Hen­ry Hüb­chen und „Lip­pi“hat­ten was zu fei­ern

Ur­zeit fei­ert Schau­spiel star enr üb­chen ei­nen Er­folg als E Sta­si Spi­on in der Ki­no Kom die Kund­schaf­ter des rie­dens . Jetzt wur­de er und wünscht sich wei­ter­hin gu­te ol­len.

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Seit sei­nem De­büt in dem 1965 ge­dreh­ten DEFA-In­dia­ner­film „Die Söh­ne der gro­ßen Bä­rin“ge­hört Hen­ry Hüb­chen zu den er­folg­reichs­ten deutsch­spra­chi­gen Schau­spie­lern sei­ner Ge­ne­ra­ti­on. Er fas­zi­niert das Ki­no-Pu­bli­kum glei­cher­ma­ßen in er­schüt­tern­den Dra­men wie „Ja­kob, der Lüg­ner“(1974), dem ein­zi­gen Film aus der DDR, der je für ei­nen Os­car no­mi­niert wur­de, und in tur­bu­len­ten Ko­mö­di­en wie „Al­les auf Zu­cker!“(2004). Am 20. Fe­bru­ar fei­er­te der Schau­spie­ler sei­nen 70sten.

Hen­ry Hüb­chen be­steht seit Jah­ren dar­auf, dass es nicht loh­ne, Ge­burts­ta­ge zu fei­ern. „Ich fin­de nicht, dass es ein Ver­dienst ist, äl­ter zu wer­den“, hat­te er be­reits zu sei­nem 60. ge­sagt. „Das ist Bio­lo­gie. Man kann si­cher den Ge­burts­tag fei­ern, aber man fei­ert da­mit gleich­zei­tig das Nä­her­rü­cken des To­des­ta­ges. Des­halb las­se ich das.“

In vie­len sei­ner Rol­len der ver- gan­ge­nen Jah­re, zu­letzt in der ge­ra­de in den Ki­nos lau­fen­den Sta­si-Ko­mö­die „Kund­schaf­ter des Frie­dens“, spiel­te er Män­ner mit ei­ner aus­ge­präg­ten „Ost-Iden­ti­tät“.

Er selbst lässt sich aber dar­auf nicht fest­le­gen. Da­zu hat er ein­mal ge­sagt: „Ha­be ich ei­ne Ost-Iden­ti­tät? Weiß ich nicht. Das sol­len an­de­re ent­schei­den. Im Üb­ri­gen hab ich weit über die Hälf­te mei­nes Be­rufs­le­bens im ver­ei­nig­ten Deutsch­land ver­bracht, und da mei­ne größ­ten Thea­ter- und Fil­mer­fol­ge ge­habt.“

Von 1974 bis 2002 ge­hör­te er zum En­sem­ble der Volks­büh­ne Ber­lin. Sein Kom­men­tar da­zu: „Es war ei­ne lan­ge Zeit, und die Zeit mit Frank Cas­torf die pro­duk­tivs­te in die­sem chao­tisch-an­ar­chis­ti­schen Ost-West-Ös­ter­reich-En­sem­ble. Die Mit­te war ver­pönt, kei­ne ge­fälsch­ten Göt­ter, kei­ne ge­öl­ten Gla­dia­to­ren - aber Pa­nik, Slap­stick, Tra­gik. Volks­büh­ne ist kein Thea­ter, Volks­büh­ne ist ei­ne Denk- und Geis­tes­hal­tung.“

Po­li­ti­sche In­tel­li­genz und pu­bli­kums­wirk­sa­me Aus­strah­lung ver­band der 1947 in Ber­lin ge­bo­re­ne Hüb­chen nicht nur in den Ins­ze­nie­run­gen von Volks­büh­nen-In­ten­dant Frank Cas­torf, wie „Schmut­zi­ge Hän­de“(1998). Auch vie­le Fern­se­hund Ki­no­fil­me präg­te er, oft als Sch­la­wi­ner mit Charme. Als Hot­te im Hit „Son­nen­al­lee“(1999), in den frü­hen 2000er Jah­ren mehr­mals als Er­mitt­ler in der TV-Kri­mi­se­rie „Po­li­zei­ruf 110“, als Pfif­fi­kus Zu­cker im Lein­wand-Hit „Al­les auf Zu­cker!“(2004) oder als ra­san­ter Au­to­fah­rer in „Ri­co, Os­kar und das Herz­ge­bre­che“(2015) - Hen­ry Hüb­chen ge­hö­ren im­mer die Sym­pa­thi­en der Zu­schau­er.

Seit mehr als ei­nem hal­ben Jahr­hun­dert, nach dem Ab­schluss der Aus­bil­dung an der Hoch­schu­le für Schau­spiel­kunst „Ernst Busch“in Ost-Ber­lin, hat Hen­ry Hüb­chen Er­folg. Da­zu ge­hö­ren auch der zwei­ma­li­ge Ge­winn des Ti­tels „DDR-Meis­ter im Brett­se­geln“so­wie sein En­ga­ge­ment als Tex­ter für die Grup­pe „Ci­ty“. Von ihm stammt der Text zu „Cas­ablan­ca“, ei­nem der be­kann­tes­ten Songs der Band.

So ex­al­tiert Hen­ry Hüb­chen gern auf der Büh­ne oder vor der Ka­me­ra agiert, so zu­rück­hal­tend ist er, wenn es um sein Pri­vat­le­ben geht. Das schirmt er kon­se­quent ab. In In­ter­views lässt er le­dig­lich Stich­wor­te wie „Le­sen, das Boot, der Fa­mi­li­en-All­tag in Ber­lin-Pan­kow“fal­len. Sei­ne 1971 ge­bo­re­ne Toch­ter The­re­sa Hüb­chen ar­bei­tet seit mehr als zwan­zig Jah­ren eben­falls als Schau­spie­le­rin. 2015 trat sie ge­mein­sam mit ih­rem Va­ter im TV-Dra­ma „Un­term Eis“vor die Ka­me­ra.

Fragt man Hen­ry Hüb­chen nach sei­nen Wün­schen, denkt er als ers­tes an sei­nen Be­ruf: „Ich möch­te Auf­ga­ben ha­ben, die mich for­dern, und die das Pu­bli­kum über­ra­schen.“Et­was Pri­va­tes blitzt dann doch auf, wenn er sich wei­ter­hin „ei­ne gu­te Ge­sund­heit“wünscht.

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