Zwi­schen Un­mut und Ge­las­sen­heit: Wei­ter De­bat­te um Vi­deo­be­weis

Der neue de e e s e ert der un­des a " $( . uss nen e ns un t n ert das neue H s tte eteend rt testrt­de

Amerika Woche - - Sport -

Ber­lin (dpa) - Auch nach dem ab­ge­speck­ten Ein­satz des Vi­deo­be­wei­ses am zwei­ten Spiel­tag führt die Fuß­ball-Bun­des­li­ga wei­ter ei­ne Ge­rech­tig­keits­de­bat­te. Dem Un­mut man­cher Ver­ant­wort­li­cher wie Ru­di Völ­ler (Foto links) über strit­ti­ge Ent­schei­dun­gen der Vi­deo-As­sis­ten­ten setz­te Mön­chen­glad­bachs Trai­ner Die­ter He­cking (2.v.l.) ein Plä­doy­er für mehr Ge­duld ent­ge­gen. „Na­tür­lich sind im Mo­ment Pro­ble­me da. In Deutsch­land schrei­en dann die Leu­te gleich auf. Wir müs­sen da al­le to­le­ran­ter wer­den im Um­gang mit dem Vi­deoSchieds­rich­ter“, sag­te der Coach der Bo­rus­sia.

Tech­nisch zu­min­dest er­füll­te das neue Hilfs­mit­tel der Re­fe­rees am zwei­ten Spiel­tag die Er­war­tun­gen, nach­dem es zum Auf­takt noch meh­re­re Pan­nen ge­ge­ben hat­te. Der Funk­kon­takt zwi­schen den As­sis­ten­ten in der Köl­ner Leit­stel­le und den Schieds­rich­tern in den Sta­di­en funk­tio­nier­te dies­mal, auf den Ein­satz der vir­tu­el­len Ab­seits­li­nie hat­te die Deut­sche Fuß­ball Li­ga we­gen der Pro­ble­me vor­erst ver­zich­tet.

Zu­frie­den aber sind noch längst nicht al­le mit der bis­he­ri­gen Pra­xis in der Test­pha­se. Le­ver­ku­sens Sport­chef Ru­di Völ­ler at­ta­ckier­te nach dem 2:2 ge­gen Hof­fen­heim

den Vi­deo­as­sis­ten­ten Wolf­gang Stark, der an­geb­lich ein Foul vor dem Aus­gleich der Gäs­te über­se­hen hat­te.

„Wenn die Jungs vor dem Fern­se­her ein­schla­fen, brau­chen wir auch kei­nen Vi­deo­be­weis. Dann kön­nen wir die gan­ze Num­mer ab­stel­len“, schimpf­te Völ­ler. Trai­ner Hei­ko Herr­lich stimm­te zu und be­haup­te­te: „Ich war schon im­mer ein Geg­ner des Vi­deo­be­wei­ses.“

Auch RB Leip­zigs Trai­ner Ralph Ha­sen­hüttl (rechts) äu­ßer­te sich kri­tisch zum Vi­deo­be­weis. „Es schafft im Mo­ment für mich mehr Un­klar­heit als Klar­heit. Wir ver­la­gern die Ent­schei­dung auf ei­ne nächs­te Ebe­ne und im End­ef­fekt ste­hen noch mehr Dis­kus­sio­nen“, sag­te der Ös­ter­rei­cher am Sonn­tag nach dem 4:1 (0:1)-Sieg ge­gen den SC Freiburg. „Ich bin im Mo­ment noch skep­tisch, ob uns das wirk­lich wei­ter­bringt.“

Der Main­zer Tor­wart Re­né Ad­ler hat­te eben­falls et­was aus­zu­set­zen, nach­dem die TV-Bil­der ihn beim 0:1 in Stuttgart nach­träg­lich als Mit­ver­ur­sa­cher ei­nes Straf­sto­ßes zeig­ten. „Der Vi­deo­be­weis geht mir auf die Ner­ven“, sag­te der Kee­per. Sein Trai­ner San­dro Schwarz in­des ließ wis­sen: „Ich ge­he da­von aus, oh­ne die Bil­der ge­se­hen zu ha­ben, dass es dann auch rich­tig ist.“Ge­nau zu die­ser Form der Ge­las­sen­heit mahn­te auch sein VfBKol­le­ge Han­nes Wolf (2.v.r.). „Wir ste­hen da drau­ßen und kön­nen es oh­ne­hin nicht be­ein­flus­sen. Des­we­gen macht es über­haupt kei­nen Sinn, sich da­mit zu be­schäf­ti­gen“, sag­te der Bun­des­li­ga-Neu­ling. Ke­vin-Prin­ce Boateng sieht auch kei­nen Grund zur wei­te­ren Auf­re­gung um den Vi­deo­be­weis. Dem Bun­des­li­ga-Rück­keh­rer war beim 0:1 sei­ner Frank­fur­ter Ein­tracht ge­gen Wolfs­burg zu­nächst ein Foul­elf­me­ter zu­ge­spro­chen wor­den, ehe der Vi­deo­as­sis­tent we­gen ei­ner vor­he­ri­gen Ab­seits­stel­lung von Boateng die Ent­schei­dung kor­ri­gier­te. „Da­für sind die Vi­deo-Schi­ris da“, so Boateng.

Trai­ner-Rou­ti­nier He­cking hält die De­bat­te um die Tech­nik-Hil­fe für über­hitzt: „Wenn man nach 100 Ta­gen sieht, es geht nicht, dann wird es ein­ge­stampft wer­den. Ich den­ke aber, dass nach 100 Ta­gen die Schwie­rig­kei­ten be­sei­tigt sein wer­den und wir al­le die Ge­rech­tig­keit er­fah­ren, die wir uns da­von er­hof­fen“. Augs­burgs Coach Ma­nu­el Baum hält le­dig­lich noch et­was Fein­schliff beim Ein­satz des Vi­deo­as­sis­ten­ten für nö­tig.

Ge­wöh­nungs­be­dürf­tig ist für vie­le in­des im­mer noch die War­te­zeit auf das Ur­teil des Vi­deoSchieds­rich­ters. „Wenn du so lan­ge für die Ent­schei­dung brauchst, ist es wich­tig, dass du es auch nach­spie­len lässt. Das ist ein wich­ti­ger Fak­tor“, mahn­te der Main­zer Sport­di­rek­tor Rou­ven Schrö­der. Der frü­he­re Na­tio­nal­spie­ler Ke­vin Ku­ranyi fürch­tet ne­ga­ti­ve Aus­wir­kun­gen auf die Stim­mung in den Sta­di­en. „Da geht kein Spie­ler und kein Fan mehr so rich­tig ab, wenn ein Tor fällt“, sag­te Ku­ranyi.

Viel­leicht soll­ten sich al­le Be­tei­lig­ten ein­mal die NHL die nord­ame­ri­ka­ni­sche Eis­ho­ckey-Pro­fi­li­ga als Bei­spiel neh­men, oder auch das eu­ro­päi­sche Eis­ho­ckey. Da ist der Vi­deo­be­weis schon lan­ge ei­ne Selbst­ver­ständ­lich­keit und ab­so­lut an­er­kannt - und sorgt für we­sent­lich mehr Ge­rech­tig­keit.

Newspapers in German

Newspapers from USA

© PressReader. All rights reserved.