mehr trau­en kön­nen: Das ist das Schlimms­te an sol­chen An­schlä­gen. Das ist der ei­gent­li­che Hor­ror, weil er un­se­re freie Ge­sell­schaft zu ei­ner un­frei­en ma­chen soll. Die Welt, Ber­lin Law and Or­der ist ein kon­sti­tu­ti­ves Ele­ment li­be­ra­ler De­mo­kra­ti­en. Dass sie ih­re Ge­set­ze ra­di­kal durch­set­zen, oh­ne An­se-hen von Per­son, Her­kunft, so­zia­lem Stand - das ist ei­ne Er­run­gen­schaft der Auf­klä­rung. Nur wenn der Staat die Re­geln des Zu­sam­men­le­bens im Rah­men der Ver­fas­sung durch­setzt, kön­nen die Men­schen auch . in­ner­halb die­ser Re­geln . in Frei­heit le­ben. Das Ver­trau­en in solch ei­nen Rechts­staat ist das Fun­da­ment der Frei­heit. Der Fall Anis Am­ri er­schüt­tert die­ses Ver­trau­en bis ins Mark. Es ist nicht die Stär­ke der Rechts­po­pu­lis­ten, die den Rechts­staat ge­fähr­det, es ist viel­mehr die Schwä­che des Rechts­staa­tes in Deutschland und Eu­ro­pa.

Schwä­bi­sche Zei­tung”Das Ge­fühl aus Hilf­lo­sig­keit, Trau­er und auch Wut ist kaum in Wor­te zu fas­sen. Nach den vie­len To­ten in Ber­lin

müss­te eher Sprach­lo­sig­keit, Mit­ge­fühl und Bei­leid vor­herr­schen. Doch in den so­zia­len Netz­wer­ken über­schla­gen sich die Mei­nungs­äu­ße­run­gen, ge­paart mit Po­le­mik und Hass. Ganz vor­ne ist die AfD, die vor­gibt, die Hin­ter­grün­de zu wis­sen und die die Op­fer scham­los für ih­re Pro­pa­gan­da miss­braucht. Stil­le ken­nen die­se Het­zer nicht. Mut­lo­sig­keit bricht sich ih­ren Weg und die kla­re Er­kennt­nis, dass die Po­li­zei ih­re Ar­beit ma­chen muss, be­vor man sich sel­ber die Din­ge zu­sam­men­reimt. Hes­si­sche Nie­der­säch­si­sche All­ge­mei­ne Wie oft hat man in den ver­gan­ge­nen Wo­chen im pri­va­ten Kreis dar­über ge­spro­chen: Si­cher­heit kann es bei die­sen Men­schen­mas­sen auf den Weih­nachts­märk­ten nicht ge­ben. Man ist trotz­dem hin­ge­gan­gen, in der Er­war­tung, dass die ei­ge­ne fried­li­che Ab­sicht das Bö­se ab­schre­cken mö­ge. Oh­ne zu wis­sen, was in die­sem Lkw wirk­lich pas­siert ist, ver­bie­ten sich fal­sche Rück­schlüs­se auf Tä­ter und Mo­ti­ve. Die­ses Weih­nachts­fest wird den­noch über­schat­tet von den Bil­dern aus Ber­lin. Und da­von, wie ver­letz­lich un­se­re Wer­te­ge­mein­schaft in Wahr­heit ist.

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