Wächst aus neu­em Be­darf neue Chan­ce für das Hand­werk?

Ler­nen­de aschi­nen, obo­ter, ünst­li­che ntel­li­genz ie­le Ar­beits l tze schwin­den, aber der Be­darf an neu­en Di­enst­leis­tun­gen w chst st # # "han­ce für das an­dwer ?

Amerika Woche - - Front Page -

Ar­beits­plät­ze schwin­den, aber Di­enst­leis­tun­gen sind ge­fragt wie nie

Im Zeit­al­ter der Di­gi­ta­li­sie­rung in der in­dus­tri­el­len Mas­sen­pro­duk­ti­on kann ei­ne Rück­be­sin­nung auf das Hand­werk den Ar­beits­markt nach­hal­tig be­le­ben. Zu die­sem Schluss kommt Irm­gard Nüb­ler von der In­ter­na­tio­na­len Ar­beits­or­ga­ni­sa­ti­on (ILO). „Man kann ei­ne stei­gen­de Nach­fra­ge nach maß­ge­schnei­der­ten und in­di­vi­dua­li­sier­ten Gü­tern und Di­enst­leis­tun­gen se­hen“, so die Volks­wir­tin.

Deutsch­land, die Schweiz und Ös­ter­reich sei­en da­für gut auf­ge­stellt. „Die Wei­ter­ent­wick­lung des tra­di­tio­nel­len Lehr­lings­sys­tems in ein mo­der­nes dua­les Sys­tem mit Aus­bil­dung in Be­trieb und Be­rufs­schu­le hat maß­geb­lich da­zu bei­ge­tra­gen, das Hand­werk hier mehr als in an­de­ren Län­dern zu er­hal­ten“, sag­te Nüb­ler.

Ta­rif­bin­dung

Bun­des­prä­si­dent Frank-Wal­ter St­ein­mei­er (SPD) for­dert ei­ne bes­se­re Be­zah­lung und mehr Wert­schät­zung für Hand­wer­ker ein. „Das Hand­werk ist das Rück­grat un­se­res star­ken Mit­tel­stands, der Ar­beit und Wohl­stand si­chert“, sag­te St­ein­mei­er kürz­lich bei ei­ner Meis­ter­fei­er in Frankfurt.

Um den Fach­kräf­te­man­gel zu be­sei­ti­gen, müs­se die Be­rufs­ori­en­tie­rung ver­bes­sert wer­den, und zwar schon in der Schu­le. „Aber vor al­lem brau­chen wir ei­ne or­dent­li­che Be­zah­lung, so­wohl in der Aus­bil­dung als auch beim Ein­stieg – und das nicht zu­letzt dank Ta­rif­bin­dung.“

70 Pro­zent al­ler jun­gen Leu­te sag­ten, das Hand­werk sei wich­tig für Deutsch­land, zi­tier­te St­ein­mei­er aus ei­ner Stu­die. Aber we­ni­ger als die Hälf­te sä­hen hier für sich ei­nen at­trak­ti­ven Ar­beit­ge­ber. Das müs­se sich än­dern: „Das Hand­werk muss at­trak­tiv blei­ben für jun­ge Leu­te, die sich heu­te in der Schu­le oder nach dem Ab­schluss fra­gen, wel­chen Weg sie ein­schla­gen sol­len.“

Maß­ge­schnei­dert

Nüb­ler be­ton­te, die Men­schen woll­ten we­ni­ger In­dus­trie­nah­rung und Mas­sen­klei­dung. Als Bei­spiel nann­te sie die Zu­nah­me von Mi­kro­braue­rei­en, wäh­rend der Bier­kon­sum ins­ge­samt rück­läu­fig sei. In ei­ner al­tern­den Ge­sell­schaft wer­de auch die Nach­fra­ge nach maß­ge­schnei­der­ten Pro­duk­ten im Ge­sund­heits­be­reich ra­pi­de stei­gen, et­wa in der Or­tho­pä­die, Zahn­tech­nik und Pfle­ge.

„Man muss sich das na­tür­lich auch leis­ten kön­nen“, sag­te Nüb­ler. Des­halb sei ei­ne Um­ver­tei­lung wich­tig, da­mit die Kauf­kraft für sol­che Pro­duk­te ent­ste­he, et­wa durch stei­gen­de Löh­ne der un­te­ren und mitt­le­ren Ein­kom­mens­schich­ten.

„Wir brau­chen mehr so­zia­le Gleich­heit“, for­der­te Nüb­ler. Zu­dem könn­ten Ein­nah­men aus mehr Steu­ern auf hö­he­re Ein­kom­men ge­zielt zur För­de­rung von Start-ups im Hand­werk und von krea­ti­ven Klein­un­ter­neh­mern ver­wen­det wer­den.

Neue Tech­no­lo­gi­en

Hier wer­de die Di­gi­ta­li­sie­rung selbst ei­nen wich­ti­gen Bei­trag leis­ten, ist Nüb­ler über­zeugt: Auch das Hand­werk und Klein­un­ter­neh­mer mach­ten sich neue Tech­no­lo­gi­en zu­nut­ze, um in­di­vi­du­el­le Lö­sun­gen zu nied­ri­ge­ren Prei­sen an­bie­ten zu kön­nen. In der Schweiz setz­ten Mö­bel­bau­er et­wa Mi­ni­ro­bo­ter (col­la­bo­ra­ti­ve ro­bots) ein, um den Preis in­di­vi­du­ell an­ge­fer­tig­ter Stü­cke deut­lich zu drü­cken.

Zu­kunft oh­ne Ar­beit

Nüb­ler hält War­nun­gen vor ei­ner „Zu­kunft oh­ne Ar­beit“für falsch. Ve­rän­de­run­gen in der Ge­sell­schaft durch neue Tech­no­lo­gi­en ha­be es im­mer ge­ge­ben, und sie bräch­ten im­mer auch neue An­sprü­che her­vor, die Ar­beits­plät­ze schaff­ten. „Die­ser Wan­del wird nur ge­lin­gen, wenn die ho­hen Pro­duk­ti­vi­täts­ge­win­ne, die mit den neu­en Tech­no­lo­gi­en er­zielt wer­den, sich nicht in den den Hän­den we­ni­ger kon­zen­trie­ren, son­dern mit den Ar­bei­tern, Kon­su­men­ten, krea­ti­ven Un­ter­neh­mern und Hand­wer­kern ge­teilt wer­den.“

Newspapers in German

Newspapers from USA

© PressReader. All rights reserved.