Gra­vie­ren­der Dis­sens um Zu­wan­de­rung be­las­tet Schluss­run­de

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Amerika Woche - - Meinung - Von Jörg Blank

Ein gra­vie­ren­der Dis­sens über die Aus­le­gung ei­nes Ma­xi­mal­werts bei den Zu­wan­de­rungs­zah­len be­las­tet den Start in die Schluss­pha­se der Ko­ali­ti­ons­ver­hand­lun­gen von CDU, CSU und SPD. In­for­ma­tio­nen zu­fol­ge ver­langt die SPD ei­ne ein­schnei­den­de Än­der ung am ge­mein­sa­men Son­die­rungs­pa­pier. In Teil­neh­mer­krei­sen hieß es, die Ar­beits­grup­pe ha­be den Streit nicht aus­räu­men kön­nen. Nun müs­se die Spit­ze der Un­ter­händ­ler um Kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel (CDU), SPD-Chef Mar­tin Schulz und dem CSU-Vor­sit­zen­den Horst See­ho­fer über die For­mu­lie­rung ent­schei­den.

Nach den Vor­stel­lun­gen der SPD soll die Span­ne von jähr­lich 180.000 bis 220.000 Zu­wan­de­rern im Ko­ali­ti­ons­ver­trag als rein be­schrei­ben­de, aber nicht be­gren­zen­de For­mu­lie­rung fest­ge­hal­ten wer­den. Aus SPD-Krei­sen hieß es, man wol­le das Son­die­rungs­pa­pier le­dig­lich prä­zi­sie­ren und stel­le kei­ne Nach­for­de­run­gen. Die Uni­ons­mit­glie­der in der Ar­beits­grup­pe Mi­gra­ti­on und In­te­gra­ti­on ge­hen da­ge­gen von ei­nem Ziel­kor­ri­dor aus, der den Ma­xi­mal­wert dar­stellt und nicht über­schrit­ten wer­den soll.

Vor al­lem die CSU, aber auch wei­te Tei­le der CDU be­ste­hen dar­auf, FAZ Die Flücht­lings­po­li­tik stand für kur­ze Zeit ganz zu Recht oben auf der Ta­ges­ord­nung der Ko­ali­ti­ons­ver­hand­lun­gen. CDU, CSU und SPD wa­ren end­lich auf der Hö­he der Zeit. Denn es ist das The­ma, das den Leu­ten auf den Nä­geln brennt - ob nun „dif­fus“oder ganz kon­kret, weil es um Woh­nun­gen, Schu­len, Leh­rer, Deutsch­kur­se, Ki­tas, Si­cher­heit geht. Da fehlt es nach wie vor an al­len Ecken und En­den, so dass von der Aus­sicht auf ge­lun­ge­ne In­te­gra­ti­on vi­el­leicht im Ein­zel­fall, aber nicht für die Mas­se die Re­de sein kann. Nicht, dass des­halb die Pfle­ge, die Ren­ten­bei­trä­ge, die sach­grund­lo­se Be­fris­tung oder die Zu­kunft des Ver­bren­nungs­mo­tors un­wich­tig wä­ren - aber man fragt sich, ob die Sum­me die­ser Ein­zel­in­ter­es­sen das Ge­mein­wohl er­gibt oder ein­fach nur ei­ne an­de­re Welt, die, in der die Par­tei­en le­ben. Ber­li­ner Mor­gen­post Für die Wäh­ler, die seit mehr als vier Mo­na­ten auf ei­ne Re­gie­rung war­ten, be­deu­tet dies ein Fünk­chen Hoff­nung. Könn­te es dass der Ak­zent der Zu­wan­de­rungs­for­mu­lie­run­gen auf Be­gren­zung liegt. Nach den Son­die­run­gen hat­te die CSU als Er­folg ver­kün­det, ei­ne Be­gren­zung der Zu­wan­de­rung durch­ge­setzt zu ha­ben. Die SPD in­ter­pre­tier­te das Er­geb­nis an­ders - an der Par­tei­ba­sis ist ei­ne stren­ge Be­gren­zung nur schwer ver­mit­tel­bar. Aus die­sem Grund ist die Pas­sa­ge so wich­tig für den an­ste­hen­den Mit­glie­der­ent­scheid der SPD über ei­nen Ko­ali­ti­ons­ver­trag.

