Gla­mour, Geld und acht Ehen - Zsa Zsa Ga­bor ist tot

Amerika Woche - - Personalien -

Die Gla­mour­zei­ten von Zsa Zsa Ga­bor wa­ren lan­ge pas­sé, doch ganz still ist es um die schlag­zei­len­träch­ti­ge Hol­ly­wood­di­va nie ge­wor­den. Jetzt kam die letz­te, trau­ri­ge Nach­richt: Mit 99 Jah­ren ist die frü­he­re „Miss Un­garn“in ih­rer Vil­la in Los An­ge­les an Herz­ver­sa­gen ge­stor­ben. Seit län­ge­rem war sie bett­lä­ge­rig und schwer krank. Das lang­sa­me En­de hat­te im Som­mer 2010 mit ei­nem Sturz aus dem Bett in ih­rer gro­ßen Bel Air Vil­la sei­nen An­fang ge­nom­men.

We­gen ei­ner ge­bro­che­nen Hüf­te muss­te die Schau­spie­le­rin da­mals un­ters Mes­ser. „Die Ope­ra­ti­on ist wun­der­bar ge­lau­fen“, ju­bel­te Ga­bors ach­ter Ehe­mann, Fre­de­ric Prinz von An­halt, da­mals kurz nach dem Ein­grif f. Doch die be­tag­te Pa­ti­en­tin er­hol­te sich nur lang­sam, im­mer wie­der kehr­te sie ins Kran­ken­haus zu­rück. Im Ja­nu­ar folg­te ein wei­te­rer Rück­schlag. Ihr rech­tes Bein war in­fi­ziert, die Ärz­te am­pu­tier­ten ober­halb des Knies. Kurz vor ih­rem 94. Ge­burts­tag am 6. Fe- bru­ar kam ei­ne Lun­gen­ent­zün­dung da­zu, doch zu ei­ner klei­nen Fei­er mit ei­nem gro­ßen Stück Tor­te am Ju­bi­lä­ums­tag war sie recht­zei­tig wie­der zu Hau­se.

Ih­re 28-Zim­mer-Vil­la im No­bel­vier­tel Bel Air in Los An­ge­les, wo einst El­vis Pres­ley wohn­te, hat­te die frü­he­re Gla­mour­di­va in den letz­ten Jah­ren zum Ver­gnü­gen kaum noch ver­las­sen. Seit ei­nem Schlag­an­fall im Som­mer 2005 ver­brach­te sie die meis­te Zeit zu Hau­se.

„Es wird nur ei­ne Zsa Zsa Ga­bor ge­ben. Und ich moch­te sie sehr. Ru­he in Frie­den, mei­ne Lie­be“, schrieb der Mo­de­ra­tor Lar­ry King auf Twit­ter. Bur­les­que-Tän­ze­rin Di­ta Von Tee­se schrieb auf Twit­ter: „Ei­ne wei­te­re Hol­ly­wood-Le­gen­de hat uns ver­las­sen, die gla­mou­rö­se Zsa Zsa Ga­bor, ei­ne der geist­reichs­ten Schön­hei­ten.“Schau­spie­le­rin Bar­ba­ra Eden („Be­zau­bern­de Jean­nie“) wür­dig­te ih­re ver­stor­be­ne Kol­le­gin mit den Wor­ten: „Sie und ih­re Schwes­tern wa­ren rei­zen­de Da­men, es war im­mer lus­tig und ent­zü­ckend, sie um sich zu ha­ben.“

Zsa Zsa Ga­bor war die Letz­te von dem un­ga­ri­schen Schwes­ternT­rio, das in Hol­ly­wood sein Glück ver­such­te. Die drei blon­den Schwes­tern Zsa Zsa, Mag­da und Eva hat­ten es zu­sam­men auf ei­ni­ge Dut­zend Fil­me und 18 Schei­dun­gen ge­bracht, rech­net der Film­dienst „Imdb.com“nach.

