Wes­tern, Lie­be und Spio­na­ge: Acht Kul­tur-Ge­denk­ta­ge

Ma­ler mil lde ur­de r 1 0 geb ren und auch für Schrift­stel­ler arl May gibt es ein run­des Ju­bi­lä­um. ie­se und ei­te­re edenk­ta­ge n prä­gen­den er­sön­lich­kei­ten der ul­tur­ge­schich­te k mmen in die­sem Jahr auf uns zu.

Amerika Woche - - Jahresvorschau 2017 -

Vor 100 Jah­ren wur­de De­an Mar­tin ge­bo­ren, vor 200 starb Ja­ne Aus­ten. Im sel­ben Jahr, 1817, kam ein gro­ßes Vor­bild von Tho­mas Mann zur Welt. 2017 jäh­ren sich meh­re­re Ge­burts- und Ster­be­ta­ge wich­ti­ger Künst­ler. Es folgt ei­ne Aus­wahl in chro­no­lo­gi­scher Rei­hen­fol­ge:

HUMPHREY BOGART: Al­le woll­ten so läs­sig rau­chen wie er. Ei­ner der ein­fluss­reichs­ten Schau­spie­ler der 1940er und 1950er Jah­re starb vor 60 Jah­ren am 14. JA­NU­AR 1957. Bogart war ein Männ­lich­keitsidol und Frau­en­held; er ver­kör­per­te den «Bo­g­ar­ti­an man», den Zy­ni­ker mit ro­man­ti­schen Un­ter­tö­nen, im­mer mit ei­ner Zi­ga­ret­te im Mund­win­kel. Bogart wur­de 57 Jah­re alt. Er hat­te Spei­se­röh­ren­krebs.

KARL MAY: Die nach dem Au­tor be­nann­ten Fest­spie­le lo­cken jähr­lich hun­dert­tau­sen­de Zu­schau­er nach Bad Se­ge­berg. Der Er­fin­der von Win­ne­tou und Old Shat­ter­hand schrieb zahl­rei­che Wes­tern-Ro­ma­ne wie «Der Schatz im Sil­ber­see» und «Un­ter Gei­ern», vie­le wur­den spä­ter ver­filmt. Mit mehr als 100 Mil­lio­nen ver­kauf­ten Bü­chern im deutsch­spra­chi­gen Raum gilt er als der am meis­ten ge­le­se­ne deut­sche Au­tor. Vor 175 Jah­ren, am 25. FE­BRU­AR 1842, wur­de der Sach­se ge­bo­ren. Die Schau­plät­ze sei­ner Er­zäh­lun­gen be­reis­te May erst nach der Ver­öf­fent­li­chung.

DE­AN MAR­TIN: Der «Play­boy» be­schrieb ihn ein­mal als «cools­ten Mann, der je­mals ge­lebt hat». Mit sei­ner sam­ti­gen Stim­me, mit ko­mö­di­an­ti­schem Na­tur­ta­lent und schein­bar mü­he­lo­ser Schau­spiel­kunst war De­an Mar­tin jahr­zehn­te­lang ei­ner der po­pu­lärs­ten En­ter­tai­ner in den USA. El­vis Pres­ley nann­te ihn sein Kind­heits­idol. Vor 100 Jah­ren, am 7. JU­NI 1917, wur­de Di­no Cro­cet­ti ge­bo­ren, wie der Sohn ei­nes ita­lie­ni­schen Ein­wan­de­rers ei­gent­lich hieß. In sei­nen letz­ten Jah­ren litt er un­ter Alz­hei­mer, be­vor er am 25. De­zem­ber 1995 starb.

JA­NE AUS­TEN: Die Schöp­fe­rin von «Stolz und Vor­ur­teil» starb vor 200 Jah­ren. In ih­ren Tex­ten ka­ri­kier­te Aus­ten mit Witz und Iro­nie Mensch und Ge­sell­schaft. Ih­re Lie­bes­ge­schich­ten ha­ben stets ein Happy End und wa­ren be­reits zu Aus­tens Leb­zei­ten be­liebt. Am 18. JU­LI 1817 starb sie mit nur 41 Jah­ren. Wor­an, ist nicht klar. Ver­mu­tet wird, dass sie an ei­ner Ne­ben­nie­ren­in­suf­fi­zi­enz litt. Ab 2017 soll Aus­ten auf dem bri­ti­schen Zehn-Pfun­dSchein ab­ge­bil­det sein.