Im von al­len Sei­ten ur­sprüng­lich ge­bil­lig­ten Son­die­rungs­pa­pier hieß es noch, man stel­le fest, dass die Zu­wan­de­rungs­zah­len „die Span­ne von jähr­lich 180.000 bis 220.000 nicht über­stei­gen wer­den“. Die SPD will nun die For­mu­lie­rung ein­fü­gen, man stel­le fest, „dass beim jet­zi­gen Kennt­nis­stand zu er­war­ten ist, dass die Zu­wan­de­rungs­zah­len (...) für die nächs­ten Jah­re bei jähr­lich doch sein, dass sich am En­de die Er­kennt­nis durch­setzt, das jen­seits der rei­nen Kli­en­tel­po­li­tik das Land im Blick zu be­hal­ten ist? Gibt es noch Po­li­ti­ker, de­nen be­wusst ist, dass For­mu­lie­run­gen in Ko­ali­ti­ons­ver­trä­gen oft nur ei­ne kur­ze Halt­bar­keit ha­ben? Die wah­ren Her­aus­for­de­run­gen wer­den sich erst beim Re­gie­ren zei­gen. Bei­spiel Fa­mi­li­en­nach­zug: Im Fal­le ei­ner neu­en star­ken Mi­gra­ti­ons­be­we­gung Rich­tung Eu­ro­pa sind die Zah­len­spie­le Ma­ku­la­tur. Da sind dann po­li­ti­sche Tu­gen­den wie schnel­les Han­deln, Um­sicht und Hal­tung ge­for­dert. All das gibt es in die­sen Ta­gen in Berlin nur sel­ten. Frank­fur­ter Rund­schau Lö­sen Uni­on und SPD mit der Ei­ni­gung beim Streit über den Fa­mi­li­en­nach­zug für sub­si­di­är ge­schütz­te Flücht­lin­ge Pro­ble­me? Ja, aber lei­der nur die ei­ge­nen. SPDChef Mar­tin Schulz hat den Par­tei­mit­glie­dern Ver­bes­se­run­gen zum Son­die­rungs­pa­pier und ganz kon­kret ei­ne Här­te­fall­re­ge­lung zum Fa­mi­li­en­nach­zug für Flücht­lin­ge ver­spro­chen. Jetzt kann er sa­gen: ins­ge­samt ca. 180.000 bis 220.000 lie­gen wer­den“.

Die gro­ße Grup­pe der Un­ter­händ­ler woll­te sich am frü­hen Frei­tag­abend mit dem The­ma be­fas­sen. Es wur­de al­ler­dings nicht er­war­tet, dass der Streit be­reits dann aus­ge­räumt wird.

Uni­on und SPD be­ken­nen sich zum Grund­recht auf Asyl, zur Gen­fer Flücht­lings­kon­ven­ti­on so­wie zur UN-Kin­der- und zur Eu­ro­päi­schen Men­schen­rechts­kon­ven­ti­on. Man sei sich ei­nig, „dass die In­te­gra­ti­ons­fä­hig­keit un­se­rer Ge­sell­schaft nicht über­for­dert wer­den darf“. Zu­dem wol­le man die An­stren­gun­gen fort­set­zen, die Mi­gra­ti­ons­be­we­gun­gen nach Deutsch­land und Eu­ro­pa an­ge­mes­sen zu steu­ern und zu be­gren­zen, „da­mit sich ei­ne Si­tua­ti­on wie 2015 nicht wie­der­holt“- da­mals hat­te die Flücht­lings­kri­se be­gon­nen. „Wir ha­ben ge­lie­fert.“Kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel wird es recht sein. Sie braucht die SPD für die gro­ße Ko­ali­ti­on. Was ist mit der CSU? Sie hat ein so mi­ni­ma­les Zu­ge­ständ­nis ge­macht, dass es be­deu­tungs­los ist.

Es bleibt im We­sent­li­chen bei der Ver­ein­ba­rung aus den Son­die­rungs­ge­sprä­chen: Für die gro­ße Gr up­pe von sub­si­di­är ge­schütz­ten Flücht­lin­gen wird nur Fa­mi­li­en­nach­zug von 1000 Men­schen im Mo­nat er­mög­licht. Von der Här­te­fall­re­ge­lung, die Teil der neu­en Re­ge­lung sein soll, ha­ben in der Ver­gan­gen­heit nur sehr we­ni­ge pro­fi­tie­ren kön­nen. Die künf­ti­ge Ko­ali­ti­on hilft al­so vor al­lem sich selbst - und we­ni­ger den Flücht­lin­gen und de­ren Fa­mi­li­en. Han­dels­blatt, Düsseldorf Was für Uni­on und SPD auf dem Weg zu ei­ner neu­en Re­gier ung ein gro­ßer Sprung nach vorn war, war für das Land bei der Be­wäl­ti­gung der Flücht­lings­kri­se je­doch nicht mehr als ein Trip­pel­schritt. Ge­gen­über dem Sta­tus quo än­dert sich fast nichts. Die Fra­ge des Fa­mi­li­en­nach­zugs

In ei­nem Maß­nah­men­pa­ket heißt es un­ter an­de­rem, Uni­on und SPD woll­ten sich für ge­mein­sa­me Asyl­ver­fah­ren über­wie­gend an den EU-Au­ßen­gren­zen so­wie für ge­mein­sa­me Rück­füh­run­gen von dort ein­set­zen. Nach Ka­pi­teln zur Er­werbs­mi­gra­ti­on und zur In­te­gra­ti­on legt das Pa­pier im letz­ten Ab­schnitt ei­nen Schwer­punkt auf ef­fi­zi­en­te­re Ver­fah­ren.

