Wen­de in Gör­litz?

Sie­mens rückt wei­ter von Schlie­ßung ab

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Sie­mens-Chef Joe Ka­e­ser (rechts im Bild) rückt wei­ter von der ur­sprüng­lich ge­plan­ten Schlie­ßung des Stand­or­tes im säch­si­schen Gör­litz (wir be­rich­te­ten) ab. Auf die Fra­ge, ob das Werk in Gör­litz doch nicht ge­schlos­sen wer­de, sag­te er: „Wenn über­haupt, dann wä­re das nicht vor 2023. Was da­nach ist, müs­sen wir se­hen.“

Ka­e­ser prä­zi­sier­te da­bei auch Über­le­gun­gen für ein „In­dus­trie­kon­zept Ober­lau­sitz“, die er zu­vor be­reits am Ran­de der Sie­men­sHaupt­ver­samm­lung als mög­li­che Lö­sung für den Stand­ort ins Spiel ge­bracht hat­te. „Es geht uns da­bei nicht nur um un­ser Werk und die Ar­beits­plät­ze dort, es geht um ei­ne gan­ze Re­gi­on“, sag­te Ka­e­ser. Er ha­be be­reits mit Sach­sens Mi­nis­ter­prä­si­dent Michael Kret­sch­mer (CDU) dar­über ge­spro­chen. „Wir sind uns ei­nig, dass ne­ben der Wirt­schaft auch Bund und Land hier ei­nen Bei­trag leis­ten müs­sen.“

Zu­vor hat­te Ka­e­ser am Ran­de des Welt­wirt­schafts­fo­rums im schwei­ze­ri­schen Da­vos ge­sagt: „Wir wer­den Gör­litz nicht fal­len las­sen.“

Kon­kret nann­te Ka­e­ser die Mög­lich­keit, Bil­dung zu för­dern und bei der An­sied­lung neu­er Tech­no­lo­gi­en zu hel­fen. Er wies al­ler­dings auch dar­auf hin, dass nicht das Wohl­er­ge­hen der gan­zen Re­gi­on von den Jobs im Sie­mens-Werk ab­hän­gen kön­ne.

„Ich ver­ste­he die öf­fent­li­che Sor­ge und vor al­lem die Un­si­cher­heit bei un­se­ren Mit­ar­bei­tern“, sag­te er. „Aber Sie­mens muss fair be­han­delt wer­den und darf nicht als Buh­mann für al­le Struk­tur­pro­ble­me her­hal­ten.“

Der Stand­ort in Gör­litz ge­hört zur Kraft­werks­spar­te, in der Sie­mens welt­weit rund 6900 Ar­beits­plät­ze ab­bau­en will, da­von et­wa die Hälf­te in Deutsch­land. In Gör­litz ste­hen mit den bis­lang an­ge­kün­dig­ten Stand­ort­schlie­ßun­gen rund 720 Jobs auf der Kip­pe. Hin­ter­gr und für die Plä­ne ist nach Un­ter­neh­mens­an­ga­ben der schrump­fen­de Markt für kon­ven­tio­nel­le Kraft­werks­tech­nik.

Nach Be­kannt­wer­den der Plä­ne Mit­te No­vem­ber hat­ten Mi­nis­ter­prä­si­den­ten be­trof­fe­ner Län­der bei Ka­e­ser Pro­test zu Pro­to­koll ge­ge­ben, Wirt­schafts­mi­nis­ter tra­fen sich in Berlin mit Sie­mens-Ma­na­gern, die IG Me­tall und Be­triebs­rä­te lau­fen seit Wo­chen Sturm ge­gen die Ab­bau­plä­ne, zu­mal Sie­mens auch im ver­gan­ge­nen Jahr wie­der ei­nen enor­men Ge­winn er­wirt­schaf­tet hat.

Zu den an­de­ren ge­fähr­de­ten Sie­mens-Stand­or­ten äu­ßer­te sich Ka­e­ser nicht. In Sach­sen stand ne­ben Gör­litz der Stand­ort Leip­zig mit rund 200 Jobs auf der Schlie­ßungs­lis­te. Ein­schnit­te sind frü­he­ren An­ga­ben zu­fol­ge auch in Berlin, Of­fen­bach und Er­furt ge­plant.

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