Fuß­ball­mu­se­um in der Cham­pi­ons Le­ague

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las­sisc e unst gibt es nic t zu se en - den­noc sind die Ju­ro­ren be­ein­druckt Das or ne­te Deutsc e u ballu­se­um in Dort­mund darf auf ei­nen der re­nom­mier­tes­ten

Er gilt als äl­tes­ter und re­nom­mier­tes­ter Mu­se­umsWett­be­werb sei­ner Art - und dass ein Sport-Mu­se­um den „Eu­ro­pean Mu­se­um of the Ye­ar Award“(EMYA) be­kommt, ist die gro­ße Aus­nah­me. Nun ist das Deut­sche Fuß­ball­mu­se­um in Dort­mund für den Preis no­mi­niert. Di­rek­tor Ma­nu- el Neu­kirch­ner (49) spricht in un­se­rem In­ter­view von ei­ner „rie­sen­gro­ßen An­er­ken­nung“.

Herr Neu­kirch­ner, um im Fuß­ball-Bild zu blei­ben: Macht es Sie stolz, in ei­ner Li­ga mit solch be­kann­ten Häu­sern wie dem Gug­gen­heimMu­se­um in Bil­bao oder dem Ri­jks­mu­se­um in Ams­ter­dam zu spie­len?

Ma­nu­el Neu­kirch­ner: Es ist für uns ein ab­so­lu­tes High­light, wenn wir in der Cham­pi­ons Le­ague der Mu­se­ums­welt mit­spie­len. Und das nur ein Jahr nach der Er­öff­nung. Ich glau­be, mehr geht nicht. Das ist ei­ne rie­sen­gro­ße An­er­ken­nung.

Dass ein Sport­mu­se­um zum Kan­di­da­ten­kreis zählt, ist eher sel­ten...

Ein Sport­mu­se­um mit die­sen Wei­hen, das ist der Adels­schlag. Das zeigt, dass der Fuß­ball im kul­tu­rel­len Le­ben an­ge­kom­men ist. Das ver­ste­hen wir auch als Auf­trag: Der Fuß­ball ist All­tags­kul­tur. Das zei­gen wir mit die­ser Aus­stel­lung, und das wird durch die­se No­mi­nie­rung ge­wür­digt.

Was, den­ken Sie, hat die Ju­ro­ren be­son­ders über­zeugt?

Wir ha­ben ein ganz neu­es Mu­se­ums­for­mat ge­schaf­fen. Wir ha­ben eben nicht nur den Fuß­ball­schuh hin­ter Glas ge­stellt, son­dern Sound im Raum und Licht­in­stal­la­tio­nen mit Ku­lis­sen­bau kom­bi­niert. Durch un­se­re Ver­mitt­lungs­for­men bre­chen wir be­wusst mit der Er­war­tung des Mu­se­ums­be­su­chers. Bei uns be­geg­net sich der Be­su­cher selbst, er trif ft auf sei­ne ei­ge­ne Bio­gra­fie. Der Opa er­klärt dem En­kel das „Wun­der von Bern“, der En­kel ihm die Gol­de­ne Ge­ne­ra­ti­on von 2014. Das macht un­ser Haus so au­ßer­ge­wöhn­lich. Das hat uns der Jur y-In­spek­tor auch so be­schei­nigt. Man hat ge­merkt, dass er die­ses Er­leb­nis so nicht er­war­tet hat.

Wie ist das Feed­back der bis­he­ri­gen Be­su­cher?

Wir ha­ben na­tür­lich Um­fra­gen ge­macht. 80 Pro­zent der Be­su­cher ge­ben uns ei­ne Schul­no­te zwi­schen eins und zwei. 70 Pro­zent un­se­rer Gäs­te wol­len wie­der­kom­men. 40 Pro­zent kom­men auf Emp­feh­lung, 8 Pro­zent der Be­su­cher aus dem Aus­land. Es gibt kaum sub­stan­zi­el­le Kri­tik. Die Men­schen sind vom

Ge­samt­er­leb­nis an­ge­tan.

Sind Sie mit der bis­he­ri­gen Re­so­nanz zu­frie­den?

Mit 200.000 Be­su­chern wa­ren wir auf An­hieb ei­nes der best­be­such­ten Mu­se­en im RheinRuhr-Ge­biet. Mehr kann man nicht er­war­ten. Da­mit kön­nen wir kos­ten­de­ckend ar­bei­ten. Wir sind zu­frie­den, weil auch an­de­re Mu­se­en zei­gen, dass sich die Be­kannt­heit erst auf­bau­en muss. Das ist ein Pro­zess.

Wird sich die EMYANo­mi­nie­rung po­si­tiv auf die Nach­fra­ge aus­wir­ken?

Ich glau­be schon. Wenn es uns ge­lingt, die DNA des Hau­ses mit die­ser No­mi­nie­rung zu prä­sen­tie­ren, wird es ei­nen zu­sätz­li­chen Schub ge­ben. Das Deut­sche Fuß­ball­mu­se­um ist eben kein klas­si­sches Mu­se­um, das man viel­leicht er­war­tet. Es ist emo­tio­nal, viel­sei­tig, tief­grün­dig und of­fen. ZUR PER­SON: Ma­nu­el Neu­kirch­ner ist Di­rek­tor des Deut­schen Fuß­ball­mu­se­ums. Der 49 Jah­re al­te stu­dier­te Li­te­ra­tur­wis­sen­schaft­ler aus Es­sen wur­de am 1. Sep­tem­ber 2009 vom DFB zum Ge­schäfts­füh­rer der DFB-Stif­tung für das Fuß­ball­mu­se­um be­ru­fen.

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