Die Be­ar­bei­tung von Asyl­ver­fah­ren soll nach dem Wil­len von Uni­on und SPD künf­tig wie ge­plant in zen­tra­len Auf­nah­me-, Ent­schei­dungs­und Rück­füh­rungs­ein­rich­tun­gen si­cher­ge­stellt wer­den. Er wach­se­ne wer­den dem­nach ver­pflich­tet, bis zum Ab­schluss des Ver­fah­rens in den Ein­rich­tun­gen zu blei­ben - in der Re­gel ma­xi­mal 18 Mo­na­te, Fa­mi­li­en mit min­der­jäh­ri­gen Kin­dern höchs­tens 6 Mo­na­te.

Künf­tig sol­len nur je­ne Schutz­su­chen­de zur Grund­satz­fra­ge hoch­zu­sti­li­sie­ren, ob Deutsch­land noch auf Will­kom­mens­kul­tur oder auf Ab­schre­ckung setzt, war von An­fang an über­zo­gen. Ge­mes­sen am vor­lie­gen­den Er­geb­nis wirkt der Streit noch mehr wie ei­ne üb­le Ins­ze­nie­rung. Sol­che Schein­ge­fech­te wird es in den nächs­ten Ta­gen wohl noch häu­fi­ger ge­ben. Das klei­ne Ka­ro ist of­fen­bar die ein­zi­ge Kar­te, die die Gro­ße Ko­ali­ti­on aus­spie­len kann. Für mehr fehlt die Kraft. Mit­tel­baye­ri­sche Zei­tung, Re­gens­burg Na­tür­lich ist Zu­wan­de­rung ein erns­tes The­ma und braucht po­li­ti­sche Ent­schei­dun­gen. Aber den Nach­zug ein­schrän­ken, ist falsch. Zu­mal es kei­nes­wegs um den mil­lio­nen­fa­chen Zu­zug geht, den die AfD alar­mis­tisch ver­kün­det hat, son­dern nur um 50.000 bis 60.000 Men­schen. Mi­gra­ti­ons­for­scher be­to­nen, wie ele­men­tar das Zu­sam­men­sein mit der ei­ge­nen Fa­mi­lie für ei­ne ge­lun­ge­ne In­te­gra­ti­on ist. Wer ein­wen­det, der Nach­zug wür­de Ge­flüch­te­te zu­sätz­lich an Deutsch­land bin­den, über­sieht, auf die Kom­mu­nen ver­teilt wer­den, bei de­nen ei­ne po­si­ti­ve Blei­be­pro­gno­se be­ste­he. Bei Aus­rei­se­pflich­ti­gen sol­le stär­ker un­ter­schie­den wer­den, ob sie un­ver­schul­det an der Aus­rei­se ge­hin­dert wor­den sei­en oder selbst da­zu bei­ge­tra­gen ha­ben, dass ih­re Aus­rei­se­pflicht nicht durch­ge­setzt wer­den kann.

Zu­dem sol­len Straf­tä­ter aus­ge­wie­sen wer­den - dies gel­te auch bei Ver­ur­tei­lun­gen von min­des­tens ei­nem Jahr bei So­zi­al­leis­tungs­be­trug oder we­gen Rausch­gift­han­dels.

Zur Be­schleu­ni­gung der Ver­fah­ren will ei­ne neue Gro­Ko zu­dem Al­ge­ri­en, Ma­rok­ko und Tu­ne­si­en so­wie wei­te­re Staa­ten mit ei­ner re­gel­mä­ßi­gen An­er­ken­nungs­quo­te von un­ter 5 Pro­zent zu si­che­ren Her­kunfts­staa­ten er­klä­ren. Ein­zel­fall­prü­fun­gen soll es wei­ter­hin ge­ben. dass es sich bei den meis­ten um Kriegs­flücht­lin­ge han­delt. Sie kön­nen nicht nach Hau­se, denn in Sy­ri­en sieht es nicht nach ra­schem Frie­den aus. Es ist al­so im Ei­gen­in­ter­es­se Deutsch­lands, wenn sie sich hier gut in­te­grie­ren. Münch­ner Mer­kur Bei ih­ren kaf­ka­esk an­mu­ten­den Gro­ko-Ver­hand­lun­gen kom­men Deutsch­lands Volks­par­tei­en vor­an. Man muss es wohl als gro­ßen Fort­schritt wer­ten, dass CDU, CSU und SPD die Bil­dung ei­ner neu­en Re­gie­rung jetzt doch nicht an der Fra­ge schei­tern las­sen, ob ei­ni­ge hun­dert Flücht­lin­ge mehr oder we­ni­ger ih­re Fa­mi­lie hier­her nach­ho­len dür­fen oder nicht. Aus­ge­rech­net die­ses The­ma zur Schick­sals­fra­ge hoch­sti­li­siert zu ha­ben, war der nächs­te kras­se Feh­ler der SPD-Führ ung. In ei­ner Zeit, da die Bür­ger er­schro­cken Be­rich­te über Mi­gran­ten le­sen, die ge­richt­lich den Nach­zug ih­rer Zweit­frau­en er­zwin­gen, konn­te das nur in ei­ner neu­en Nie­der­la­ge der SPD en­den. Mehr als ein Lin­sen­ge­richt musst die Uni­on da­für nicht spen­die­ren.

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