Fast wie Ja­mes De­an: Fal­co bleibt un­Sv.1e0r­ges­sen

Sei­nen Na­men hat­te er sich von DDR-S i" $! % ! ent­lie­hen. Als „Fal­co“wur­de der Wie­ner Hans H lzel zu ster­reich­so le­gen­de. Aber er zer­brach am Ruhm.

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Das sü­ße Le­ben der Ka­ri­bik lock­te: Son­ne, Strand, Sex und Dro­gen. Und Fal­co (Foto) woll­te nur noch weg, weg aus der Mil­lio­nen­stadt Wi­en, in der er un­ter per­ma­nen­ter Be­ob­ach­tung stand. Die Men­schen und die Me­di­en hör­ten nicht auf, sich für sei­ne Ex­zes­se zu in­ter­es­sie­ren. Doch das Da­sein un­ter Pal­men in der Do­mi­ni­ka­ni­schen Re­pu­blik be­kam Fal­co nicht all­zu gut. „Er war al­les an­de­re als in Best­form. Es ging ihm nicht wirk­lich gut“, sagt sein Bio­graf Pe­ter Lanz.

Am 6. Fe­bru­ar 1998 stieß der be­trun­ke­ne und zu­ge­koks­te Sän­ger am Steu­er sei­nes Ge­län­de­wa­gens bei der Aus­fahrt vom Park­platz der „Tu­rist Dis­co“fron­tal mit ei­nem Bus zu­sam­men. „Vi­el­leicht hat er in dem Mo­ment den un­ge­wohn­ten Links­ver­kehr miss­ach­tet“, meint Lanz. Ge­rüch­te über ei­nen Sui­zid ent­behr­ten je­der Grund­la­ge, ist der Ex­per­te auch 20 Jah­re nach dem Tod von Ös­ter­reichs Pople­gen­de über­zeugt.

Der Schock in der Mu­sik­welt in Ös­ter­reich und Deutsch­land saß tief. 4000 Fans be­glei­te­ten Fal­co, mit bür­ger­li­chem Na­men Hans Höl­zel, auf sei­nem letz­ten Weg auf dem Wie­ner Zen­tral­fried­hof. Sie trös­te­ten sich mit dem Kauf des post­hum ver­öf­fent­lich­ten Al­bums „Out of the Dark“, das zu­sam­men mit der Sing­le mehr als fünf Millionen Mal ver­kauft wur­de.

Der Auf­stieg des Wie­ners, sein tur­bu­len­tes Le­ben, sei­ne um­strit­te­nen Songs, sein Nie­der­gang, sein Come­back, sein Tod mit nur 40 Jah­ren - al­les Zu­ta­ten für ein pro­mi­nen­tes Nach­le­ben. „Das ist wie ein Ja­mes-De­an-Ef­fekt“, meint Lanz.

Höl­zel wuchs in der Ob­hut sei­ner do­mi­nan­ten Mut­ter und sei­ner Groß­mut­ter auf. Als Fünf­jäh­ri­ger spiel­te er dank ab­so­lu­tem Ge­hör Dut­zen­de Schla­ger auf dem Kla­vier ganz oh­ne No­ten, er­in­ner­te sei­ne 2014 ge­stor­be­ne Mut­ter sich in ei­ner ORF-Do­ku­men­ta­ti­on. Mit 16 Jah­ren ver­ließ er die Schu­le und hielt sich mit Ge­le­gen­heits­jobs über Was­ser. Nach ei­nem kur­zen In­ter­mez­zo auf dem Wie­ner Mu­sik­kon­ser­va­to­ri­um ging Höl­zel nach West­ber­lin - und fand den Na­men des DDR-Ski­sprin­ger Fal­ko Weiß­pf­log se­xy.

Als Fal­co be­gann Höl­zel sei­ne Kar­rie­re. In „Ganz Wi­en“sah er die Be­woh­ner der Mil­lio­nen­stadt auf He­ro­in, Ko­ka­in oder Mo­zam­bin. Es war nur ein ers­ter Auf­takt für Tex­te, die wie beim ge­walt­ver­herr­li­chen­den „Jean­ny“auch ver­stör­ten. 1982 er­schien „Der Kom­mis­sar“, der ers­te welt­weit er­folg­rei­che Rap­song ei­nes Wei­ßen. 1985 lan­de­te Fal­co mit „Rock me Ama­de­us“sei­nen größ­ten Hit. 1986 klet­ter­te der Song auf Platz eins der US-Charts.

Doch Fal­cos Le­ben ge­riet aus den Fu­gen, er koks­te und trank. Er war auf ei­ner Ent­zie­hungs­kur, als er von der Ge­burt sei­ner Toch­ter er­fuhr und gleich zur Kli­nik eil­te. „Er hat sie irr­sin­nig ver­wöhnt“, sagt Lanz. In New York ha­be er ihr ei­nen gro­ßen Plüsch­bä­ren ge­kauft, der beim Rück­flug im Fracht­raum ver­staut wer­den soll­te. „Das hat er nicht zu­ge­las­sen und für das Stoff­tier ein Ti­cket für die ers­te Klas­se ge­kauft.“

Dann kam ein schlim­mer Mo­ment in sei­nem Le­ben. Ein Va­ter­schafts­test 1993 er­gab, dass Fal­co nicht der Er­zeu­ger sei­ner Toch­ter ist. „Das hat ihn aus der Bahn ge­wor­fen“, ist sein Va­ter Alois Höl­zel über­zeugt. Den­noch schaff­te Fal­co noch ein­mal ein Come­back. 1996 er­schien mit „Na­ked“sei­ne letz­te Num­mer zu Leb­zei­ten. Aber Fal­co ist nicht tot.

„Als Mu­sik­ge­nie und Künst­ler ist er le­ben­di­ger als je zu­vor“, sagt sein Bio­graf. Die CDs ver­kau­fen sich gut, das durch vie­le Städ­te tou­ren­de Fal­co-Mu­si­cal ist oft aus­ver­kauft, Fern­seh­sen­der pla­nen Do­ku­men­ta­tio­nen, der brach­te ge­ra­de ei­nen „Fal­coSpe­zi­al­abend“im Zen­trum das 2017er-Re­make des le­gen­dä­ren Kon­zerts von Fal­co auf der Do­nau­in­sel vor 150.000 Men­schen im Jahr 1993.

Fal­co hat­te min­des­tens zwei Ge­sich­ter: mal gab er den Net­ten, mal war er deut­lich we­ni­ger nett. Er sei ein zer­ris­se­ner Typ ge­we­sen, er­in­nert sich die nicht-leib­li­che Toch­ter Kat­ha­ri­na. Zum Trost die Dro­gen? Wie ein la­ko­ni­scher Warn­ruf klingt sei­ne Hal­tung zum Ko­ka­in: „Ex­pe­ri­men­tiert ha­be ich da­mit nie, ich ha­be es im­mer nur ge­nom­men. Ich kann euch al­so be­rich­ten, es führt nir­gend­wo hin. Es kos­tet Geld und Zeit und ist zum Aus­las­sen.“

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