Ge­richt un­ter­sagt Aus­fuhr ara­bi­scher Hand­schrif­ten und Bü­cher

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Frankfurt/Main (dpa) - Tau­sen­de si­cher­ge­stell­te Bü­cher ei­nes ara­bisch-is­la­mi­schen In­sti­tuts der Uni Frankfurt müs­sen vor­erst in Deutsch­land blei­ben. Das Ver­wal­tungs­ge­richt lehn­te im Eil­ver­fah­ren die Kla­ge ei­nes frü­he­ren Di­rek­tors des In­sti­tuts ab, der den Groß­teil der 25.000 Bü­cher, 300 ara­bi­schen Hand­schrif­ten und Mi­kro­fil­me in die Tür­kei brin­gen woll­te. Der Mann ha­be er­klärt, rund 20.000 der Bü­cher ge­hör­ten ihm. Das Ge­richt be­fand in dem Be­schluss, bis zur end­gül­ti­gen Klä­rung der Sach- und Rechts­fra­gen in dem Fall dürf­ten die Bü­cher und Schrif­ten nicht ins Aus­land ge­bracht wer­den (Ak­ten­zei­chen: 5 L 5640/17.F).

Der ehe­ma­li­ge lang­jäh­ri­ge Di­rek­tor und Mit­be­grün­der des In­sti­tuts für Ge­schich­te der ara­bisch-is­la­mi­schen Wis­sen­schaf­ten brach­te den An­ga­ben zu­fol­ge ei­ne ers­te La­dung Bü­cher im Mai 2017 in sei­ne Stif­tung in Istan­bul ein, ei­ne zwei­te Lie­fe­rung stell­te das Zoll­fahn­dungs­amt Frankfurt si­cher. Das hes­si­sche Mi­nis­te­ri­um für Wis­sen­schaft und Kunst ord­ne­te an, dass die Samm­lungs­be­stän­de bis auf wei­te­res in den Räu­men des In­sti­tuts ver­blei­ben müss­ten. Es han­de­le sich um Ge­gen­stän­de im Sin­ne des neu­en Kul­tur­gut­schutz­ge­setz.

Das Ge­richt will nun im Haupt­sa­che­ver­fah­ren un­ter an­de­rem grund­sätz­lich klä­ren, was zu „deut­schem Kul­tur­gut“zählt - ob al­so das Ge­setz nur für ori­gi­när deut­sches Kul­tur­gut gilt oder auch für in­ter­na­tio­na­les Kul­tur­gut, das ei­nem deut­schen In­sti­tut im In­land ge­hört.

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