Deckt EU-Par­la­ment Schulz‘ Ma­chen­schaf­ten?

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Amerika Woche - - Meinung -

ab es nre­gel­mä ig kei­ten bei der Ent­loh­nung von Mit­ar­bei­ter, als S D

Das EU-Par­la­ment sieht kei­ne Rechts­ver­stö­ße sei­nes frü­he­ren Prä­si­den­ten und heu­ti­gen SPD-Kanz­ler­kan­di­da­ten Mar­tin Schulz (Fo­to) bei der Be­zah­lung oder Be­för­de­rung en­ger Ver­trau­ter. Auf un­se­re An­fra­ge hin teil­te der Pres­se­dienst des Par­la­ments mit: „Das Par­la­ment hat kei­ne In­for­ma­tio­nen dar­über, dass Mit­ar­bei­ter re­gel­wid­rig ver­setzt oder be­för­dert wur­den.“Wir hat­ten es nicht an­ders er­war­tet!

Schulz soll auch kei­ne Kom­pe­ten­zen nicht über­schrit­ten ha­ben, als er als Par­la­ments­prä­si­dent ei­nem Mit­ar­bei­ter nach­träg­lich(!) ei­ne Zu­la­ge ge­währ­te. Al­ler­dings steht ei­ne Über­prü­fung durch den Haus­halts­kon­troll­aus­schuss des Par­la­ments noch aus.

Der 61-jäh­ri­ge Schulz war von 2012 bis An­fang 2017 Prä­si­dent der EU-Volks­ver­tre­ter in Straß­burg und Brüs­sel - und wird von vie­len als ei­ner der größ­ten Ab­zo­cker von EU-Ge­häl­tern und -Spe­sen ge­se­hen. En­de Ja­nu­ar wur­de er zum SPDKanz­ler­kan­di­da­ten ge­kürt. Seit­dem ha­ben die So­zi­al­de­mo­kra­ten in den Um­fra­gen ra­sant zu­ge­legt und lie­gen in Reich­wei­te zur Uni­on. Der Ko­ali­ti­ons­part­ner sucht nun nach Schwach­stel­len von Schulz.

So glaubt CDU-Ge­ne­ral­se­kre­tär Pe­ter Tau­ber nicht, dass der Schulz- Ef­fekt noch lan­ge hält, weil der Kanz­ler­kan­di­dat sich vor In­hal­ten drü­cke: „Ich fin­de es be­mer­kens­wert, wie sehr die SPD un­ter Sig­mar Ga­b­ri­el ge­lit­ten ha­ben muss, dass sie jetzt in die­sen Rausch ver­fällt“, sag­te Tau­ber, dem man al­ler­dings auch nicht un­be­dingt zu­hö­ren muss.

CDU-Bun­des­vi­ze Vol­ker Bouf­fier warf Schulz, der sei­ner­zeit kon­sta­tier­te, dass die nach Deutsch­land kom­men Flücht­lin­ge wert­vol­ler als Gold sei­en, vor, es bei der Schil­de­rung et­wa der Ar­beits­markt­la­ge oder des Wohl­stands­ge­fäl­les mit der Wahr­heit nicht so ge­nau zu neh­men: „Schulz‘ Be­haup­tun­gen sind na­he­zu al­le falsch“, so der hes­si­sche Mi­nis­ter­prä­si­dent. Re­agie­re die Uni­on dar­auf, „wer­den wir als un­an­stän­di­ge Men­schen hin­ge­stellt, die den Hoff­nungs­trä­ger an­grei­fen und die Stim­mung stö­ren“.

Auf schar­fe Kri­tik war zu­letzt in der SPD ge­sto­ßen, dass Po­li­ti­ker der Uni­on in Brüs­sel Ma­te­ri­al über Schulz sam­meln. Er­neut wur­de jetzt über den lang­jäh­ri­gen Schulz-Ver­trau­ten und jet­zi­gen SPD-Wahl­kampf­ma­na­ger Mar­kus En­gels be­rich­tet. Schulz ha­be per­sön­lich da­für ge­sorgt, dass der ei­gent­lich in Brüs­sel an­ge­stell­te Pres­se­spre­cher nach Ber­lin ver­setzt wur­de - so stan­den die­sem Aus­lands­zu­schlä­ge und Kos­ten­er­stat­tun­gen für Di­enst­rei­sen zu. Die EU-Par­la­ments­ver­wal­tung er­klär­te da­zu: „Da Herr En­gels nicht zu Un­recht Zah­lun­gen und an­de­re Leis­tun­gen er­hal­ten hat, gibt es kei­nen An­lass für die Ver­wal­tung, die Be­zü­ge er­neut zu prü­fen.“

Als Schulz 2012 Par­la­ments­prä­si­dent ge­wor­den sei, sei das In­ter­es­se deut­scher Me­di­en an der Ar­beit des Par­la­ments er­heb­lich ge­wach­sen. „Um die­ser Tat­sa­che Rech­nung zu tra­gen, wur­de ei­ne re­gel­mä­ßi­ge Prä­senz von Herrn En­gels in Ber­lin für wich­tig er­ach­tet, um die Be­zie­hun­gen zu den nicht in Brüs­sel ar­bei­ten­den Jour­na­lis­ten ver­stär­ken zu kön­nen.“Da­für sei En­gels auf ei­ne „Lang­zeit­dienst­rei­se“ge­schickt wor­den. Dies sei für das Par­la­ment die kos­ten­güns­tigs­te Va­ri­an­te ge­we­sen. Ein­zelDi­enst­rei­sen wä­ren für das Par­la­ment deut­lich teu­rer ge­we­sen, so die EUVer­wal­tung.

Der Fall En­gels soll auch kei­ne Aus­nah­me sein. „Lang­zeit­dienst­rei­sen wer­den im Eu­ro­päi­schen Par­la­ment re­gel­mä­ßig ge­nutzt.“Mit Zah­len be­legt wur­de das nicht. Da­ge­gen gibt es an­de­re Da­ten, die von Jour­na­lis­ten re­cher­chiert wur­den. Dem­nach be­fin­den sich seit An­fang 2016 von den rund 7600 Par­la­ments­mit­ar­bei­tern nur 13 auf ei­ner Lang­zeit­mis­si­on.

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