Über Jahr­zehn­te hin­weg ver­schaff­te sich Ga­bor mit ih­ren Af­fä­ren, ih­rem ex­tra­va­gan­ten Le­bens­stil und der Lis­te von Ehe­män­nern in Hol­ly­woods Klatsch­spal­ten ei­nen fes­ten Platz. Glaubt man Zsa Zsa, so ließ sie John F. Ken­ne­dy, El­vis Pres­ley und Hen­ry Fon­da ab­blit­zen, hat­te aber ei­ne Af­fä­re mit Frank Si­na­tra. Mit ih­ren Sprü­chen traf sie stets ins Schwar­ze. Auf die Fra­ge von Jour­na­lis­ten wie vie­le Ehe­män­ner sie nun wirk­lich hat­te, ant­wor­te­te sie schlag­fer­tig: „Mei­nen Sie, ab­ge­se­hen von mei­nen ei­ge­nen?“. Und ihr Mil­lio­nen­ver­mö­gen er­klär­te sie so: „Ich bin ei­ne groß­ar­ti­ge Haus­häl­te­rin. Je­des Mal, wenn ich ei­nen Mann ver­las­se, be­hal­te ich sein Haus.“

Zu ih­ren acht Ehe­män­nern zähl­ten der Schau­spie­ler Ge­or­ge San­ders, der In­dus­tri­el­le Her­bert Hun­ter, der Er­fin­der der Bar­biePup­pen, John W. Ryan, und ein te­xa­ni­scher Öl-Er­be. Dem mitt­ler wei­le 73-Jäh­ri­gen und da­mit mehr als 25 Jah­re jün­ge­ren Deut­schen Fre­de­ric Prinz von An­halt gab sie 1986 ihr Ja-Wort. Es war mit Ab­stand ih­re längs­te Ehe.

Ih­re ein­zi­ge Toch­ter Con­stan­ce Fran­ce­sca Hil­ton stamm­te aus der Ehe mit dem Ho­tel-Ma­gna­ten Con­rad Hil­ton. Sie wa­ren in den 40er Jah­ren fünf Jah­re li­iert. Mut­ter und Toch­ter hat­ten ein an­ge­spann­tes Ver­hält­nis, es gab Kla­gen und Geld­strei­tig­kei­ten.

Die im Fe­bru­ar 1917 in Bu­da­pest ge­bo­re­ne Ga­bor, die 1936 bei ei­nem Schön­heits­wett­be­werb zur „Miss Un­garn“ge­kürt wur­de, ver­brach­te ih­re Ju­gend in der Schweiz. Nach ei­ner Aus­bil­dung an der Wie­ner Mu­sik­aka­de­mie gab Richard Tau­ber ihr ei­ne Rol­le in der Ope­ret­te „Der Sin­gen­de Traum“. 1941, nach der ers­ten ge­platz­ten Ehe mit ei nem tür­ki­schen Di­plo­ma­ten, folg­te sie ih­rer Schwes­ter Eva nach Hol­ly­wood.

In „Mou­lin Rouge“(1952) durf­te sie un­ter der Re­gie von John Hous­ton ih­ren Co-Star Jo­sé Fer­rer ver­füh­ren, doch in wei­te­ren Hol­ly­wood­fil­men, wie „Li­li“und dem Sci­ence-Fiction-Strei­fen „In den Kral­len der Ve­nus“, war Ga­bor in Ne­ben­rol­len nur schö­nes De­kor. Zu­letzt trat sie 1996 in „Die Bra­dy Fa­mi­ly“vor die Fern­seh­ka­me­ra.

Doch mit Skan­da­len und Kla­gen schaff­te es Ga­bor im­mer wie­der ins Ram­pen­licht. 1989 ohr­feig­te sie ei­nen Ver­kehrs­po­li­zis­ten, der ihr ei­nen Straf­zet­tel ge­ben woll­te. Das brach­te der Di­va drei Ta­ge Ge­fäng­nis ein. 1994 fetz­te sie sich mit der Schau­spie­le­rin El­ke Som­mer vor Ge­richt. Som­mer ge­wann den Pro­zess um ei­ne Mil­lio­nen­Ent­schä­di­gung ge­gen Ga­bor und von An­halt, die Be­lei­di­gun­gen ge­gen sie ver­brei­tet hat­ten. Im März 2005 flos­sen dann zwei Mil­lio­nen in Ga­bors Ta­schen als Schmer­zens­geld nach ei­nem Au­to­un­fall, bei dem sie drei Jah­re zu­vor schwer ver­letzt wor­den war. Die ge­brech­li­che Di­va muss­te ei­nen wei­te­ren Ge­burts­tag im Kran­ken­haus fei­ern, schlag­fer­tig wie eh und je. „Ich hof­fe, es ist et­was sehr, sehr Glit­zern­des“, tat sie ih­re Ge­schenk­wün­sche in ei­nem TV-In­ter­view

kund.

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