„Co­lo­nia Di­g­n­i­dad“: Sek­ten­arzt wehrt sich ge­gen Haft

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Düsseldorf (dpa) - Der frü­he­re Arzt der „Co­lo­nia Di­g­n­i­dad“in Chi­le, Hart­mut Hopp (Foto), wehrt sich ge­gen sei­ne dro­hen­de In­haf­tie­rung in Deutsch­land. Sein An­walt teil­te mit, er ha­be Be­schwer­de ge­gen die Ent­schei­dung des Land­ge­richts im nord­rhein-west­fä­li­schen Kre­feld ein­ge­legt, wo­nach Hopp ei­ne in Chi­le ver­häng­te Stra­fe dort ab­sit­zen muss. Hopp soll die rech­te Hand des deut­schen „Co­lo­nia Di­g­n­i­dad“Grün­ders Paul Schä­fer ge­we­sen sein. In der land­wirt­schaft­li­chen Sied­lung wur­den wäh­rend der Mi­li­tär­dik­ta­tur in Chi­le (1973 bis 1990) po­li­ti­sche Häft­lin­ge ge­fol­tert und er­mor­det. Schä­fer wur­de 2006 we­gen Kin­des­miss­brauchs in Chi­le zu 20 Jah­ren Haft ver­ur­teilt und starb 2010 dort im Ge­fäng­nis.

Hopp war 2011 in Chi­le we­gen Bei­hil­fe zu se­xu­el­lem Kin­des­miss­brauch in 16 Fäl­len ver­ur­teilt wor­den. Be­vor sei­ne Stra­fe rechts­kräf­tig wur­de, floh er nach Deutsch­land. Als Deut­scher darf der 73-Jäh­ri­ge nicht an Chi­le aus­ge­lie­fert wer­den. Da­her hat der Obers­te Ge­richts­hof des Lan­des die Voll­stre­ckung der Stra­fe in Deutsch­land be­an­tragt, das Land­ge­richt stimm­te zu.

Hopps Straf­ver­tei­di­ger Hel­fried Rou­bicek er­klär­te un­ter­des­sen, das von Hopp in Chi­le über sehr vie­le Jah­re er­leb­te Straf­ver­fah­ren ent­spre­che nicht den Min­dest­stan­dards ei­nes fai­ren und rechts­staats­kon­for­men Ver­fah­rens.

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