EMIL NOL­DE: Vor 150 Jah­ren, am 7. AU­GUST 1867, wur­de Hans Emil Han­sen ge­bo­ren; sei­nen Na­men än­der­te der Ma­ler spä­ter. Kurz­zei­tig war er Mit­glied der Künst­ler­grup­pe Brü­cke, die als prä­gend für den deut­schen Ex­pres­sio­nis­mus gilt. Wäh­rend des Na­tio­nal­so­zia­lis­mus spiel­te Nol­de ei­ne am­bi­va­len­te Rol­le: Er war Hit­ler-An­hän­ger, doch hat­te er Be­rufs­ver­bot und durf­te sei­ne Bil­der nicht mehr aus­stel­len. Bis 1945 ver­such­te er, die Na­tio­nal­so­zia­lis­ten von sei­ner Kunst zu über­zeu­gen. Er starb 1956.

THEO­DOR STORM: Das Vor­bild von Schrift­stel­ler Tho­mas Mann kam vor 200 Jah­ren zur Welt - am 14. SEP­TEM­BER 1817. Storm gilt als Meis­ter des poe­ti­schen Rea­lis­mus. Er ar­bei­te­te zu­dem als An­walt und Rich­ter. Zu sei­nen be­kann­tes­ten Wer­ken ge­hö­ren «Der Schim­mel­rei­ter», «Po­le Pop­pen­spä­ler» und «Im­men­see». Vie­le Kin­der ken­nen «Knecht Ruprecht» und «Der klei­ne Häwel­mann», fast je­der die Ode an sei­ne Hei­mat­stadt Hu­sum «Die Stadt».

MA­TA HA­RI: Ein­fluss­rei­che Män­ner la­gen ihr zu Fü­ßen, und das wur­de der Nackt­tän­ze­rin zum Ver­häng­nis. Wäh­rend des Ers­ten Welt­krie­ges wur­de die 1876 in den Nie­der­lan­den als Mar­ga­re­tha Ge­er­trui­da Zel­le ge­bo­re­ne Ma­ta Ha­ri von den Deut­schen als Spio­nin an­ge­wor­ben. Die Tän­ze­rin hat­te Geld­pro­ble­me und war bei fran­zö­si­schen Of­fi­zie­ren und Di­plo­ma­ten in Pa­ris ger­ne ge­se­hen. Doch Ma­ta Ha­ri flog auf und wur­de am 15. OK­TO­BER 1917 auf ei­nem Ma­nö­ver­ge­län­de in Vin­cen­nes von ei­nem Mi­li­tär­kom­man­do er­schos­sen - vor 100 Jah­ren. Sie soll ih­re Di­ens­te auch dem fran­zö­si­schen Ge­heim­dienst an­ge­bo­ten ha­ben.

HEIN­RICH BÖLL: Ei­ner der be­deu­tends­ten deut­schen Schrift­stel­ler der Nach­kriegs­zeit wur­de vor 100 Jah­ren, am 21. DE­ZEM­BER 1917, ge­bo­ren. Der Köl­ner galt zu sei­ner Zeit als mo­ra­li­sche In­stanz und po­li­tisch en­ga­gier­ter Au­tor. Er schrieb über die ver­hee­ren­den Fol­gen des Kriegs, ge­sell­schaft­li­che Fehl­ent­wick­lun­gen in Nach­kriegs­deutsch­land, bi­got­tes Spie­ßer­tum und Ver­knö­che­run­gen der ka­tho­li­schen Amts­kir­che. Böll er­hielt 1972 den Li­te­ra­tur­no­bel­preis, 13 Jah­re spä­ter starb er.

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